Karl Breni

Aus Kloster-Engelberg
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Karl (Georg) Breni (* 3. September 1695 in Rapperswil; † 9. November 1754 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 26. Januar 1716

Priesterweihe: 30. Juli 1719

Primiz: 27. August 1719

Ämter

Bibliothekar: 1725–17?

Direktorist: 1727–17?

Lehrer der Fratres: 1729

Archivar: 1729, 1743–17?

Kanzleidirektor: 1729, 1743–17?

Grosskellner: 1731–17?

Vestiar: 1743

Brüderinstruktor: 1743–1744

Subprior: 1748–1749

Prior: 1749–1754

Fratresinstruktor: 1749–1754?

Verwalter der Apotheke: 1749–17?


Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Johann Breni und der M. Barbara Billion.

Paten: Taufpaten waren Georg Ammann, Pfarrer in Vilters, und Barbara Ziegler.

Lebensbeschreibung[1]

P. Karl Breni wurde in Rapperswil als Sohn des Johann Breni und der M. Barbara Billion am 3. September 1695 geboren. In der Taufe erhielt er den Namen Johann Georg. Taufpaten waren Georg Ammann, Pfarrer in Vilters, und Barbara Ziegler. Das Taufzeugnis ist unterschrieben von Johann Peter Breni, Pfarrer von Jona, Frühmesser in Rapperswil und Kommissar, in Abwesenheit des Kommissars, Dekans und Pfarrers Johann Franz Guster. Es trägt das Datum vom 27. Februar 1713.

Über seine Studien fehlen Quellenbelege. Es scheint aber, dass er die Schule im Kloster absolviert hat. Er trat 1715 ins Noviziat und legte am 26. Januar 1716 die Profess auf den Namen des heiligen Karl Borromäus ab. Die heiligen Weihen empfing er durch den Nuntius Giuseppe Firrao: am 22. Mai 1717 den Subdiakonat in seiner Residenzkapelle in Luzern, den Diakonat am 2. April 1718, den Presbyterat am 30. Juli 1719. Das Zeugnis darüber ist ausgestellt vom Kanzler des Nuntius, Johann Batoreo. Er war dabei begleitet von P. Maurus Rinderli, damals Lehrer und 1719 als Grosskellner. Die Primiz feierte P. Karl am Sonntag, den 27. August 1710, an der Johann Heinrich Lüthard, Pfarrer von Merenschwand, die Ehrenpredigt hielt. Schon an Himmelfahrt hatte er die Festpredigt gehalten und dafür ein Honorar von 9 gld erhalten. Die Aussteuer wurde in Raten beglichen. So erhielt er am 23. Juni 1732 59 gld am 21. Januar 1733 einen weitern Teil, den Rest nach Abzug einiger Kosten im Betrag von 114 gld.

Unter Abt Maurus machte er sich um das Archiv sehr verdient.[2] Am 25. November 1725 unterzeichnete er als Bibliothekar im Bücherhandel mit Nuntius Passionei.[3] Vor dem Klosterbrand von 1729 war er Archivar, zweiter Chordirektor, Musikinstruktor der Fratres und Zeremoniar bei den Prozessionen.[4] Er hatte auch für die Tinte für den Konvent zu sorgen. 1731 schloss er als Grosskellner den Vertrag über die Klosterwirtschaft "Engel".[5] Nach dem Brand von 1729 half er Straumeyer bei der Sichtung der nicht verbrannten Quellen des Archivs. Straumeyer sagt von ihm, er habe "magna cum laude" gearbeitet.[6] Auf die Aussteuer bezogen ist der Eintrag vom 26. April 1732: "Abs. Rev. P. Carolo auf das ererbte, dem Gotteshaus zugefallene und wieder verkaufte Hüsli mit Garten zu Rapperswil kostet 31. gld."[7] Zur Primiz am 27. August 1719 ergab das Opfer in der Kirche 8 gld. 20 s. Die geistliche Mutter schenkte einen silbernen Becher.[8]

Nach dem Brand von 1729 sollte P. Karl nach Einsiedeln gehen, konnte dann aber als Kanzleidirektor im Kloster bleiben, wurde Kustos und äbtlicher Sekretär. 1731 wurde er anstelle des verstorbenen P. Nikolaus Artho Grosskellner und hatte sich als solcher in einer Erbsache einzusetzen wegen eines Onkels, der Laienbruder in St. Blasien war.[9] Am 30. Januar 1731 war er mit Straumeyer Vertreter des Klosters beim "Grossen Rat zu Stans" am Schmutzigen Donnerstag, ebenso am 16. Februar 1744 zusammen mit P. Fridolin Ehrler.[10] Eine schwere Enttäuschung erlebte er am 21. August 1730 mit den Nidwaldnern. Er wurde mit P. Grosskellner Nikolaus Artho nach Trübsee beordert, denn Nidwalden hatte ausgerechnet zur Zeit, da Abt Maurus Rinderli krank darniederlag, eine Revision der Grenzen auf dem Jochpass angeordnet. P. Karl stieg hinauf, musste aber erfahren, dass er warten müsse, bis sich Nidwalden mit den ebenfalls herbeigerufenen Bernern besprochen habe. Dann komme er an die Reihe. Er zog sich zurück, musste aber bald vernehmen, dass die beiden Nachbarn in Streit geraten seien. P. Karl ging aber doch noch hin, stellte sich als Vertreter seines Abtes vor und bat die Berner, sie möchten sich auch mit dem Kloster über die Grenzfrage besprechen. Diese aber erklärten, sie hätten von ihrer Regierung dazu keinen Auftrag. Tatsächlich war dann von den Marchen überhaupt nicht mehr die Rede. Ein Berner warf P. Karl vor, das Kloster hätte übel getan, dass es von seiner Jochgrenze abgewichen sei. P. Karl meinte dazu, sie seien dazu gezwungen worden. Dann zog ein schweres Gewitter herauf, das sie zum Rückzug ins Tal nötigte. Sie wurden darauf im Kloster verpflegt und mit trockenen Kleidern versehen.[11]

