Magnus Waser

Aus Kloster-Engelberg
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Grabplatte von P. Magnus Waser.

Magnus (Franz) Waser (* 30. Januar 1722 in Engelberg; † 4. Mai 1792 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 16. April 1744

Priesterweihe: 6. September 1745

Ämter

Kustos: 1746–1747?

Bibliothekar: 1747–1748

Lehrer an der Stiftsschule: 1747–?

Präzeptor: 1747–1748

Zeremoniar: 1748–1754

Lehrer der Fratres: 1748–?, 1767–1769

Archivar: 1750–1754

Vestiar: 1750–1754

Kapitelssekretär: 1750–1754, 1759–1779

Pfarrer in Sins: 1754–1759

Prior: 1759–1762

Brüderinstruktor: 1759–1762

Grosskellner: 1762–?

Kanzler: 1767–1774, 1779–1792

Subprior: 1767–1792

Pfarrer in Engelberg: 1769–1770, 1772–1791

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Carl Adelhelm Waser und der M. Eugenia Töngi.

Paten: Franz Marian Müller und Anna M. Waser, Klosterwäscherin.

Lebensbeschreibung[1]

P. Magnus Waser war Engelberger und wurde am 30. Januar 1733 als Sohn des Carl Adelhelm Waser und der M. Eugenia Töngi geboren. Als Taufpaten werden genannt: Franz Marian Müller und Anna M. Waser, Klosterwäscherin, damals ein angesehener Beruf. Nach sorgfältiger häuslicher Erziehung kam der junge Franz für vier Jahre an die Engelberger Klosterschule. Die Mutter war schon am 2. Mai 1763 an Wassersucht gestorben. Auch der Vater war kränklich und zudem schwermütig und starb am 16. März 1745. Nach Abschluss der Studien, auch der Theologie, bewarb er sich um Aufnahme ins Noviziat. Abt Emanuel Crivelli wollte indes keine neuen Novizen aufnehmen, da der Konvent gross genug sei. Er gab aber dem jungen Franz ein empfehlendes Zeugnis. So fand er in Einsiedeln Aufnahme und wurde eingekleidet. Aber nach einem halben Jahr trat bei ihm eine starke Heiserkeit auf, die ihn beim Sprechen sehr behinderte. Der Arzt Dr. Wickart in Einsiedeln bezeichnete den Fall als Auswirkung der Schwindsucht. Der bekannte Arzt Dr. Kappeler in Luzern jedoch vermochte ihn innert vier Wocheng gänzlich zu heilen und entliess ihn mit einem guten Zeugnis wieder nach Einsiedeln. Hier wurde er aber nicht mehr ins Kloster zugelassen, aus Furcht, die Krankheit könnte von neuem ausbrechen. Die Heilung sei zu schnell erfolgt. So kehrte Waser schweren Herzens nach Engelberg zurück.

Hier wurde er wegen seiner Frömmigkeit und seinem Studieneifer sehr gelobt, wenn auch die Begabung nicht sehr gross sei. Wegen der Gesundheit hatte man ebenfalls Bedenken. Die Schwestern seiner Mutter versprachen indes bereits als Aussteuer 1000 flor. Luzerner Währung.[2] Im zweiten Kapitel[3] tritt besonders P. Prior als Instruktor für ihn ein, er lobte seinen Gehorsam, seine Frömmigkeit, seinen Eifer für den Chordienst und bei der Bekämpfung seiner Fehler. Die Gesundheit ist kräftiger geworden, wie ein Blutuntersuch gezeigt hat.[4] So konnte er am 16. August 1744 die Gelübde ablegen und erhielt den Namen seines Landsmannes Magnus Langenstein. Schon am 24. November 1744 wurde er Subkustos.[5], also noch als Frater. Die höheren Studien hatte er noch in Einsiedeln absolviert.

