Leo Hübscher

Aus Kloster-Engelberg
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Leo (Anton) Hübscher (* 4. Dezember 1861 in Witwil; † 15. Juni 1907 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 15. September 1883

Priesterweihe: 10. Juli 1887

Primiz: 14. August 1887

Ämter

Missionar in Mount Angel: 1887–1894, 1897–1907

Lehrer an der Stiftsschule: 1894–1897

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Alois Hübscher und der Barbara Bucher.

Lebensbeschreibung[1]

P. Leo wurde als Sohn des Alois Hübscher und der Barbara Bucher von Adiswil am 4. Dezember 1861 in Witwil, Gemeinde Gunzwil geboren.[2] In Beromünster wurde er auf den Namen Anton getauft. Im Jahr 1862 erwarb sein Grossvater Heinrich Hübscher-Winiger von Michael Werder den Hof "Blegi" in Cham, wo die folgenden zehn Kinder geboren wurden. Die Hälfte ihrer 11 Kinder sollten in den geistlichen Stand treten.

Anton besuchte vier Jahre die Klosterschule in Einsiedeln, bevor er nach Engelberg wechselte. 1882 trat er ins Noviziat ein. Am 15. September 1883 konnte er als Fr. Leo Profess ablegen. Danach absolvierte er in Einsiedeln noch die beiden philosophischen Kurse. Am 10. Juli 1887 empfing er die Priesterweihe durch den Bischof von Speyer, Josef Georg Ehrler, der zu dieser Zeit Gast im Kloster Engelberg war. Seine Primiz feierte er am 14. August 1887. Einen Monat später brach er mit seiner leiblichen Schwester Barbara Katharina[3], die kurz vorher im Kloster Maria-Rickenbach Profess abgelegt hatte, nach Amerika auf.[4] Ziel war das von Engelberg neu gegründete Kloster Mount Angel in Oregon. Von 1889 bis 1890 war er erster Redakteur des St. Joseph-Blattes und bezog die Katholische Universität in Washington. Nach 15 Monaten erwarb er den Grad eines Lizentiaten der Philosophie und studierte auch noch die englische Literatur. Dann kehrte er nach Mount Angel zurück. Da nach der grossen Brandkatastrophe im Jahre 1892, bei dem das ganze Kloster den Flammen zum Opfer fiel und Prior P. Adelhelm Odermatt auf eine fünfjährige Betteltour ging, wurde P. Leo stellvertretender Prior und ebenso provisorischer Rektor des Kollegs, wo er auch als Lehrer wirkte.

1894 kehrte er nach Engelberg zurück, wo er von 1894 bis 1897 für vier Jahre als Lehrer für Rhetorik an der Stiftsschule Engelberg lehrte. Im September 1897 ging er wieder nach Amerika zurück, dieses Mal als Seelsorger. Im September 1897 ging er wieder nach Amerika zurück, dieses Mal als Seelsorger. Zunächst wirkte er an der St. Leonhardskirche in New York und seit 1901 als Pfarrer zu St. Joseph in Rhinland. Nachdem er kurz in die Schweiz zurückgekehrt war, verbrachte er dann ein halbes Jahr in Brooklin. Anfang August 1906 übersiedelte er dann nach Oregon als Professor und Schriftleiter des weit verbreiteten deutschen St. Josephblattes. In Portland, wohin er sich wohl zu Beerdigung seines Mitbruders P. Anselm Wachter begeben hatte starb P. Leo am 15. Juni 1907 mit 45 Jahren an einer Lungenentzündung. Seine vielseitigen Geistesgaben kamen der jungen Klostergründung Mount Angel (Neu-Engelberg) in hohem Masse zugute. Er war ein begabter Sänger mit einer schönen Tenorstimme und ein sehr guter Musiker, vor allem im Klavier- und Orgelspiel. Und ebenfalls ein poetischer Dichter und Lyriker. Aber vor allem auch ein ausgezeichneter Prediger in deutscher und englischer Sprache.[5]

Von P. Leo Hübscher sind noch 23 Briefe in seinen Personalakten erhalten, fünf während des Studiums in Einsiedeln und 18 aus Amerika, in denen er Abt Anselm über verschiedene persönliche und klösterliche Schwierigkeiten, Ereignisse, Zustände, u. a. berichtete.

Werke

  • Ist das Christentum veraltet?, in: PädBl 4, 1897, S. 33-38.
  • Religion und Sittlichkeit in der Schule, ebd. 4, 1897, S. 101-104.
  • Affentheorie und Wissenschaft, ebd. 4, 1897, S. 161-164.
  • Ursprung der heiligen Sakramente, ebd. 4, 1897, S. 275-279.

Professnummer

  • Nr. 663

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom StiArEbg Professbucheintrag nach Br. Meinrad Haberl übernommen.
  2. Im StiArEbg wird der 5. Dezember angegeben und in Stud. u. Mitt. z. Gesch. d. Ben.-Ordens, Registerband Nr. 1-14, 1886, S. 52, als Geburtsort Schongau.
  3. Geboren 1866.
  4. Eine weitere Schwester von ihm, Maria Katharina, geboren 1863, legte auch in Maria Rickenbach Profess ab und ging ebenfalls nach Maria-Zell in den Vereinigten Staaten. Zwei seiner Brüder wurden Kapuziner, Meinrad Josef als P. Innozenz und Johann als Br. Nikolaus.
  5. Nachrufe im Obwaldner Volksfreund Nr. 49, 22. Juni 1907 und Nr. 55, 13. Juli 1907.

Bibliographie

  • StiArEbg Professbucheintrag nach Br. Meinrad Haberl.
  • StiArEbg Personalmappe P. Leo Hübscher.