Josef Kälin

Aus Kloster-Engelberg
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Josef (Markus) Kälin (* 22. Juni 1692 in Einsiedeln; † 13. Dezember 1773 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 7. April 1709

Priesterweihe: 25. März 1716

Ämter

Pfarrer in Engelberg: 1725–1728, 1743–1744

Küchenmeister: 1729

Kaplan in Auw: 1729–1730

Lehrer der Theologie: 1731–?

Subprior: 1744–1749

Bibliothekar: 1744–1749

Spiritual im Kloster St. Andreas: 1749–1773

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Dominik Kälin und der Katharina Nauer.

Paten: Markus Füchslin und Barbara Gössi.

Lebensbeschreibung[1]

Die Heimat von P. Josef war Einsiedeln, wo er am 22. Juni 1692 den Eltern Dominik Kälin und Katharina Nauer geboren wurde und den Taufnamen Markus erhielt. Taufpaten waren Markus Füchslin und Barbara Gössi. Der Taufschein ist ausgestellt von P. Magnus Han (Hahn) aus dem Kloster Einsiedeln, der aber erst 1706 Pfarrer wurde. Die Mutter muss früh gestorben sein. Denn am 29. Januar 1722 wird neben Dominik Kälin als Gattin seine Frau M. Charitosa Oechslin genannt. Sie bezahlen, oder versprechen doch, an die Aussteuer des P. Joseph 2000 gld zu zahlen [2] Wo Kälin seine Studien absolvierte, ist unklar. Es ist aber anzunehmen, dass er die Klosterschule in Engelberg bis zu den Weihen besuchte. 1708 trat er ins Noviziat und legte am 7. April 1709 die Profess ab. Den Subdiakonat erhielt er am 2. September 1714 durch Bischof Ulrich Federspiel von Chur in dessen Hofkapelle, den Diakonat am 21. Dezember 1715 durch den Nuntius Giacomo Caracciolo in der Pfarrkirche in Altdorf und den Presbyterat am 25. März 1716, ebenfalls in Altdorf (mit Dispens, da er das kanonische Alter noch nicht erreicht hatte). Es war die Zeit, da die Nuntien wegen der politischen Wirren ihren Sitz von Luzern nach Altdorf verlegten.

1720 begleitete P. Joseph seinen Abt Joachim Albini zur Äbte­konferenz nach Einsiedeln.[3] Die Aussteuer wurde ihm in Raten bezahlt. Am 20. Juli 1718: "Von Hr. Dominico Kälin an seines Sohnes P. Josephi Aussteuer empfangen 200 gld."[4] Eine weitere Zahlung erfolgte am am 6. März 1719 (200 gld.) und wieder am 6. Juni 1720: "Redux a Congregatione in Eremo (bei der Rückkehr von Einsiedeln) accepi a D. Dominico Kälin an Aussteuer 100 gld." Am 15. Januar 1721 wieder 200 gld.[5] Am 29. Januar 1722 wieder 200 gld. und am 8. März 1719 erhielt er, obwohl er schon 1716 primiziert hatte, von den Eltern einen Kelch, Messgewand und Albe. Dafür erhielt der Überbringer als Trinkgeld 2 gld. 10.[6] Die Aussteuer liess aber auf Bezahlung warten. Denn noch am 1. Januar 1746 findet sich der Eintrag: "Durch Herrn P. Ulrich Zingg an die Zinsen von P. Josephi Aussteuer 30 gld".[7] Seinen Eltern wurde schon 1720 die Ehre zuteil, in die Gemeinschaft der guten Werke des Klosters aufgenommen zu werden (communicatio, bonorum operum). Sie müssen also mit dem Kloster in einem besonders guten Verhältnis gestanden haben.

