Kolumban Cysat

Aus Kloster-Engelberg
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Wappen von P. Kolumban Cysat.

Kolumban (Jodok) Cysat (* 1594 in Luzern; † 14. Juli 1629 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 1. September 1613

Priesterweihe: 8. April 1620

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Renward Cysat (des Jüngeren) und der Anna Dulliker.

Paten: Jost Pfyffer und Barbara Hornberger.

Lebensbeschreibung[1]

Seine Vaterstadt war Luzern, wo er als Sohn des Stadtschreibers Renward des Jüngern (des Minderen) und der Anna Dulliker 1596 geboren und am 10. März auf den Namen Jodok getauft. Taufpaten waren Jost Pfyffer und Barbara Hornberger.[2] Der Vater war Talvogt von Engelberg. Der Sohn erhielt am 6. Februar 1630 "ein silberin Schalen von 16 Loten, kostet 22 Gulden 27b".[3] Seine Studien machte P. Kolumban in Luzern bei den Jesuiten.[4] Am 21. August 1612 berichtete Vater Cysat, der Sohn möchte ins Kloster eintreten, aber die Mutter sei nicht einverstanden. Man müsse zuwarten, bis sie für eine Zusage gewonnen werden könne.[5] Aber schon bald darauf konnte der Vater melden, die Mutter sei nun einverstanden. Es sei ihr allerdings schwer gefallen und sie habe sich noch lange mit ihrem Bruder, wohl dem Schultheissen Dulliker, darüber beraten.[6] Der Eintritt erfolgte am 1. September 1612, die Profess am 1. September 1613. Die Priesterweihe erhielt er am 8. April 1620. Zum Tag der Einkleidung bemerkt er: "Scapulare accepi" (Ich habe das Skapulier erhalten). P. Plazidus Knüttel fügt in seinem Professverzeichnis bei, die Gelübdeablegung Cysats sei in Gegenwart mehrerer Luzerner Ratsherren erfolgt. Aus einem Brief vom 13. Februar 1617 ist zu erfahren, Vater Renward habe durch den Prior den Abt wissen lassen, er habe sich anerboten, dem Sohn ein Quantum Wein und andere Beigaben zukommen zu lassen, sofern der Abt es erlaube, der denn auch einverstanden war.[7] Es handelte sich offenbar um einen "Zustupf" für die Studienzeit in Luzern, wo P. Kolumban damals weilte. 1628 kam es zu einem ärgerlichen Streit mit der Mutter des P. Kolumban, die nach dem Tod des Vaters ihre Tochter, die mit dem Stanser Melchior Lussi verheiratet war, in ihrem Erbanteil bevorzugen wollte zum Nachteil des Klosters.[8] Doch warf der Fall keine weiteren Wellen. Dass P. Kolumban auch musikalisch tätig war, ergibt sich aus einem Eintrag im Rechnungsbuch Knüttel vom 27. März 1627, wonach dem Trompeter Hansjakob 3 Gulden 15 b bezahlt wurden, "da er P. Kolumban gelert habe die Posaunen blasen".[9] P. Kolumban starb am 15. Juli 1629 als Opfer der Pest.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Taufbuch Luzern 1575 ff, S. 180.
  3. Hess, Goldschmiede, S. 5. Über den Vater und sein tragisches Schicksal vgl. Hidber, Renward Cysat, der Stadtschreiber von Luzern, in: Archiv für Schweizergeschichte 20, 1875, S. 18 und 47f. Er wurde wegen "Sodomie" seines Amtes als Stadtschreiber entsetzt und zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Er starb 1628 im Gefängnis. Er war mit dem Kloster stets in enger Verbindung gestanden und am 8. Juni 1620 als Confrater des Klosters aufgenommen worden, vgl. Straumeyer, Annales 7, StiArEbg cod. 227, S. 587.
  4. Glauser, Schülerverzeichnis, S. 72.
  5. Straumeyer, Annales 8, StiArEbg cod. 228, S. 454.
  6. Collectanea Tanner 3 (1600-1619), StiArEbg cod. 283, S. 358.
  7. Collectanea Tanner 3 (1600-1619), StiArEbg cod. 283, S. 419.
  8. Straumeyer, Annales 7, StiArEbg cod. 227, S. 604.
  9. Angela Montana, Festschrift 1914, S. 396.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 108.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.