Josef Buosinger

Aus Kloster-Engelberg
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Josef (Jakob) Buosinger (* 19. April 1766 in Stans; † 23. Dezember 1831 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 22. Mai 1785

Priesterweihe: 6. Juni 1789

Primiz: 21. Juni 1789

Ämter

Kapellmeister: 1791–?

Präzeptor: 1792–1798

Präfekt: 1798–1808?

Novizenmeister: 1798–18?

Prior: 1803–1831

Katechet in Engelberg: 1807–18?

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Viktor M. Buosinger, Landammann und M. Theresia Buosinger.

Paten: Jakob Joseph Hegglin und M. Elisabeth Buosinger.

Firmpate: Jakob Joseph Lussy.

Lebensbeschreibung[1]

Die Familie Buosinger war in Stans heimatberechtigt. Hier wurde er den Eltern Landammann Viktor M. Buosinger und M. Theresia Buosinger geboren und erhielt in der Taufe den Namen Jakob Joseph Alois Angelus. Der Vater war Arzt und 1764 Landfähnrich, 1782 Statthalter und 1783 Landammann von Nidwalden.[2] Die Paten waren Jakob Joseph Hegglin und M. Elisabeth Buosinger. Sein Geburtsdatum war der 19. April 1766. Die Firmung spendete ihm am 5. September 1768 der Konstanzer Weihbischof und Generalvikar Augustin Johann Nepomuk von Hornstein, Pate war Jakob Joseph Lussy. Das Zeugnis ist in Stans ausgestellt und datiert vom 29. September 1768.[3] Es trägt die Unterschrift des Franz Remigi Durrer, Protonotars und Pfarrers.

Der Landammannssohn stellte sich am 22. Mai 1784 dem Kapitel vor und bat um Aufnahme ins Noviziat. Er wurde als vielversprechender Kandidat bezeichnet, wissenschaftlich gut begabt und auch ein guter Musiker. Beim Tischlesen hatte er Mühe, da er eine sehr rauhe Stimme hatte. Er wurde aber angenommen und konnte am 22. Mai 1785 die Profess als Fr. Joseph ablegen.[4] Nach der Befragung von 1798 durch die helvetische Kommission hatte er die Studien der Inferiora und der Superiora in Engelberg gemacht.[5] Am 22. Mai 1785 bezahlte der Vater als Aussteuer und für das Noviziat 600 gld.[6] Am 29. Juni 1788 erhielt er durch den Nuntius Giuseppe Vinci den Subdiakonat in dessen Hauskapelle in Luzern, am 8. September 1788 den Diakonat. Die Priesterweihe mit Alterdispens erteilte ihm am 6. Juni 1789 Bischof Bernhard Emanuel von Lenzburg in der Kirche der Unbefleckten Empfängnis in Freiburg. Am 21. Juni 1789 feierte er die Primiz in Gegenwart von drei Landammännern. Man betrachtete das als gutes Zeichen für ein friedliches Einvernehmen mit Nidwalden. Die Primizpredigt hielt der Bruder des Primizianten, Kaplan Buosinger in Stans, der spätere Anhänger der Helvetik und helvetischer Archivar in Aarau.

Am 23. August 1810 erhielt er das Diplom als Apostolischer Notar durch den Nuntius Fabrizio Sceberras Testaferrata.[7] Noch im Primizjahr, am 31. Oktober 1889 wurde er Gehilfe des Präzeptors,[8] am 29. Oktober 1791 war er zweiter Präzeptor und Kapellmeister,[9] sowie Violinlehrer der Studenten. Am 26. Oktober 1792 übernahm er das Amt des Präzeptors für den erkrankten P. Leodegar Herzog.[10] Am 1. Februar 1794 wurde er Muttergotteskustos, am 22. Oktober 1798 war er noch Präzeptor der Schule.[11] Das helvetische Klostergesetz von 1798 legte u. a. fest, dass nicht nur die Pfarreien, sondern auch die Klosterschulen unter die Lupe genommen wurden. Philipp Albert Stapfer, Bildungsminister im Direktorium, liess 1799 allen Schulen Fragebögen zukommen. Für die Klosterschule Engelberg antwortete der Schulleiter P. Josef Businger mit Auskünften über den Stundenplan: zweimal täglich Vokal- und Instrumentalunterricht, Latein, Rechnen, Geographie, Geschichte und Kalligraphie. Die französische Sprache wurde als Freifach unterrichtet. Der Religionsunterricht fand zweimal die Woche statt. 1799 waren insgesamt neun Schüler im Kloster. Businger unterliess es nicht zu betonen, dass die Schüler ausgebildet würden, "um der Religion und dem Staat nützlich zu werden" und "um den Wünschen der Eltern zu entsprechen". Mit dem Kloster stünden die Schüler in keinem engeren Verhältnis und sie könnten von den Eltern jederzeit während des Schuljahres nach Hause geholt werden. Der Internatspreis sei gering. Damit wollte er wohl dem Vorwurf, eine Schule für den klösterlichen Nachwuchs zu sein, vorbeugen. Entsprechend rechtfertigte er die schwarzen Schülerkutten mit einem Nützlichkeitsargument, dass nämlich diese quasi klösterliche Bekleidung den Eltern grössere Unkosten erspare. P. Josef war als Schulleiter also bemüht, die Schule als losgelöst vom Kloster darzustellen.[12] Von 1803 bis 1831 war er Prior des Klosters.[13] Bei der Abtswahl, von 1822, nach dem Tod von Abt Karl Stadler, unterschrieb er als Prior und Novizenmeister. Von 1798 bis zu seiner Ernennung zum Prior im Jahr 1803 war er Präfekt und Novizenmeister. Bei der grossen Mutation durch Abt Karl Stadler im Jahr 1807 übernahm er die Katechesen der grösseren Kinder der Pfarrei und ist "neben mir" wie Abt Karl sagt, Schulpräfekt und Instruktor "in cheli", d.h. Violinlehrer. P. Josef starb als Prior am 23. Dezember 1831.

Professnummer

  • Nr. 580

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Vgl. Beiträge zur Geschichte Nidwaldens 6, 1891, S. 52 f.
  3. Das Datum scheint verschrieben.
  4. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 428.
  5. StiArEbg cod. 278, S. 84.
  6. StiArEbg cod. 40.
  7. Über die Priesterweihe vgl. StiArEbg Korrespondenz Zurlauben, Zug Mappe III.
  8. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 453.
  9. Ibidem, S. 459.
  10. Ibidem, S. 511.
  11. StiArEbg cod. 278, S. 72.
  12. De Kegel, Die Abtei Engelberg im Spannungsfeld helvetischer Klosterpolitik 1798–1803, in: Germania Monastica, Festschrift für P. U. Faust OSB, 2015, S. 438.
  13. StiArEbg cod. 280, S. 102.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 137, Nr. 580.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.

Weitere Informationen zum Leben von P. Josef Buosinger, insbesondere seiner Verwandtschaft, unter StiArEbg, Manuskript Br. Meinrad Haberl.