Josef Schlegel

Aus Kloster-Engelberg
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Josef (Martin) Schlegel (* 18. November 1634 in Arth; † 29. Dezember 1670 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 8. September 1655

Priesterweihe: 21. Dezember 1658

Ämter

Lehrer und Präfekt an der Stiftsschule: 1659–1670?

Subprior: 1670

Fratresinstruktor: 1670

Novizenmeister: 1670

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Werner Schlegel und Jakoba Brandenberg.

Paten: Oswald Weissenbach und Verena Annen.

Lebensbeschreibung[1]

Die Heimat der Schlegel ist das schwyzerische Arth, wo P. Josef am 18. November 1634 geboren und auf den Namen Martin getauft wurde. Seine Eltern waren Werner Schlegel und Jakoba Brandenberg, die Paten Oswald Weissenbach und Verena Annen. Das Taufzeugnis ist ausgestellt von Pfarrer Melchior Meyenberg am 31. August 1655, auf die Profess bin. Der Vater muss schon früh gestorben sein, da 1641, als Martin Schlegel erstmals nach Engelberg kam, sein Vormund Kirchmeier Sebastian Feldlin aus Arth mit dem Kloster verhandelte. Zunächst ging es um das Erbe des verstorbenen Hans Josef Eichholzer, der unter Abt Plazidus Knüttel Kammerdiener war. Die Studien scheint Fr. Josef im Kloster absolviert zu haben, da er anderswo nicht vermerkt ist. Am 8. September 1655 legte er in Engelberg die Profess ab und erhielt den Namen Josef. Auch die Ausbildung in Philosophie und Theologie erhielt er im Kloster. Die Weihe zum Subdiakon erteilte ihm Bischof und Propst Jodok Knab in der Kirche im Hof zu Luzern, gleichzeitig weihte er P. Anselm von Atzigen zum Priester. Bischof Knab spendete ihm auch am 23. Dezember 1656 den Diakonat. Nuntius Federico Borromeo weihte ihn in der Jesuitenkirche am 21. Dezember 1658 zum Priester.

P. Josef war nur ein kurzes Klosterleben beschieden. Er stand allgemein in bestem Ansehen und wird gelegentlich als "doctissimus" bezeichnet, als hochgelehrt, obschon er keine höheren Schulen besucht hatte. Wie es scheint, kam er gleich zu Beginn seiner Tätigkeit als Lehrer oder gar als Präfekt und Leiter an die Klosterschule. Bereits am 28. August 1659 stand er in Verhandlungen wegen des Schülers Franz Schmidig von Schwyz, für den sein Landsmann Franz Heller auftrat. Heller brachten junge Schmidig noch 1659 an die Schule. Am 6. Juni 1663 vermittelt P. Josef P. Gregor Fleischlin, Pfarrer in Sins, das Werk "Tetralgoia mystica".[2] In der Bibliothek Engelberg findet sich sein Name zweimal, beispielsweise als "Martinus Schlegel Suitensis" in dem Band (I. 166) Prosodia Henrici Suetonii, Genevae, Jac Stoer, 1633. Der Band gehörte vorher einem Franz Pfiffer sowie dem Solothurner Johann Franz Vigier.[3] Am 15. November 1670 wurde P. Josef als Nachfolger von P. Karl Troger, der nach Sins versetzt wurde, zum Subprior bestimmt und zum Fratresinstruktor und Novizenmeister ernannt.[4] In dieser Stellung starb am 29. Dezember 1670.[5]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Delaminetz, Raphale O.Pr.: Tetralgoia mystica, Aschaffenburg 1663, vgl. Rechnungs­buch Sins, 1663 ff.
  3. P. Gall Heer notierte im Professbuch den Zusatz "Impigri ac seduli adolescentis Solodorensis 1647", der Vermerk im Buch lautet "Sum ex libris Joan. Frano. D. Vigier, Solod. 1637".
  4. Sins, Rechnungsbuch der Pfarrei, [1670].
  5. Rot. par. unter diesem Datum.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 114.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.