Konrad von Würenlingen

Aus Kloster-Engelberg
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Konrad von Würenlingen (* unbekannt; † 28. Februar nach 1345 in Engelberg)

Lebensbeschreibung[1]

Der Mönch Konrad aus Würenlingen AG findet im Nekrolog des Klosters Engelberg im Zusammenhang mit anderen Personen Erwähnung, die auch in anderen Quellen vorkommen. Sie sollen daher im Wortlaut hier folgen:

"Johans Zwicker, Heinrich Buosnang, Mechtild sin Wirtin, Rudolf Keller, sin Vatter und sien Mueter. Her Chuonrad von Wirualingen, Margareta Zwikker, aller vorderen. Swester Anna coppin. Her Marquart, Dechant von Griessheim, Bruder Chuonrad von Wirualingen smitz von Eglisau. Von diesen het uns Margareta Zwikker geben vi müt Kernen ze Küncen."[2]

Johann Zwicker war Schultheiss von Baden, urkundlich 1343, seit 1350 als Schultheiss bezeugt bis zu seinem Tod am 23. Juni 1369. Margareta Zwicker war seine Frau, die mit ihrem Gatten mehrfache Vergabungen machte. So kauften sie vom Kloster unter Abt Rudolf von Stühlingen am 1. Februar 1369 Güter in Fislisbach und Spreitenbach AG so, dass diese nach dem Tod der Käufer ans Kloster zurückfallen sollten.[3] Margareta überlebte indes ihren Gatten. Sie starb erst 1398 und vermachte mit ihrem Vogt Peter Buosmanger noch weitere Schenkungen an geistliche Anstalten, z.B. Spitäler.

Aber auch die anderen mit P. Konrad von Würenlingen genannten Personen standen mit dem Kloster in Verbindung. So ist Heinrich von Bussnang[4] Bürger von Baden, aber ohne eigenes Wappen, vermutlich der Bruder des Peter Bussnang, der als Vogt der verwitweten Margareta Zwicker auftrat. Heinrichs Tochter Elsa begegnet uns zudem als Klosterfrau in Engelberg zusammen mit der Schultheissentochter Elisabeth von Baden.[5] P. Ildefons Straumeyer bezeichnete sie hier aus Versehen, aufgrund der stark verblassten Tinte, mit dem Namen der Mutter Margareta, statt Elisabeth.[6]

Der genannte Rudolf Keller trat am 13. Dezember 1339 als Fürsprech auf,[7] und am 23. Juli 1345 mit seinem Bruder Hermann von Lunkhofen zusammen als Zeugen. Die Schwester Anna Coppin lässt sich im Kloster nicht nachweisen. Dagegen ist mehrfach von Marquart von Griesheim die Rede. Griesheim liegt im badischen Amt Waldshut. Die Kirche von Hochdorf war am 20. Dezember 1302 dem Stift Beromünster inkorporiert worden. Johannes von Griesheim wird 1325 als Dekan, später als Leutpriester von Hochdorf bezeichnet[8] und am 31. Oktober 1342 zusammen mit Burkhart von Küttigen, dem Kellner des Gottshus ze Münster, als Zeuge.

P. Konrad wird noch ein zweites Mal erwähnt als "smits von Eglisau", offenbar eine Berufsbezeichnung. Doch lässt sich in Eglisau darüber nichts nachweisen. Dort kommt 1254 ein Leutpriester "C. von Griessheim" vor[9], aber kein Schmied Konrad wird als Konventuale von Engelberg mit einem Fragezeichen versehen. P. Gall Heer meint, dies zu unrecht, da seine Bezeichnung als Herr auf einen Geistlichen hindeute.[10]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. StiBiEbg cod. 26 f. 40r zum 27. August, auch Geschichtsfreund 26, 1871, S. 277.
  3. Engelberger Urkundenbuch, Nr. 346.
  4. Das genannte Bussnang ist das heutige Busslingen, vgl. QW II/4, S. 51 (Register) sowie QW II/3, S. 322, Anm. 9.
  5. StiBiEbg cod. 26, f. 4r.
  6. Straumeyer, Annales 2, StiArEbg cod. 222, S. 599.
  7. QW I/3, Nr. 294, S. 199, Anm. 11.
  8. Vgl. QW II/1, S. 23, 122 und S. 199. Dazu: Urkundenbuch Beromünster II, S. 256.
  9. Fietz, Kunstdenkmäler des Kantons Zürich II, S. 28.
  10. StiBiEbg cod. 26, f. 17v.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 77.
  • StiArEbg Professbucheinträge nach P. Gall Heer.