Maurus Keller

Aus Kloster-Engelberg
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Wappen von P. Maurus Keller.

Maurus (Balthasar) Keller (* 1594 in Altdorf; † 13. August 1629 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 2. Februar 1610

Priesterweihe: 17. September 1617

Ämter

Pfarrer von Engelberg: 1619–1629

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Jakob Keller.

Lebensbeschreibung[1]

P. Maurus war Urner aus Altdorf. Hier wurde er 1594 geboren und am 8. Januar auf den Namen Balthasar getauft. Von den Eltern ist nur der Name des Vaters, Jakob, bekannt. Balthasar kam ziemlich sicher um 1608 an die Klosterschule, wie die Rechnung ausweist, in der die Bezahlung von Tischgeld und Kleidung vermerkt ist.[2] Im folgenden Jahr trat er ins Noviziat ein und legte am Fest Mariae Lichtmess 1610 seine Profess ab. Als Aussteuer erhielt er laut Vertrag vom 21. Februar 1610 die Summe von 450 Gulden zugesprochen, dazu zwei silberne Tischbecher. Anstelle des Vaters, der vielleicht schon alt oder krank war, trat sein Beistand und Vogt Johann Holzer, der 1590 bis 1593 Dorfvogt und Schreiber in Altdorf gewesen war. Als Vogt der Kinder Jakob Kellers, also auch von P. Maurus, unterschreibt ein Hans Zgraggen von dem sonst nichts bekannt ist, wie auch vom Zoller Jakob Gisler, der an die Aussteuer 200 Gulden leistet.[3] Die Studien in Philosophie und Theologie begann P. Maurus zusammen mit P. Plazidus 1610 als Stipendiant in Dillingen. Er führte sie 1611 bis 1616 bei den Jesuiten in Luzern weiter und schloss sie im Kloster ab.[4] Wie ein Brief aus Luzern in die Heimat klagte, litten die beiden Fratres unter starker Hitze und baten um leichtere Sommerkleider. Die Weihe zum Subdiakon erhielt P. Maurus 1616 durch den Nuntius Sarego in seiner Privatkapelle in Luzern, die Priesterweihe am 17. September 1617 in Konstanz. Am 24. September 1616 war er Diakon geworden. Die Lebensjahre des jungen Priesters waren indes nur kurz bemessen. Nachdem er noch im Kloster seine Studien fortgesetzt hatte, wurde er 1619 zum Pfarrer von Engelberg bestimmt. Als solcher starb er als Opfer der Pflicht im Pestjahr am 13. August 1629. Aus seinem Nachlass liegt in der Stiftsbibliothek noch ein Bändchen vor: "D. Anselmi opuscula, opera et studia R.P. Henrici Sommalii S.J. Duaci (Douai) 1605." Die Widmung lautet: "D. Mauro Jakob a Soto dedit anno 1619 in con­ versione S. Pauli oret pro me et conversione mei."[5] In der Stiftbibliothek steht überdies ein deutsch-lateinisches Formelbuch StiBiEbg I 178 von Hermann Ulmer ("Copiosa supellex Frankfurt 1575") mit dem Namenseintrag "Baltha[sar] Kellerius, Uriensis anno 1609", das er wohl noch als Student erworben hatte. Dass er aber auch selber die Feder zu führen wusste, verraten drei handschriftliche Bändchen der Stiftsbibliothek.[6] P. Maurus scheint ein begabter Ordensmann gewesen zu sein, den der Tod allzu früh abberief. Für seine Wertschätzung spricht auch die Buchgabe, die der Chorherr Jakob Azot in Luzern für ihn hinterliess.[7]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Collectanea Tanner 3 (1600-1619), StiArEbg cod. 283, S. 288.
  3. StiArEbg Nachlass Keller.
  4. Glauser, Schülerverzeichnis S. 69 und 74, wo statt Küttel "Knittler" steht.
  5. Zu deutsch: "Dem P. Maurus gab dieses Buch Jakob Azot am Feste Pauli Bekehrung 1619. Möge er für mich beten und für meine Bekehrung!"
  6. StiBiEbg cod. 483 enthält ein Leben des heiligen Maurus in Versform, das er am 7. Dezember 1623 seinem Abt Benedikt Keller widmete, also mitten in seiner Tätigkeit als Pfarrer des Tales. StiBiEbg cod. 484 ist eine Kopie des ersten Biografen des heiligen Maurus und Zeitgenossen, Faustus von Monte Cassino. StiBiEbg cod. 485 stellt eine Sammlung von Distichen und Epigrammen über religiöse und klassische Stoffe dar.
  7. Stiftsarchiv Engelberg, Personalien, Urner 1953/54, S. 158.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 107.
  • Heer, Gall: Urner als Konventuale und Klosterschüler in Engelberg bis 1800, in: Geschichtsfreund 124, 1971, S. 243-244.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.