Justus Straumeyer

Aus Kloster-Engelberg
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Justus (Jakob) Straumeyer (* 26. Juli 1671 in Altorf; † 15. Oktober 1717 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 29. September 1689

Priesterweihe: 24. September 1695

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1695–17?

Küchenmeister: 1695–1697

Unterpfarrer in Engelberg: ?–1703

Pfarrer in Engelberg: 1703–1704, 1709

Grosskellner: 1709–1717

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Johann Melchior Straumeyer und der A. Margaretha Murer.

Neffe: P. Ildephons Straumeyer

Lebensbeschreibung[1]

P. Justus stammte aus Altdorf, wo die Familie seit langem eingebürgert war. Er wurde den Eltern Johann Melchior Straumeyer und der A. Margaretha Murer am 26. Juli 1671 geboren und in der Landeskirche St. Martin in Altdorf auf den Namen Johann Jakob getauft. Die Firmung erhielt er durch den bischöflichen Kommissar am 1. Juli 1689. Das Zeugnis ist durch den Pfarrer Johann Caspar Stadler ausgestellt[2]

Über die Studien Johann Jakobs sind keine sicheren Belege vorhanden, weil die Rechnungsbücher damals die Namen der Schüler nicht einzeln aufführten. Er scheint aber erst die Lateinschule in Altdorf besucht zu haben, die einen guten Ruf genoss. Er trat mit 16 Jahren ins Noviziat ein und legte am 29. September 1689 die Profess ab. Die Philosophie und Theologie absolvierte er im Kloster. Die Weihe des Subdiakonates erhielt er am 20. Dezember 1692 durch den Nuntius Marcello d'Aste in dessen Hauskapelle in Luzern, die des Diakonates am 6. März 1694 durch denselben Nuntius. Die Priesterweihe erhielt er am 24. September 1695 durch den Nuntius Michelangelo de Conti in seiner Hauskapelle. Die Primiz folgte am 9. Oktober 1695.

P. Justus war in den ersten Klosterjahren Küchenmeister und Lehrer der Philosophie und Theologie. Darauf weist ein Werk hin, das er am 13. Mai 1704 gemäss Rechnung vom Buchhändler Johann Ludwig König in Basel um 48 Gulden erwarb: die vierhändige Theologia des Paul Metzger in Salzburg.[3] Zeitweise war er in der Pfarrei Engelberg tätig, zunächst als Unterpfarrer, dann von 1703 bis 1704, und wieder 1709 für einige Monate als Pfarrer.[4] Als Pfarrer liess er 1709 die erste Volkszählung in Engelberg durchführen, die einen Bestand von 678 Seelen ergab, das Kloster nicht eingerechnet. Am 9. Januar 1713 versprach er dem ehemaligen Pfister des Klosters, Johann Infanger, die Klosterwirtschaft zu übergeben.[5] 1709 war er nämlich Grosskellner geworden und blieb es bis zu seinem Tod.

Im Jahr des "Zwölferkrieges" schrieb er ein Tagebuch unter dem Titel "Kriegskosten", beginnend mit dem 14. April 1712.[6] Er war auch bei der Kopie der Tschudi-Handschriften beteiligt, wie sein Eintrag in der Stiftsbibliothek Cod. 189, S435-569 zeigt: "Haec absolvi ego scribendo vel describendo anno 1707, 23. Febr. in vigilia S. Matthiae Apost. post Matutinum circa horam secundam de nocte, volante calamo, Fr. Justus Straumeyer11. P. Justus starb am 15. Oktober 1717 an den Folgen einer schmerzhaften Krankheit. Er war der Onkel von P. Ildephons Straumeyer. Dieser wollte ihn aber nicht über Gebühr loben, um nicht in Versuchung zu kommen, mehr aus Liebe zur Verwandtschaft als zur Wahrheit zu schreiben. P. Justus sei allgemein sehr beliebt gewesen wegen seiner Freundlichkeit und zwar bei den Mitbrüdern wie bei den Talleuten.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Urner Neujahrsblatt 18, 1912, S. 39.
  3. Rb. König in Mappe 1794-1724, das Werk: Augsburg 1695. In der Stiftsbibliothek (D 32) steht noch eine spätere Ausgabe Metzgers von 1719, die durch Abt Gerold Zurlauben von Rheinau nach Engelberg kam (StBiEbg D 32 a).
  4. Hess, Das geistliche Engelberg I, 1943, S. 27/28.
  5. Odermatt, Collectanea Bd. 2, StiArEbg cod. 211, S. 237.
  6. StiArEbg, dazu P. Bonaventura Egger, Engelberg im Kriegsjahr 1712. Sarnen 1913.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 120.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.