Konrad Wick

Aus Kloster-Engelberg
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Br. Konrad Wick 1931.

Konrad (Rupert) Wick (* 3. Juli 1861 in Lütisburg; † 21. Mai 1935 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 9. Oktober 1881

Ämter

Küchenbruder: 1882–1918

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Rupert Wick.

Neffe: P. Raphael Meile

Lebensbeschreibung[1]

Br. Konrad Wick war als ältestes Kind einer kinderreichen Bauernfamilie in sei­ner Heimatgemeinde Lütisburg zur Welt gekommen und, wie sein Vater, auf den Namen Rupert getauft worden. Seine Schulbildung erhielt der Knabe in der Primarschule seines Dorfes und in der Realschule zu Bütschwil. Hierauf half er mit Freude und Geschick bei der Bewirt­schaftung des elterlichen Landgutes, und mit berechtigtem Stolz hoffte der Vater, dass sein Ältester dereinst das schöne Heimwesen über­nehmen werde. Gross war deshalb die Überraschung, als der Neun­zehnjährige eines Tages den Wunsch eröffnete, der ihm seit Monaten keine Ruhe mehr liess, sein Leben als Ordensbruder Gott weihen zu dürfen. Die Einwilligung hiezu bedeutete für den Vater begreiflicher­weise ein schweres Opfer. Dem Wunsch wurde aber entsprochen. Denn in der Familie herrschte ein tiefchrist­licher Geist, der sich auch darin zeigte, dass drei Töchter ebenfalls den Ordensstand wählten und in der Folge alle durch das Vertrauen ihrer Mitschwestern zur Leitung des betreffenden Klosters berufen wurden.

Rupert überliess also die verlockende Anwartschaft auf das väter­liche Heimwesen seinem jüngeren Bruder, dem späteren Gemeindeammann Josef Wick, und kam an Maria Himmelfahrt 1880 nach Engelberg ins Kloster. Das stille Leben des Gebets und der Arbeit, das er hier fand, bedeutete für den Ordens­kandidaten keine schwierige Anforde­rung. In den nächsten zwei Jahren leistete er mannigfache Dienste in Haus und Kirche. Am 9. Oktober 1881 legte er Profess ab.

1882 wurde er in die Küche versetzt, wo er zuerst als Lehrling der Koch­kunst, hierauf als Unterkoch und ab 1904 in leitender Stellung unermüdlich tätig war. Es gehört ein hübsches Mass von Arbeitsfreude und Geduld dazu, für rund dreihundert Personen, darunter eine im Wachstum befindliche Studen­tenschar mit oft ganz verschiedenarti­gen Ansprüchen, Tag für Tag den Tisch zu besorgen. Wie alle Künstler musste sich auch der Koch gar oft mit dem Gedanken trösten, dass es nicht möglich ist, es immer allen recht zu machen. Trotzdem gab sich Br. Konrad mit diesem billigen Trost nicht zufrieden, sondern er versuchte durch Verbesserungen der Kücheneinrichtung und durch Erweiterung seiner Kenntnisse den berechtigten Ansprüchen immer besser gerecht zu werden. Deshalb war es für ihn eine grosse Freude, als ihm 1902 die willkommene Gelegenheit geboten wurde, sich in der grossen Konviktsküche der "Stella matutina" zu Feldkirch einige Wochen weiterbilden zu können. Beinahe 36 Jahre hielt Br. Konrad als Koch auf seinem mühevollen Posten aus, bis ihm die Oberen 1918 wegen seiner schmerz­haften rheumatischen Leiden einen, wie sie glaubten, leichteren Dienst zuwiesen in der Besorgung der sogenannten Knechtenstube.

Nach dem Ableben des letzten weltlichen Meisterknechts wurde ihm dann auch die Aufgabe übertragen, den Angestellten und Taglöhnern des Klosters die Arbeiten anzuweisen. Auch jetzt fand aber Br. Kon­rads Arbeitsdrang gar bald heraus, wie er sich neben den kleinen Beschäftigungen seines Postens noch durch anderweitige wertvolle Betätigung dem Kloster nützlich machen konnte. Als bald ging er daran, mit seinen Leuten in jahrelanger, mühsamer Arbeit die sehr hügeligen und wegen des vielen Unkrauts wenig ertragreichen Klostermatten aus­zuebnen und zu verbessern. Mit berechtigter Freude schaute er auf diese höchst verdienstvolle Arbeit zurück und interessierte sich kurz vor seinem Tode noch lebhaft um deren Fortführung.

Im Oktober 1931 konnte Br. Konrad im Beisein mehrerer Ver­wandten aus dem Toggenburg seine goldene Jubelprofess feiern, einen Freudentag, den er als den schönsten seines Lebens bezeichnete und essen Glanz seinen Lebensabend mild verklärte. Bald darauf traten aber die Anzeichen des Alters immer deutlicher zutage und zwangen ihn schliesslich bald nach Neujahr zu ein paar Monaten ungewollter Ruhe. Er starb am 21. Mai 1935.

Professnummer

  • Nr. 660

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüssen 21, 1934/35, S. 72-74, übernommen.

Bibliographie

  • Nachruf von Br. Konrad Wick, in: Titlisgrüsse 21, 1934/35, S. 72-74.