Am 20. Dezember 1744 empfing er die Weihe des Subdiakonates durch den Nuntius Filippo Acciaiuoli in seiner Hauskapelle in Luzern. Den Diakonat erhielt er am 12. Juni 1745 durch denselben Nuntius, den Presbyterat am 6. September 1745, dem Fest des heiligen Eugen in der Klosterkirche von Engelberg, am Tag nach der Weihe der neuen Kirche, mit Dispens wegen mangelnden Alters. Am 15. Februar erhielt er vom Bischof von Konstanz die Admissio zur Ausübung der Seelsorge in seiner Diözese. Die Primiz feierte er am 21. September 1745. Schon am darauffolgenden 24. April war er Kustos, am 15. Juni 1747 Bibliothekar, am 9. Dezember 1747 [Präzeptor]] und [[[Lehrer]] der Klosterschule[6] dazu 1748 erster Zeremoniar. Am 20. November 1748 wurde er Lehrer der Philosophie für die Fratres. Am 23. Mai 1750 erscheint er als Archivar und Vestiar und wurdeKapitelssekretär mit dem Auftrag, die Protokolle seit vier Jahren einzutragen, die P. Joachim Lutiger wegen seiner Krankheit nicht mehr besorgen konnte.[7]

Am 8. März 1751 begleitete er die Fratres Plazidus Niederberger und Thomas Weber nach Luzern. Sie empfingen dort den Subdiakonat.[8] Am 31. Mai kehrt er von Fischingen zurück, wo er an der Primiz eines Mitbruders P. Beda Langenstein teilgenommen hatte.[9] Am 14. Juni 1754 wurde er Pfarrer und Ökonom in Sins, ging aber nur ungern dorthin, da die Stimmung im Volk nicht sehr einladend war. Es herrschte Streit mit der neu erstandenen Pfarrei Abtwil, mit den Pfarrgenossen von Auw und Rüstiswil über die gegenseitigen Pflichten zum Unterhalt der Kirche und der Pfründen. In den fast sechs Jahren seines Sinser Aufenthaltes, vom 5. Juli 1754 bis 29. November 1759, wusste er die revoltierenden Gemüter seines Pfarrgenossen zu beruhigen und war sehr beliebt.[10] Nun wechselten für ihn die Ämter in rascher Folge. Auf Ende 1759 wurde er Prior, Brüderinstruktor und Kapitelssekretär und schrieb die Protokolle seines Mitbruders P. Ignaz Reding seit 1754.[11]Im November 1762 wurde er zum Grosskellner in Engelberg ernannt blieb aber Sekretär des Kapitels. 1767 war er Subprior, Kanzler, Pfarrer und Lehrer der Philosophie. In Engelberg war er von 1769 bis 1770 und 1772 bis 1791.[12] Am 21. Januar 1775 war er Sub­prior, blieb aber Pfarrer.

Dabei war er auch seinen Mitbrüdern dienstbereit. Er war der Beichtvater fast aller Patres und Studenten, hatte auch in der Kirche seinen viel besuchten Beichtstuhl. Er schrieb viel: zweieinhalb Bände Kapitelsakten, ein Talbuch mit Anmerkungen und Erklärungen, zwei Zinsbücher für die Abtei und für die Küche, einen Index für die Annalen Straumeyers.[13] Am 19. Oktober 1791 wurde er auf sein Ersuchen vom Amt des Pfarrers befreit, da er an Wassersucht leide.[14] Allmählich begannen die Kräfte des tätigen Mannes zu schwinden. Eine Unterleibs­krankheit überwand er 1791. Aber 1792 trat die Wassersucht, die Krankheit der Eltern, auch bei ihm auf. Es befiel ihn eine starke Geschwulst am ganzen Leib, sodass er weder gehen noch stehen konnte. So war für ihn der Tod eine Erlösung, als er am 4. Mai 1792 an ihn herantrat. Am Morgen des Todestages hatte er eine Generalbeicht abgelegt. Die Stellung des Kanzlers war die letzte, die er im Kloster versah. Am 23. August 1774 war der Nidwaldner Franz Anton Wyrsch, Landstatthalter, zum Kanzler von Engelberg gewählt worden. Als dieser das Kloster am 12. März 1779 mit seiner Familie wieder verliess, rückte P. Magnus wieder an seine Stelle, blieb aber Subprior und Pfarrer.[15]

