Johannes Cerdonis

Aus Kloster-Engelberg
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Johannes Cerdonis (* unbekannt; † nach 1491 in Engelberg)

Lebensbeschreibung

Johannes Cerdonis monastische Laufbahn begann im Benediktinerkloster Petersberg bei Fulda, das der dortigen Reichsabtei Fulda unterstellt war. Er wirkte als Subdiakon und Diakon. Ohne Erlaubnis seiner Oberen verliess er sein Heimatkloster und zog ins Bistum Speyer. Dort war er in der Seelsorge als Kaplan und danach als Pfarrer tätig. Später führte ihn der Weg nach Engelberg. Wann genau ist unbekannt. Jedenfalls entliess ihn Abt Ulrich Stalder als monasterii nostri monachum professum et presbiterem mit einem auf den 7. Juli 1482 datierten Empfehlungsschreiben für auswärtige Seelsorgetätigkeiten, weil das Kloster derart verarmt sei, dass es nicht mehr alle Mönche habe unterhalten können.[1] Cerdonis scheint dann – vielleicht als Spiritual – im thüringischen Zisterzienserinnenkloster Allendorf gewirkt zu haben. Im dortigen Archiv ist das Empfehlungsschreiben des Engelberger Abtes nämlich überliefert.[2] Weil Allendorf rechtlich der Reichsabtei Fulda – indirekt Cerdonis’ Heimatkloster also – unterstellt war, muss der Aufenthalt in Cerdonis früherem Kloster bekannt geworden sein. Für das Kloster Petersberg war er immer noch ein Apostat (Klosterflüchtling). Um die Sache definitiv in Ordnung zu bringen, supplizierte er bei der römischen Pönitentiarie mit der Bitte um definitiven und rechtsgültigen Übertritt ins Kloster Engelberg. Der Bitte wurde am 9. Oktober 1491 von der Kurie entsprochen und entschieden, dass Johannes Cerdonis "im besagten Kloster Engelberg verbleiben und dort wirken könne".[3] Sein Todesdatum ist unbekannt.

Einzelnachweise

  1. Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Meiningen, Bestand Kloster Allendorf/Urkunden Nr. 427.
  2. Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Meiningen, Bestand Kloster Allendorf/Urkunden Nr. 427.
  3. Schmugge, Repertorium Poenitentiariae Germanicum, Bd. VII, Nr. 2309: „… quodque in dicto mon. Montis Angelorum remanere ac ministrare valeat“; vgl. auch Goetschi, Klosterflucht und Bittgang, S. 451f.

Bibliographie

  • Goetschi, Milena Svec: Klosterflucht und Bittgang. Apostasie und monastische Mobilität im 15. Jahrhundert (Zürcher Beiträge zur Geschichtswissenschaft 7), Köln 2015.
  • Schmugge, Ludwig: Repertorium Poenitentiariae Germanicum, Bd. VII (1484-1492), Tübingen 2008.