In der Folge trat er vermehrt als Grosskellner auf. Am 8. Januar 1740 musste er durch den "Scherer" von Ottenbach (ZH) eine Zungeninzision machen lassen.[12] Am 13. Februar 1740 kaufte er, offenbar für die Fratres, die Theologia Scholasti"cavonj schmier OSB für 21 gld. Am 15. Februar 1740 bestellte er Band 4 des P. Bernhard Pez für 8 gld, der aber im Feuer von 1729 verbrannte. Am 4. April 1740 war er als Subprior mit zwei Subdiakonen in Luzern zu den Weihen und benützte die Gelegenheit, die vier hölzernen, schwarzen Reliquienschreine, die für die neue Kirche bestimmt waren, mit Messing beschlagen zu lassen.[13]

Am 19. Juli besorgte er eine Kopie des Protokolls von P. Karl Troger über die Graböffnung des Abtes Adelhelm.[14] Am 3. September war er als Grosskellner bei der Revision der Urner Marchen zugegen.[15] In den Jahren 1727 und 1728 schrieb er die ganze Jochpassgeschichte mit Nidwalden in 45 Artikeln für das Archiv ab unter dem Titel "Replica gegen Nidwalden".[16]Am 19. Februar 1927 wurde er zum Präses Rosenkranzbruderschaft und zum Direktoristen ernannt.[17] Am 31. Mai 1743 wurde er Kanzleidirektor, Archivar (nach dem Tod Straumeyers), Vestiar und Brüderinstruktor.[18] 1747 sollte er als Pfarrer und Ökonom nach Sins gehen. Die Verfügung wurde aber rückgängig gemacht, da er wegen des Verlustes der Zähne beim Predigen sehr behindert war.[19] Am 15. März 1748 wurde er Subprior,[20] 1749 erfolgte seine Ernennung zum Prior (12. Nov.) und zum Fratresinstruktor und Verwalter der Apotheke.[21] Am 2. September 1745 war er beim feierlichen Empfang des päpstlichen Legaten Philippo Accioli beteiligt, der zur September 1745 eingeladen war.[22]

Tragisch war der Tod des viel verdienten Mitbruders. Am 4. November 1754, an seinem Namenstag, hatte er in Engelberg das Hochamt gehalten, das erste mit feierlichem Figuralgesang, wie eigens bemerkt wird. Dann ging er mit P. Augustin Heinrich nach Stans zur Versammlung der Karlsbruderschaft, der das Kloster angeschlossen war. Anderntags speiste er in der "Krone", wo die Geistlichen abzusteigen pflegten. Dort wurde er vom Schlag gerührt, empfing die Sterbesakramente und verschied vier Tage später nach langem Todeskampf. Die Leiche wurde ins Kloster überführt. P. Karl starb in Gegenwart von zwei Patres Kapuzinern und mehreren Weltgeistlichen.[23]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Straumeyer, Annales 6, StiArEbg cod. 226, S. 7.
  3. Heer, Aus der Vergangenheit, S. 274.
  4. Straumeyer, Consuetudines, StiArEbg cod. 202, S. 117.
  5. Mappe "Engel", 1731.
  6. Straumeyer, Annales 1, StiArEbg cod. 221, S. 17.
  7. StiArEbg cod. 33, S. 549.
  8. StiArEbg Rechnungsbuch 1717 ff.
  9. StiArEbg Acta Cap. I, S. 286.
  10. StiArEbg Rechnungsbuch Crivelli, 16. Februar 1744.
  11. Straumeyer, Descriptiones, StiArEbg cod. 200, S. 107, 3. September 1737.
  12. Dies kostete 20 gld., StiArEbg cod. 303, Rechnungsbuch.
  13. Am 5. April 1740.
  14. Stückelberger, Reliquiengeschichte I, S. 169.
  15. Straumeyer, Annales 7, StiArEbg cod. 227, S. 542.
  16. Odermatt, Collectanea Bd. 2, StiArEbg cod. 211, S. 760-183.
  17. Straumeyer, Consuetudines, StiArEbg cod. 202, S. 117.
  18. StiArEbg Acta Cap. II, S. 221.
  19. StiArEbg Acta Cap. III, S. 61.
  20. StiArEbg Acta Cap. III, S. 91.
  21. StiArEbg Acta Cap. III, S. 210.
  22. Festgabe Angelo Montana, S. 348.
  23. StiArEbg Acta Cap. X, S. 13, Rot. par. 1750, S. 52.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 124.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.