P. Magnus war ein eifriger Mann der Feder. Von ihm stammen: Der Artikel über Engelberg, in Leu H. J. Allgemeines Helveti­sches Eidgenössisches oder Schweizer Lexikon, 20 Bände, Zürich 1747-1795. Von ihm stammt auch die "Beschreibung einer Reise auf den Titlisberg". Es ist ein Brief von P. Magnus auf Veranlassung des Empfängers, des bekannten Zürcher Pfarrers und Schriftstellers Johann Konrad Füssli. Dieser hatte ein Jahr zuvor, also 1766, auf einer Reihe durch die Innerschweiz in Engelberg geweilt und von dieser Erstbesteigung gehört. Er nahm den Brief des P. Magnus in seine Erdbeschreibung unter dem oben genannten Titel auf.[16]

Werke

  • StiArEbg cod. 206/3: Einkleidungs- und Professritus St. Andreas Sarnen, 1753
  • StiArEbg codd. 165 u. 166: zwei Bde. Alpordnungen 1770
  • StiArEbg codd. 232 u. 234: zwei Bde. Indices zu den Straumeyer-Annalen, 1773 u. 1779
  • StiArEbg cod. 260/1: kommentiertes Talbuch, 1790
  • Artikel über Engelberg, in Leu H. J. Allgemeines Helveti­sches Eidgenössisches oder Schweizer Lexikon, 20 Bände, Zürich 1747-1795.
  • Beschreibung einer Reise auf den Titlisberg, in: Füssli, Johann Konrad: Staats- und Erdbeschreibung der schweiz. Eidgenossenschaft Bd. IV. Schaff­hausen 1772, S. 345-352.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Acta capitularia II (Okt. 1737 – Dez. 1746), StiArEbg cod. 191, S. 228.
  3. Ibidem, S. 257.
  4. Ibidem, S. 257.
  5. Ibidem, S. 308.
  6. Acta capitularia III (Jan. 1747 – Juni 1754), StiArEbg cod. 192, S. 84.
  7. Ibidem, S. 252.
  8. Ibidem, 8. März 1751.
  9. Henggeler, Fischingen, S. 152.
  10. Acta capitularia III (Jan. 1747 – Juni 1754), StiArEbg cod. 192, S. 486.
  11. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, Praefatio.
  12. Hess, Das geistliche Engelberg, Verzeichnisse S. 30.
  13. Straumeyer, Annales 4, StiArEbg cod. 224, S. 479–484.
  14. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 458.
  15. Ibidem, S. 397. Über P. Magnus vgl. Vogel, Personalia. Dazu Hess, Pfarrblatt von Engelberg, 1943, Nr. 47, 48, 50, 53, und 1944 Nr. 2, 3, 6, 7. Ausserdem: Das geistliche Engelberg II, Einzelbilder, 1945, Heft 9 der Sammlung zur Heimatkunde von Engelberg S. 55-74.
  16. Füssli, Staats- und Erdbeschreibung der schweiz. Eidgenossenschaft Bd. IV. Schaff­hausen 1772, S. 345-352 dazu Jahrbuch des SAC 32, 1895, s. 322. auch Titlisgrüsse 1944, Heft 4, Obw. Geschichtsblätter 1904, S. 50.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 130.
  • Hess, P. Ignaz: P. Magnus Waser 1722–1792, in: Das geistliche Engelberg 2 (Schriften zur Heimatkunde von Engelberg, Heft 9, 1945), S. 55-71.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.