Karl Stadler

Aus Kloster-Engelberg
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Porträt von Abt Karl Stadler.

Karl (Franz) Stadler (* 13. März 1757 von Zug; † 20. Oktober 1822 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 23. Januar 1774

Priesterweihe: 18. März 1778

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1781–?

Bibliothekar: 1782–?

Kustos: 1790–?

Kapitelssekretär: 1791–?

Kapellmeister: 1791–?

Kanzleidirektor: 1792–?

Archivar: 1794–?

Küchenmeister: 1794–?

Lehrer der Fratres: 17?–?

Abt: 1803–1822

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Karl Franz Stadler und der Maria Katharina Luthiger.

Lebensbeschreibung[1]

Franz wurde am 13. März 1757 in Zug als Sohn des Karl Franz Stadler und der Maria Katharina Luthiger geboren. Nach dem Besuch des Gymna­siums in Zug und Muri wollte er 1772 in Muri ins Noviziat eintreten, wurde aber wegen schwächlicher Gesundheit abgewiesen. So wandte er sich nach Engelberg und legte dort am 23. Januar 1774 die Gelübde ab.

Er studierte Philoso­phie und Theologie im Kloster und empfing am 18. März 1778 in Luzern die Priesterweihe. Nach weitem Studien trat er 1781 in den Dienst der Kloster­schule. Am 21. Mai 1782 übernahm er die Leitung der Bibliothek, 1790 wurde er Kustos, 1791 Kapitelssekretär und Kapellmeister, 1792 Kanzleidirektor, 1794 Archivar und Küchenmeister. Dazu kamen noch Unterrichtsstunden als Lehrer bei den Fratres und Novizen. Gleichzeitig stand er auch dem kränklichen Abt Leodegar Salzmann in den wichtigen klösterlichen Verwaltungsgeschäften bei. Nach dessen Tod war er der führende Mann in der Zeit des äbtlichen Interregnums.[2] Bei der Wahl vom 24. Mai 1803 wurde er erwartungsgemäss zum neuen Abt erkoren und am 4. September 1803 in Einsiedeln geweiht.[3]

Für Abt Karl war die Vertiefung des innerklösterlichen Lebens eines seiner Haupt­anliegen.[4] Andererseits setzte er sich sehr für die Bevölkerung von Engelberg ein. Die Pfarrseelsorge wurde trotz der Trennung von 1798 unentgeltlich weitergeführt.[5] Er wollte durch eine Armenanstalt oder wenigstens eine Armenkasse die Not der Minderbemittelten lindern.[6] Aber sowohl das wie auch der Plan einer geregelten Schule für das Tal[7] fand wenig Interesse. Hingegen reorganisierte er 1804 die Klosterschule[8] und schuf sechs Freiplätze für Schüler aus Nidwalden.[9] Trotz mehrfacher Anschuldigungen leistete er der Talbevölkerung immer wieder grosszügige soziale Hilfe.[10] Es lag ihm auch daran, den Leuten durch Sicherstellung von Arbeit und Verdienst zu helfen. Die Seidenkämmelei konnte im früheren Umfang fortgeführt werden.[11]

Zu einer eigentlichen Blüte gelangte in dieser Zeit der Käsehandel. Neuer Handelspartner wurde dabei die Firma Castell in Schwyz.[12] Der so praktisch veranlagte Abt war aber auch ein grosser Freund der Wissenschaften und einer der namhaftesten Klosterhistoriker. Als Bibliothekar erstellte er 1787 einen Katalog der Handschriften und der Inkunabeln. Über die Jahre der Helvetik schrieb er eine überaus wertvolle Chronik. Zudem verfasste er den «Catalogus virorum illustrium», ein Verzeichnis der bedeutendsten Männer des Klosters.[13] Vielfache Anregung erhielt er durch den Briefverkehr mit dem Schaffhauser Geschichtsschreiber Johannes von Müller und mit seinem Zuger Landsmann General Beat Fidel Zurlauben.[14] Er starb am 20. Oktober 1822.[15]

Werke

  • Catalogus virorum illustrium.

Professnummer

  • Nr. 576

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 649f) übernommen.
  2. StiArEbg Personalakten Stadler.
  3. StiArEbg Wahlakten 1803.
  4. Acta capituli 1803–1808.
  5. Heer, Abt Karl Stadler, in Titlisgrüsse 41, 1955, S. 11.
  6. Ibidem, S. 12.
  7. Ibidem, S. 11.
  8. StiArEbg cod. 278, S. 166ff. Hess, Klosterschule, S. 54.
  9. Deschwanden, Karl von: Geschichte des Schulwesens von Nidwalden, in: Beiträge zur Geschichte Nidwaldens 4, 1887, S. 40-44. StiArEbg Cista Schule, Stipendien. (1803 wurde Engelberg zum Kanton Nidwalden geschlagen. Erst 1815 kam es zu Obwalden).
  10. Heer, Abt Karl Stadler, in Titlisgrüsse 41, 1955, S. 27ff.
  11. StiArEbg Cista Schwyz, Seide. Fassbind, Schappe-Indu­strie, S. 45, S. 103-125.
  12. StiArEbg Cista Schwyz, Castell. Heer, Abt Karl Stadler, in: Titlisgrüsse 41, 1955, S. 34ff.
  13. Heer, Vergangenheit, S. 384-388.
  14. Heer, Abt Karl Stadler, in: Titlisgrüsse 41, 1955, S. 60ff.; Heer, Marschall Zurlauben.
  15. StiArEbg Acta capituli. Heer, Abt Karl Stadler. Heer, Vergangenheit, S. 366-389.

Bibliographie

  • De Kegel, Rolf: Karl Stadler, in e-HLS.
  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 51, Nr. 576.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 366-389.
  • Helvetia Sacra III I, S. 649f.