Kandidus Rechsteiner

Aus Kloster-Engelberg
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Kandidus (Alois) Rechsteiner (* 6. Mai 1911 in Haslen; † 21. Oktober 1967 in Luzern)

Lebensdaten

Profess: 13. November 1932

Ämter

Mitarbeiter in der Druckerei: 1932–1936

Schneider: 1936–1967

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Albert Josef Rechsteiner und der Maria Magdalena Brülisauer.

Lebensbeschreibung[1]

Br. Kandidus kam am 6. Mai 1911 als drittes von acht überlebenden Geschwistern auf der Liegenschaft Mittelholz in Haslen, Appenzell Innerrhoden, zur Welt.

1932 legte er Profess im Kloster Engelberg ab. Die ersten Klosterjahre verbrachte er im Haus- und Küchendienst. Dann arbeitete er vier Jahre in der Druckerei. Von 1932 bis 1936 hat er also auch manche Zeile für die Titlisgrüsse gesetzt. 1936 wechselte er in die Schneiderei und versah dort die nie ausgehende Arbeit bis an sein Lebensende. P. Subprior Hesso, Vestiar des Klosters, charakterisierte Br. Kandidus' Tätigkeit folgendermassen:

„Sein Schaffen war geschickt, ergiebig und ausdauernd. Ungezählte Kutte und andere Kleidungsstücke fertigte er neu und erledigte prompt noch ungezähltere Flickarbeiten, für das eigene Kloster und aushilfsweise auch für Mariastein und andere Mitbrüder. Seine besondere Liebe galt den Paramenten. Im Aufrüsten der Altäre für Karwoche, Advent, Marien- und Herz-Jesu-Feiern, entfaltete sich sein Geschick und sein frommer Sinn. Zudem leiste er auch Aushilfe in der Krankenpflege und war Postbote im Kloster. Zum Krankendienst brachte Br. Kandidus vor allem das Verstehen aus eigener Erfahrung mit. Schwere Krankheiten und ständige gesundheitliche Störungen waren sein Los. Dass er trotzdem ein erstaunliches Mass an Arbeit leisten und das klösterliche Gemeinschaftsleben vorbildlich mitmachen konnte, war nur möglich dank straffer Selbstdisziplin, Mässigkeit und Regelmässigkeit und auf der Grundlage eines tiefen und opferbereiten Glaubenslebens."

Im Sommer 1967 war er bereits ein schwerkranker Mann. Am Samstag, den 21. Oktober 1967, kam aus dem Spital St. Anna in Luzern die Todesnachricht. Er starb im Alter von 57 Jahren. Sein Lieblingsspruch lautete: "Je älter ich werde, umso grösser wird Gott." Auffallend an Br. Kandidus war in den letzten Jahren die Freude an der Natur. Noch an seinem letzten Tag in Engelberg bat er darum, den Vorhang zu ziehen und das Fenster zu öffnen, damit er vom Bett aus nochmals die Schönheit und den Reichtum der Bergwelt betrachten könne.

Professnummer

  • Nr. 765

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüssen 54, 1967/68, S. 15-16, übernommen.

Bibliographie

  • Nachruf von Br. Kandidus Rechsteiner in: Titlisgrüsse 54, 1967/68, S. 15-16.