Jodok Walcher

Aus Kloster-Engelberg
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Jodok Walcher (* unbekannt in Engelberg; † 26. April nach 1451 und vor 1491 in Engelberg)

Ämter

Pfarrer von Küssnacht: bis 1449

Pfarrer von Engelberg: 1449

Propst: 1450

Lebensbeschreibung[1]

Die Familie ist urnerischer Herkunft. Sie starb aber dort aus. Dafür wanderte ein Zweig aus dem Wallis nach Gurtnellen und Silenen aus. Damit dürfte der Name Jodok-Jost zu erklären sein. Denn der heilige Theodor von Sitten lebte im Wallis unter verschiedenen Namensformen weiter.[2] In die Öffentlichkeit traten die Walker gegen Ende des 10. Jahrhunderts. So mit Lieutenant Ueli des Rats und seinem Sohn Adam.[3] Die Geburt von P. Jodok dürfte auf den Anfang des 15. Jahrhunderts anzusetzen sein. Erstmals begegnet er uns in einer Urkunde vom 24. Januar 1441, in welcher der Generalvikar des Bischofs Heinrich von Konstanz, Johannes von Platten, erklärt, dass "Jost Walcher" von seinem Abt Rudolf Kaufmann dem Bischof schriftlich als Pfarrer von Küssnacht vorgeschlagen wurde. Der Bischof, dem der so präsentierte Kandidat den Eid der Treue und des Gehorsams geleistet hatte, ersucht den Dekan von Luzern, ihn in seine Pfarrei einzuführen und ihn in sein Kapitel aufzunehmen. In Küssnacht wirkte P. Jodok bis 1449, da er zum Pfarrer von Engelberg ernannt wurde. In dieser Stellung war er gewisser­massen die rechte Hand seines Abtes Johann Ambühl. So erscheint er in einem Schiedsspruch von Schultheiss und Rat von Bern vom 3. Dezember 1450, wohl schon damals als Propst des Klosters. Der Abt hatten diesen Entscheid gewünscht in einer Auseinandersetzung zwischen dem Kloster und dessen ehemaligen Schaffner Rutschmann Ment von Goldiswil, der unter dem früheren Abt Johann Strin Klostergüter zu Schleuderpreisen verkauft hatte. In einem Verkaufsvertrag vom 15. Oktober 1453[4], in welcher der Abt Johann Ambühl dem Hans Müller, Alt Schultheiss von Baden, Güter und Zinsen in Spreitenbach übergibt, tritt P. Jodok mehrfach als "Herr Joss unser Propst" auf. Als Pfarrer von Engelberg ist er ausdrücklich beglaubigt in einem Predigtbuch[5], wo er in Ausübung seines Amtes als Beichtvater unterschreibt als "plebanus Montis Angelorum". Dass er sich gelegentlich auch literarisch betätigte, verraten die Homiliae in Quadragesima (Fastenpredigten), in denen Merkpunkte für Predigten auf Passions- und Palmsonntag sowie Mariae Verkündigung eingetragen sind, mit der Unterschrift "Confrater Jodocus Walchern".[6] Es scheint, dass diese Notizen nicht blosse Kopien aus anderen Werken sind, sondern eine selbständige Arbeit darstellen. Wie lange P. Jodok sein Amt als Propst ausübte, wird nirgends gesagt. Er starb an einem 26. April 1451.[7]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. HBLS 4, S. 372.
  3. Urner Neujahrsblatt 1910, S. 123.
  4. Collectanea Tanner 1 (1400-1500), StiArEbg cod. 281, S. 205.
  5. StiBiEbg cod. 331, f. 146r.
  6. StiBiEbg cod. 325 f. 98r.
  7. StiBiEbg cod. 11 f. 8r mit dem Vermerk: "nominus Jodocus presbyter et monachus superioris monasterii", Priester und Mönch des obern Klosters (im Gegensatz zum untern Kloster, dem Frauenkonvent).

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 84.
  • StiArEbg Professbucheinträge nach P. Gall Heer.