Innozenz Roman

Aus Kloster-Engelberg
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Innozenz (Karl) Roman (* 15. Oktober 1674 in Altorf; † 15. August 1702 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 29. September 1692

Priesterweihe: 20. Dezember 1698

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1698–1702

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Johann Martin Roman und der A. M. Buhofer.

Lebensbeschreibung[1]

Die Heimat von P. Innozenz war Altdorf, wo er am 15. Oktober 1674 den Eltern Johann Martin Roman und der A. M. Buhofer geboren und am gleichen Tage auf den Namen Karl getauft wurde. Ob er die Engelberger Schule besuchte, ist ungewiss, da die Rechnungsbücher jener Jahre fehlen. Den grösseren Teil des Gymnasiums muss er in Altdorf mit bestem Erfolg bestanden haben. Denn er wird ausdrücklich als "Palmifer", als Preisträger bezeichnet. Es ist ein Theaterspiel mit dem Titel "Maria Magdalena" des Schulmeisters und Chronisten Jakob Billeter erhalten, das 1688 in Altdorf zur Aufführung gelangte und in dem Karl die Titelrolle der Magdalena spielte.[2] Karl kam später wohl noch für kürzere Zeit nach Engelberg an die Schule. Denn er trat 1691 ins Noviziat und legte am 29. September 1692 zusammen mit Floridus Russi die Profess ab.

Die Studien der Philosophie und Theologie machte er im Kloster und erhielt am 17. Dezember 1695 den Subdiakonat, 1696 den Diakonat, beide Weihen durch Nuntius Michelangelo de Conti in seiner Residenzkapelle in Luzern. Die Priesterweihe erteilte der neue Nuntius Giulio Piazza am 20. Dezember 1698 in der Hofkirche in Luzern. Zur Primiz erhielt er einen prächtigen Kelch aus der Werkstätte von Staffelbach in Sursee. Man setzte auf den Mitbruder grosse Hoffnungen, besonders als Lehrer an der Schule. Doch schon nach vier Jahren wurde dem jungen Leben ein unverhofftes Ende gesetzt. Dies ist in der "Itinera Alpina" des Zürcher Arztes J. J. Scheuchzer nachzulesen, der im August 1702 auf seinem ersten Besuch in Engelberg eben recht kam, um seine ärztliche Kunst bei den Patres anwenden zu können. Nach seiner Erklärung waren Vergiftungserscheinungen als Folge von bleihaltigem Wein oder kupferhaltiger Butter aufgetreten.[3] Mehreren Patres konnte er helfen, so P. Floridus Russi. P. Innozenz aber erlag der Krankheit. Scheuchzer sezierte eigens die Leiche, um die bisher fast unbekannte Krankheit feststellen zu können. Er stellte Veränderungen des Colon und der Leber fest. Scheuchzer bezeichnete die Krankheit als "colica spasmodica", eine Art schmerzhafter Magenkrämpfe. P. Innozenz starb am Fest Mariae Himmelfahrt, den 15. August 1702, erst 28 Jahre alt.[4]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Gfr. 61, 1906, S. 107, die Hand­schrift kam in die Stiftsbibliothek Engelberg als Cod. 346.
  3. Fischer, Johann Jakob Scheuchzer, S. 112f.
  4. StiArEbg Personalakten.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 121.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.