Lorenz Manhart

Aus Kloster-Engelberg
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Lorenz Manhart (* unbekannt; † 21. Juni 1569 in Sins)

Ämter

Pfarrer von Muri: 1555–1563

Pfarrer von Sins: 1563–1565, 1565–1569

Lebensbeschreibung[1]

Als Heimat von P. Lorenz ist das St. Galler Oberland anzunehmen, wo die Familie noch heute verbreitet ist. 1555 wurde er Pfarrer von Muri in Aargau, doch ist nicht bekannt, wie lange er dort tätig war.[2] Möglicherweise bis 1563, da er dann als Pfarrer von Sins erscheint. Er war dort bis 1565 Pfarrer und abermals von 1567 bis 1569.[3] Von Sins aus wurde er als Zeuge nach Muri berufen, wo Abt Hieronymus Frey seine Verpflichtungen gegenüber seinem Konvent festlegte.[4] Am 3. November 1567 fungiert er als Vertreter des Klosters auf einem Tag zu Sins, wo über die Kompetenzen des Leutpriesters in seinen finanziellen Ansprüchen verhandelt wird.[5] Am 3. Juni 1563 ist er mit dem Ammann Giger von Sins Anwalt seines Abtes Jodoc Krämer in einem Rechtsstreit zwischen Engelberg, der Äbtissin von Frauental und dem Gotteshaus Kappel.[6] Aus seiner Sinser Zeit ist ein Brief erhalten, in dem er seinem Abt Jodoc Krämer schreibt, er habe mit dem Abt von Muri von seinen Schwierigkeiten mit den Schirmherren, resp. deren Vögten gesprochen und schreibe zum Teil in seinem Auftrag. Abt Johann Christoph von Grüth sage, er solle mit den Kastvögten in allem Ernst sprechen. Wenn sie dem Klostervogt Gewalt über ihn gäben, solle er mit der Resignation drohen. Er müsse sich unbedingt die Freiheit des Handelns wahren. Auch beklagt sich Manhart über den Mitbruder P. Heinrich Stulz, auf den er ganz schlecht zu sprechen ist. Manhart scheint in Sins gestorben zu sein, da die Pfarrei erst 1569 wieder besetzt wird. Als Todestag gilt der 21. Juni 1569, wie es im Nekrolog III eintragen ist: "21. Juni obit her Lorenz conventher und kilchher, gesin zue Sins anno 1569."[7]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Strebel, Kurt: Die Benediktinerabtei Muri 1519-1596, S. 122.
  3. Hess, P. Ignaz: Die Pfarrgeistlichen von Sins, Auw und Abtwil, 1927, S. 103.
  4. Strebel, Die Benediktinerabtei Muri, S. 68, auch Straumeyer, Annales 2, StiArEbg cod. 222, S. 37 zum 6. November 1565.
  5. Eidgenössische Abschiede, IV 2, S. 370, auch bei Collectanea Tanner 2 (1500-1600), StiArEbg cod. 282, S. 177.
  6. StiArEbg cod. 240, S. 197.
  7. StiBiEbg cod. 11, f. 11v.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 97.
  • StiArEbg Professbucheinträge nach P. Gall Heer.