Ildephons Karpf

Aus Kloster-Engelberg
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Grabplatte von P. Ildephons Karpf.

Ildephons (Jakob) Karpf (* 9. Mai 1753 in Rapperswil; † 15. Dezember 1821 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 9. Februar 1772

Priesterweihe: 16. Mai 1776

Primiz: 2. Juni 1776

Ämter

Präzeptor: 1781–1791

Küchenmeister: 1791–1793

Grosskellner: 1793–1803

Pfarrer in Sins: 1803–1807

Pfarrer in Engelberg: 1807–1809

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Lorenz Fidelis Karpf und der Maria Katharina Rotenflue.

Paten: Johann Jakob Rotenflue, Schul­rektor in Sursee, und Maria Katharina Winiger.

Lebensbeschreibung[1]

Die Karpf stammen aus Rapperswil. Hier wurde P. Ildephons den Eltern Lorenz Fidelis Karpf und Maria Katharina Rotenflue am 9. Mai 1753 geboren und in der Pfarrkir­che Jona auf die Namen Jakob, Joseph, Fidelis, Laurentius getauft. Das Taufzeug­nis nennt die Namen der Taufpaten: Johann Jakob Rotenflue, Schul­rektor in Sursee, vertreten durch Joseph Ulrich Rotenflue, Pfarrer in Bollingen und Maria Katharina Winiger.

Jakob Joseph gelangte am 27. Januar 1771 an das Engelberger Kapitel mit der Bitte um Aufnahme ins Noviziat. Sein sittlicher Ernst und seine musikalische Begabung sprachen derart für ihn, dass er bereits am 8. Februar 1771 das Ordenskleid erhielt. Man hatte auch während des Prüfungsjahres nie etwas an ihm auszusetzen. So konnte er am 9. Februar 1772 die Profess als Fr. Ildephons ablegen.[2] Während andere Quellen über seine Ausbildung nichts sagen, erzählte er bei der Befragung durch die helvetischen Behörden vom 2. November 1798, dass er damals 45 Jahre alt war, die Inferiora in Solothurn und Luzern, die Superiora, also Philosophie und Theologie, im Kloster absolvierte. Für Luzern ist er in der Syntax major nachgewiesen,[3] während Solothurn keine Schülerlisten aufweist. Es ist auch nicht auszuschliessen, dass er seine Studien noch an der Latein­schule in Rapperswil begonnen hatte.[4]

Er empfing die heiligen Weihen durch Nuntius Giovanni Battista Caprara in Luzern: den Subdiakonat am 10. Dezember 1775, den Diakonat am 31. Dezember 1775 und den Presbyterat am 16. Mai 1776 mit Dispens. Die Primiz feierte er am Dreifaltigkeitssonntag, am 2. Juni 1776, wobei Pfarrer Johann Baptist Curti in Jona geistlicher Vater war.[5] Dies ergibt sich aus einem Brief des P. Konrad Christen an den Seidenherrn Curti in Rapperswil vom 15. August 1785. Hier ist auch zu erfahren, dass P. Ildephons Karpf am 31. August 1785 an einer Disputation in Einsiedeln teilnahm, wohl eines Mitschülers von Luzern oder Solothurn.

Schon im Juni 1772, also bald nach der Profess, wurde P. Ildephons Subkapellmeister.[6] Man hatte offenbar Mangel an Musikern. Am 17. Oktober 1781 erscheint er als Präzeptor der Klosterschule.[7] Beim Besuch des Nuntius Caprara in Engelberg hielt er als gewandter Redner die Begrüssungansprache anstelle des Abtes.[8] Am 29. Oktober 1791 wurde er Küchenmeister,[9] am 27. August 1793 Grosskellner.[10]

Am 26. September 1783 vertrat er Abt Leodegar Salzmann bei der Einweihung der neuen grossen Kirche von St. Blasien und hielt am 26. September eine der sieben Festpredigten, wobei jedesmal ein anderes Kloster zu Ehren kam.[11] Am 17. November 1786 schickte ihm Marschall Fidel Zurlauben durch P. Karl Stadler Grüsse, als dessen Begleiter auf der Reise nach Zug.[12] 1787 hielt er bei der Feier des 300. Todestages von Bruder Klaus in Sachseln die Festpredigt.[13] Von 1793 bis 1803 war er Grosskellner, führte die Aufsicht über die Seidenkämmelei,[14] und verhandelte über die Klosterwirtschaft zum "Engel".[15]

Am 3. Juni 1803 wurde er Pfarrer in Sins und blieb es bis zum 5. September 1807. Bei der Mutation von 1807 wurde er Pfarrer in Engelberg und versah das Amt bis 1809. Damit er aber nicht zu sehr belastet werde, wurde ihm erlaubt, besonders während der Ferien die Kranken durch andere Mitbrüder betreuen zu lassen und auch Predigten durch sie nach seinem Belieben halten zu lassen. Er selber sollte aber den Knaben die Beichte abnehmen.

Nach dem Tod des Abtes Leodegar Salzmann bildete er mit den Patres Prior Maurus Müller, Thomas Weber und Karl Stadler 1798 eine Kommission, die den Stand der Abtei prüfen musste.[16] Am 25. Juli 1798 erhielt er vom Kapitel den Auftrag, als Grosskellner zusammen mit P. Karl dem Administrator der helvetischen Regierung J. F. Keyser zur Seite zu stehen.[17] Am 5. September 1809 wurde er als Pfarrer nach Auw versetzt, dort blieb er bis Anfang 1820.[18] Dann wollte er die Pfarrei verlassen, da seine Augen merklich schwächer wurden. Er starb am 15. Dezember 1821 nach einem verdienstreichen Leben als Senior des Konventes. Zu diesem Datum vermerkt das Pfarrbuch nur: "Vir devotus", ein demütiger Mann.

Professnummer

  • Nr. 572

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 210.
  3. StALU, Verz. der Jesuitenschüler III, S. 84.
  4. StiArEbg cod. 278, S. 83.
  5. Vgl. Curti, Die Pfarrkirche Rapperswil, S. 105.
  6. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 215.
  7. Ibidem, S. 417.
  8. Ibidem, S. 441.
  9. