Johannes Giger

Aus Kloster-Engelberg
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Johannes Giger (* von Merenschwand AG; † nach 1587)

Lebensbeschreibung[1]

P. Johannes wurde erst im Sommer 1584 zum Diakon geweiht. Am 8. Juni 1584 hiess es: "Giger ist mehrmalen aus dem kloster weggegangen." Der Nuntius mahnte ihn, wieder zurückzukehren.[2] Schon auf dem Tag von 1584, am 17. April, sprachen die Kastvögte davon, man solle sich überlegen, was mit Giger geschehen solle.[3] "Her Hans Giger halb, diewil er zuevor us dem gotzhus verwisen, solle darby bliben und er da niemermeer geduldet werden."[4] Vor allem verlangte Schwyz seine Ausweisung aus dem Kloster, wo ihn der Abt offenbar längere Zeit duldete. Er soll im Land herumgestrichen sein, weshalb sich die Orte an Konstanz wandten. So geben die Akten der Visitation von 1586 über P. Johannes Aufschluss.[5] Er ist unter Lauerz aufgeführt und hier aus Versehen als "Johannes Gierr" bezeichnet. Es handelt sich indes eindeutig um P. Johannes Giger. Das Protokoll sagt über ihn: Er stamme von Merenschwand AG, sei Kaplan in Arth, von ehelicher Abkunft und Mönch des Klosters Engelberg. Er sei aus dem Kloster weggegangen, weil er Streit mit den Talleuten hatte. Er wolle aber wieder ins Kloster zurückkehren. Er sei kein Konkubinarier. Er sei nicht besonders gelehrt, aber ein guter Mensch. Diesem Bericht des Visitators ist eine Aufforderung von Statthalter und Räten der Stadt Konstanz vom 20. November 1586 beigefügt (an den Abt von Engelberg, Jakob Suter, der aber bereits am 9. November der Pest erlegen war). Sie forderten das Kloster auf, P. Johannes Geiger (Giger) wieder aufzunehmen und gebührend bestrafen zu wollen. Er habe sich wegen "etlicher nit criminaln, sondern anderer excessen halber, so mee euch als dem Ordinario zu strafen gepüren" verfehlt.[6] 1587 schrieben die Schwyzer, der Nuntius wolle ihn wieder im Kloster haben. Er kehrte tatsächlich heim, aber die Mitbrüder hatten ihn "nit wohl empfangen". Es scheint aber, dass Giger endgültig fortgegangen war. So ist auch der Todestag nicht bekannt.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Collectanea Tanner 2 (1500-1600), StiArEbg cod. 282, S. 322.
  3. Collectanea Tanner 2 (1500-1600), StiArEbg cod. 282, S. 302.
  4. Collectanea Tanner 2 (1500-1600), StiArEbg cod. 282, S. 302.
  5. Vasella, Das Visitationsprotokoll über den Schweiz. Klerus des Bistums Konstanz von 1586, Bern 1963, S. 127.
  6. Gen. Landesarchiv Karlsruhe Abt. 67, Bd. 547, N 1.32 rv.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 101.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.