Jakob Suter

Aus Kloster-Engelberg
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Jakob Suter (* unbekannt von Radolfszell; † 9. November 1583 in Engelberg)

Ämter

Abt: 1576–1583

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn der Verena Keller.

Lebensbeschreibung[1]

Jakob Suter wurde um 1550 in Radolfszell am Bodensee geboren.[2] Seine Mutter war Verena Keller.[3] Möglicherweise besuchte er in Beromünster die Stiftsschule.[4] Er kam als Lehrer an die Klosterschule Engelberg und trat hier ins Noviziat ein.[5] 1575 ist er als Mönch bezeugt.[6] Am 11. April 1576 wurde er als jüngster Konventuale zum Abt gewählt.[7] Er besass als erster Engelberger Abt das Privileg, bei Pontifikalfunktionen neben dem Stab auch die Mitra zu tragen.[8] Zu den Schirmorten hatte er ein gutes Verhältnis. Sie gestatteten ihm sogar, die Abrechnung nur noch alle zwei Jahre vorzulegen.[9] Beim Verkauf der «nassen Zehnten» (Birnen, Äpfel, Räben und Gemüse) in Stans von 1578 bis 1582 war er aber den Schirmorten gegenüber zu nachgiebig. Da er dabei ohne Zustimmung des Kapitels gehandelt hatte, zog er sich schwere Vorwürfe seiner Mitbrüder zu.[10] 1579 verkaufte er die Reben in Merlischa­chen bei Küssnacht.[11] Im Interesse einer klaren Rechtsordnung erneuerte er das Engelberger Talrecht, das er 1582 im neuen Talbuch zusammenfasste.[12] Für die Klosterkirche liess er 1581 beim «Meister von Bern» eine grosse Glocke giessen[13] und ca. 1580 ein neues Chorgestühl sowie den Kreuzaltar errichten.[14] 1583 forderte die Pest neuerdings ca. 100 Opfer im Tal. Der Abt wurde zweimal davon befallen und erlag ihr am 9. November 1583.[15]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 632f) übernommen.
  2. StiArEbg cod. 197, p. XXXV.
  3. Ib., Cista Glocken, Glockenjahrzeit von 1582.
  4. StiBiEbg H. 1087: Widmung des Beromünsterer Chorherrn Wilhelm Tryphaeus (Bletz) an seinen geistlichen Sohn Jakob Suter. Vgl. Heer, Vergangenheit, S. 180.
  5. StiArEbg cod. 197, p. XXXV.
  6. EA 4/2, S. 538, S. 1447.
  7. StiArEbg cod. 240, p. 221.
  8. Eduard Wymann, Der Heilige Karl Borromeo und die schweizerische Eidgenossenschaft, Stans 1903, 33ff. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 161. Auf der von Abt Suter geweihten Glocke der Kapelle im Holz ist sein Wappen mit Stab und Mitra versehen. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 228.
  9. StiArEbg cod. 282, p.275.
  10. Ib. cod. 282, p. 281.
  11. Ib. Urkunden vom 12. November 1579. Hess, Merleschachen, S. 95.
  12. StiArEbg cod. 259 und 260. Cattani, Tatgericht, S. 43-75.
  13. StiArEbg cod. 224, p. 581.
  14. Ib. cod. 282, p. 288. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 108.
  15. StiBiEbg cod. 10, f. 21; Cod. 11, f.41.

Bibliographie

  • De Kegel, Rolf: Jakob Suter, in e-HLS.
  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 39.
  • Helvetia Sacra III I, S. 632f.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 179-185.