Maurus Rinderli

Aus Kloster-Engelberg
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Maurus (Johann Jakob) Rinderli (* 19. Juli 1683 von Ägeri; † 19. Dezember 1730 in Grafenort)

Lebensdaten

Absolvent der Stiftsschule Engelberg: 1697–1699

Profess: 2. Februar 1700

Priesterweihe: 8. September 1706

Ämter

Lehrer der Fratres: 1706–1715

Novizenmeister: 1715–1718

Fratresinstruktor: 1715–1718

Grosskellner: 1718–1724

Abt: 1724–1730

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Peter Rinderli und der Anna Katharina Inglin.

Lebensbeschreibung[1]

Johann Jakob wurde am 19. Juli 1683 als Bürger von Ägeri ZG in Racconigi, südlich von Turin, Sohn des Peter Rinderli und der Anna Katharina Inglin.[2] Nach dem Tod des Vaters kehrte die Familie in die Heimat zurück. 1695 bis 1697 studierte Johann Jakob an der Jesuitenschule in Luzern, kam 1697 nach Engelberg und trat 1699 ins Noviziat ein und legte am 2. Februar 1700 die Gelübde ab. Philosophie und Theologie studierte er im Kloster und erhielt am 8. September 1706 in Luzern die Priesterweihe. Er lehrte zunächst an der theologischen Hausschule, 1715 bis 1718 war er Instruktor der Novizen und Fratres, 1718 wurde er Grosskellner und äbtlicher Kanzler und übernahm während der Krankheit Abt Joachims einen grossen Teil von dessen Aufgaben.[3] Am 19. Juli 1724 wurde er zum Abt gewählt. Da Nuntius Domenico Passionei an der Wahl nicht hatte teilnehmen können, erklärte er sie als ungültig. Es kam zu endlosen Schreibereien zwischen Engelberg, dem Nuntius, dem Bischof, Rom und den Schweizer Äbten. Erst am 12. Februar 1725 wurde der neue Abt vom Bischof bestätigt und am 25. Februar in Chur geweiht.[4] Seine Abtszeit war überschattet von hartnäckigen Streitig­keiten mit Nidwalden, zunächst um die Präsentation der Geistlichen, seit 1727 um die Grenzen am Jochpass. Obwohl sich die übrigen Schirmorte auf die Seite des Klosters stellten, blieb Nidwalden unnachgiebig. Stans verlangte sogar wieder den Durchgangszoll. Das bedeutete neben den hohen Pro­zesskosten eine neue Belastung für Engelberg.[5] Der zur Schwermut neigende Abt sah sich auch Uneinigkeiten in der Klostergemeinschaft gegenüber, da er nach dem Kongregationskapitel von 1726 manche disziplinarische Neue­rungen eingeführt hatte, die auf Widerstand stiessen.[6] Der schwerste Schlag für den Abt war aber der Klosterbrand vom 29. August 1729. Er war durch die Unvorsichtigkeit von Klosterschülern, die den Ferienbeginn durch Abbren­nen von Raketen feierten, verursacht worden. Nur der Turm, die Bibliothek und die Ökonomiegebäude, der sogenannte Albinibau, wurden vom Feuer verschont. Am folgenden Tag beriet sich der Abt mit dem Kapitel über den Wiederaufbau. Danach schickte er die Patres und Fratres in auswärtige Klöster, obwohl der Albinibau für den Konvent genügend Platz geboten hätte, und behielt nur die für Seelsorge und Ökonomie benötigten Leute in Engelberg. Der Vorarlberger Baumeister Johann Rüeff wurde mit dem Neubau beauftragt. Am 11. Dezember 1729 kam der Bauvertrag zustande. Im April 1730 konnte Abt Maurus noch die Grundsteinlegung vornehmen und die ersten Vorbereitungen für Arbeitsvergebung und Finanzierung treffen.[7] Dann nahmen die geistigen und körperlichen Kräfte merklich ab. Er starb am 19. Dezember 1730 in Grafenort und wurde im Beinhaus in Engelberg beige­setzt.[8]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 644f) übernommen.
  2. StiArEbg Personalakten Rinderli.
  3. Ibidem.
  4. StiArEbg Wahlakten 1724/25.
  5. StiArEbg cod. 250 und 251.
  6. StiArEbg cod. 229, S. 178-183; StiArEbg cod. 257, S. 139.
  7. Hess, Klosterbau, 275, S. 279-284.
  8. StiArEbg cod. 229, S. 182.

Bibliographie

  • De Kegel, Rolf: Maurus Rinderli, in e-HLS.
  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 47.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 272-282.
  • Helvetia Sacra III I, S. 644f.