Johannes Schütt

Aus Kloster-Engelberg
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Johannes Schütt (* unbekannt; † 2. September kurz nach 1491 in Engelberg)

Ämter

Pfarrer von Küssnacht: 1490–?

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Ruedi Schütter und der Elsa.

Bruder: Hans Schütter, Pfarrer in Bürglen (Uri).

Lebensbeschreibung[1]

Die Familie von P. Johannes Schütt (auch Schütt, Schytt, Schütter) stammt von Küssnacht, wo sie im Jahrzeitbuch enthalten ist. Ein Magister Hans Schütter, Pfarrer in Bürglen (Uri), erhielt an der Landsgemeinde von 1481 zusammen mit seinem gleichnamigen Bruder das Landrecht von Uri. P. Gall Heer vermutete, dass P. Johannes dieser Bruder war. Im Jahrzeitbuch der Franziskaner in Luzern werden seine Eltern, Ruedi und Elsa Schütter, genannt.[2] Die Familie war in Küssnacht sehr angesehen und stellte mehrere Ammänner, erneuerte aber immer wieder das Landrecht in Uri.[3] Über Jugend und Studienzeit von P. Johannes ist nichts bekannt. Er wird erstmals 1489 erwähnt als Zeuge bei der Abtswahl des Nikolaus Gratis neben P. Johann Ethon, dem damaligen Pfarrer von Engelberg.[4] 1490 wird er dem Bischof von Konstanz als Pfarrer von Küssnacht präsentiert. 1491 habe sich ein Frühmesser Johannes der Injurienanklage vor dem Bischof durch Flucht entzogen. In der Festschrift zur Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde dieser Frühmesser Johannes mit dem Leutpriester Johannes Schütt gleichgesetzt.[5] P. Gall Heer und P. Urban Hodel vermuteten hier jedoch eine Verwechslung, auch deshalb, weil die Habschaft des angeklagten Johannes mit Arrest belegt wurde, was bei einem Mönch unwahrscheinlich schien. P. Urban Hodel meinte, es könnte sich beim Angeklagten um den Kaplan Johannes auf der Mur handeln.[6] Die Angelegenheit bleibt jedoch letztlich unklar. P. Johannes Schütt gehörte als Pfarrer von Küssnacht auch dem Waldstätter Kapitel an. Die Zugehörigkeit zu diesem Kapitel, das auf Sittlichkeit höchsten Wert legte, hinderte ihn nicht, sich in einen Skandal mit einer Tochter zu verwickeln, der ihn 1499 vor Gericht brachte.[7] Im Nekrolog III ist sein Todestag am 2. September eingetragen: "her hansen schizze waz hie ein conventher und lütpriester ze küssnacht."[8]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Geschichtsfreund 13, 1857, S. 14.
  3. Urner Neujahrsblatt 18, 1912, S. 62.
  4. StiArEbg Wahlakten 1489, 6. November 1489.
  5. Wyrsch, Franz: Pfarrkirche St. Peter und Paul Küssnacht am Rigi, Festschrift 1965, S. 34.
  6. Geschichtsfreund 24, 1869, S. 99.
  7. Odermatt, Collectanea Bd. 2, StiArEbg cod. 211, S. 864.
  8. StiBiEbg cod. 11, f. 32r.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 91.
  • StiArEbg Professbucheinträge nach P. Gall Heer.