Am 19. März 1725 ernannte Abt Maurus Rinderli den P. Joseph zum Pfarrer von Engelberg. Er blieb bis 1728 in diesem Amt und war dann von 1743 bis 1744 nochmals in der Pfarrei tätig.[8] Zur Zeit des Klosterbrandes 1729 war er Küchenmeister und Presbyter assistens beim Pontifikalamt.[9] Am Tag nach dem Brand wurde er vom Abt nach Einsiedeln gesandt, da seine Stiefmutter krank war und man befürchtete, dass von versprochenen Schenkungen, die sie über die Aussteuer gemacht hatte, nichts ans Kloster komme, vor allem die Messparamenter.[10] Nach der Wahl des Abtes Emanuel Crivelli, der während der Bauzeit des neuen Klosters mit den vier Fratres in Muri Aufnahme gefunden hatte, wird P. Josef sein Nachfolger als Lehrer der Theologie und kehrt erst am 20. Okt. 1733 von Muri zurück[11] Im Taufbuch, in dem er als Pfarrer von Engelberg die ersten Einträge machte,[12] erwähnte P. Josef, dieser sei sein Professor der Rhetorik und der Theologie gewesen. Der Hinweis darauf, dass Abt Rinderli noch sein Lehrer gewesen sei, ist übrigens die einzige Bemerkung über seine Studien.

In Muri gefiel es P. Josef nicht besonders gut, es zog ihn mehr "ad montes", zurück in die Berge.[13] Von P. Josef existiert eine kurze Notiz, dass er am 10. Oktober 1729 mit P. Bene­dikt Deuring nach Solothurn geschickt wurde, "die Theses zu defendieren. Haben vertan 25 gld. 7s. Pro Thesibus 8 Louis d'Or 75 gld. Den Defensoribus hono­rarium 4 gld. 27s." Sie waren am 7. Oktober 1729 nach Solothurn gereist und kehrten am 10. Oktober wieder zurück. Diese Angaben lassen darauf schliessen, dass beide einen Teil der Studien am Gymnasium Solothurn bei den dortigen Jesuiten gemacht haben, sonst wäre nicht anzunehmen, dass sie als völlig Unbekannte zur Disputation eingeladen worden wären. Die erwähnten Thesenblätter sind leider nicht mehr erhalten.[14]

P. Jospef war für kurze Zeit, vom 3. Juli 1729 bis am 30. April 1730, Kaplan in Abtwil, 1744 wurde er Subprior und blieb es auch als Pfarrer und Bibliothekar.[15] Am 7. September 1736 war er zudem noch zweiter Chordirektor geworden.[16] 1749 erfolgte seine Ernennung zum Spiritual der Klosterfrauen in Sarnen.[17] Hier starb er um Mitternacht vom 12. auf den 13. Oktober 1773, zu Beginn der Matutin, die er selten, selbst während seiner Krankheit, versäumte. Er war seit 25 Jahren Senior des Klosters und Jubilar gewesen. Er wird als Liebhaber der Armut geschildert, der mit dem Einfachsten zufrieden war. Er strebte nach Abtötung, übte fast fortwährendes Fasten und begnügte sich in der Regel bei Tisch nur mit Gemüse. Er liebte die Ämter nicht, die ihn zusehr mit der Welt in Berührung brachten und der Stabilität widersprachen. Er litt besonders unter der Last des Alters von über 83 Jahren und hatte oft heftige Schmerzen. Er bereitete sich aber durch viel Gebet auf den Tod vor.[18]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. StiArEbg Rb 1717, 29. Januar 1722.
  3. Studien und Mitteilungen 36, 1915, S. 245.
  4. StiArEbg Rb 1717, 20. Juli 1718.
  5. StiArEbg Rb 1717, 15. Januar 1721.
  6. Rechnungsbuch 1717, Datum. Dazu Hess, Goldschmiedearbeiten S. 13, Messgewand mit gesticktem Wappen.
  7. Rechnungsbuch des Abtes Plazidus Knüttel, cod. 34/31.
  8. Vgl. StiArEbg Korresp. Rinderli.
  9. Acta Cap. IX und Straumeyer, Consuetudines, StiArEbg cod. 202, S. 117.
  10. Acta Cap. I, 41.
  11. Acta Cap. I, 222.
  12. Taufbuch 1692 ff. S. 143 unter Abt Rinderli, am 25. Juli 1724.
  13. Brief von P. Benedikt Deuring vom 5. Oktober 1732.
  14. Fiala, Geschichtliches über die Schule von Solothurn, 1875.
  15. Acta Cap. II, 267.
  16. Acta Cap. I, 349.
  17. Acta Cap. II, 328.
  18. Acta Cap. 413 ff.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 123.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.