Joachim Keiser

Aus Kloster-Engelberg
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Grabplatte von P. Joachim Keiser.

Joachim (Georg) Keiser (* 18. Mai 1706 in Zug; † 22. November 1736 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 6. August 1724

Priesterweihe: 18. März 1731

Primiz: 8. April 1731

Ämter

Bibliothekar: 1733–1736

Unterpfarrer in Engelberg: 1735–1736

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Oswald und der Barbara Keiser.

Bruder: P. Viktorin (Martin) Keiser, OCap.

Paten: Johann Georg Landtwing und Elisabeth Keiser.

Firmpate: Michael Martin Müller.

Lebensbeschreibung[1]

Die Familie Keiser war in Zug heimatberechtigt. Dort wurde der Junge am 18. Mai 1706 den Eltern Oswald und Barbara Keiser geboren und auf den Namen Johann Georg getauft. Paten waren Johann Georg Landtwing und Elisabeth Keiser. Als Firmpate ist verzeichnet: Michael Martin Müller. Es fehlen aber die Angaben über den Spender und das Datum. Der Taufschein trägt die Unter­schrift des Apostolischen Protonotars Karl Josef Moos, Pfarrer und Dekan, und das Datum vom 23. November 1721. Sein Bruder Martin war Kapuziner und erhielt den Namen P. Viktorin. Er legte 1720 Profess ab und starb 1747 in Frauenfeld.[2]

Johann Georg machte seine Studien an der Klosterschule in Engelberg. 1722 zahlte sein Vater für ihn Tischgeld im Betrag von 67 gld. 1723 trat er in Engelberg ins Noviziat ein und legte am 6. August 1724 die Gelübde auf den Namen Joachim ab. 1729 bezahlte der Vater als Aussteuer 600 gld, unter Zuzug seines Tochtermannes Peter Oswald Bütler "Passimente". Am 12. September 1729 versprach er auch einen "anständig schönen Kelch", der aber erst 1737, nach dem Tod des P. Joachim, geliefert wurde.[3] Die Schwester des P. Joachim, Frau A. M. Bürler, versprach 100 Taler, eine schöne Albe und Gürtel.[4]

Fr. Joachim begann die Studien der Philosophie und Theologie in Engelberg. Zur Zeit des Brandes war Fr. Joachim 2. Custos und Akolyt. Als Abt Maurus Rinderli nach dem Brand die Fratres in andere Klöster schickte, kam er zur Fortsetzung der Studien nach Muri, wo er unter dem späteren Abt Emanuel Crivelli Theologie studierte. Am 18. März 1731 wurde er zum Priester geweiht, am 8. April 1731 feierte er in Muri seine Primiz, in gewohnter Feierlichkeit in der Klosterkirche, wie der Annalist von Muri, P. Leodegar Mayer, berichtet.[5] Von hier aus konnte er 1732 mit P. Meinrad von Flüe aus Muri zur Erhebung der Reliquien von Br. Klaus nach Sachseln pilgern.

1733 kehrte P. Joachim mit den übrigen Fratres nach Engelberg zurück und wurde zum Bibliothekar ernannt. 1735 war er Unterpfarrer in Engelberg, wurde dazu am 24. April 1736 Subkapellmeister, blieb aber Bibliothekar. Am 22. November 1736, dem Tag der heiligen Cäcilia, die schon damals als Patronin der Musik in hohen Ehren stand, starb er auf dem sogenannten "Lusthügel" oberhalb des Klosters an einer Darmverletzung. Er war ermüdet, trank in der Hitze Most und sauren Zürichwein, wie Straumeyer malitiös ver­merkt, der auf den Zürichwein aus Küsnacht schlecht zu sprechen war. Er zog sich eine heftige Kolik zu und erlag der Krankheit am gleichen Tag. Er fand als erster in der Gruft der neuen Klosterkirche sein Grab.[6]


Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. HKL 1933, S. 118.
  3. Beschaumarke, Zug, als Meistermarke, ein T, beseitet von je einem Stern, Stiftsarchiv 1717, 12. September 1729.
  4. Keiser, Zuger Goldschmiede, S. 81.
  5. P. Leodegar Mayer, Annales, 2. Teil, 1750, StiAMG Sarnen, M.Cod. chart. 382, S. 3.
  6. StiArEbg cod. 395 (Pfarrbuch 1729-1749), Tabula Defunctorum III, S. 480.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 126.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.