Karl Meyer

Aus Kloster-Engelberg
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Karl (Josef Kaspar) Meyer (* 26. Dezember 1790 in Muri; † 24. Juli 1853 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 24. Januar 1813

Priesterweihe: 24. Juni 1814

Ämter

Grosskellner: 1817–1835

Prior: 1835–1853

Pfarrer in Engelberg: 1851–1853

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Heinrich Leonz Meyer und seiner Frau Marie Barbara Frey.

Paten: Joseph C. Meyer und Elisabeth Müller.

Firmpate: Joseph Meyer von Birri.

Lebensbeschreibung[1]

P. Karl wurde als Sohn der Eheleute Heinrich Leonz Meyer und seiner Frau Marie Barbara Frey, am 26. Dezember 1790 im Weiler Birri bei Muri geboren und auf den Namen Josef Kaspar getauft. Taufpaten waren Joseph C. Meyer und Elisabeth Müller. Gefirmt wurde er 1795 durch den Nuntius Peter Gravina in der Klosterkirche Muri. Firmpate war Joseph Meyer von Birri.[2]

Josef besuchte die Klosterschule in Muri und studierte dort vermutlich auch schon die Philosophie denn in Engelberg wurde er als „Candidatus philosophiae“ bezeichnet. Am 9. Januar 1812 begann er das Noviziat und konnte am am 24. Januar 1813 als Fr. Karl Profess ablegen. Vermutlich hatte er seine theologischen Studien teilweise auch schon in Muri angefangen. Die Weihen erhielt er alle durch den Nuntius Fabrizio Testaferrata von Luzern: Den Subdiakonat am 31. Oktober 1813, den Diakonat am 1. November 1813 und die Priesterweihe am 24. Juni 1814 in der Nuntiaturkapelle zu Luzern mit Altersdispens.

Noch 1814 wurde er Präses der Bruderschaften und brachte seine theologischen Studien zu Ende. Durch Generalvikar Göldlin von Tiefenau erhielt er am 12. Januar 1818 die Seelsorgeausübung. 1816 wurde P. Karl zum Grosskellner bestimmt.[3] Das Amt übte er bis Juni 1835 aus und besorgte dabei auch die Seidenfergerei. Am 1. April 1834 wurde er vom Nuntius Philippus de Angelis zum Päpstlichen Notar bestimmt. 1835 am 5. Juli erhielt er durch den Bischof von Basel die Seelsorgeausübung für dessen Diözese. Vom 14. August bis 15. November 1835 war er Pfarrverweser von Auw.[4] 1845 wurde er zum Prior bestimmt und blieb es bis zu seinem Tod. Vom 8. Juli 1851 bis 1853 war er auch noch Pfarrer von Engelberg.[5]

P. Adalbert Vogel, der ihn noch gut kannte und schätzte, stellte ihm in seinem „Catalogus biogr“ ein gutes Zeugnis aus. Er sagt von ihm, „wenn er auch an Wissen und Können mit anderen nicht Schritt halten konnte, war er doch ein Muster klösterlicher Disziplin und Frömmigkeit und treuer Pflichterfüllung. Er war mehr bemüht, ein guter als gelehrter Mönch zu sein, ein Mann von starkem Willen, beseelt vom Gedanken, die Ehre Gottes und das Wohl des Klosters zu fördern. Das machte ihn auch bei allen sehr beliebt. Er litt seit längerer Zeit an einer Bruchkrankheit, der er aber zu wenig Aufmerksamkeit schenkte.“ Der Bruch wurde noch durch einen Unfall gefördert. Ein Laienbruder bemerkte zwei Burschen, die bei Nacht nach ihrem Geständnis im Klostergarten Birnen stehlen wollten. Der Bruder vermutete einen Einbruch in die Sakristei und weckte P. Prior Karl. Dieser fiel in der Dunkelheit über eine Gartenmauer wodurch der Bruch noch schlimmer wurde. Trotzdem übte P. Karl sein Amt als Prior noch ein ganzes Jahr unter großen Schmerzen weiter aus bis er am 24. Juli 1853 Morgens gegen halb 6 Uhr mit 62 Jahren, unerwartet rasch starb.[6]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. StiArEbg Firmzeugnis vom 3. November 1811 von P. Anselm Hediger OSB, Pfarrer von Muri.
  3. Omlin, Geistliche Obwaldens, S. 405, erwähnt 1817 bis 1835.
  4. Hess, Pfarrgeistliche, S. 117.
  5. Hess, Das geistliche Engelberg, S. 32.
  6. Schweiz. „Schweizer Kirchen–Zeitung“, Nr. 32, 6. August 1853.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 142.
  • Odermatt, Ignaz: Der Konvent von 1819 in „Titlisgrüsse“ 56 Jg. 1969/70, S. 18.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.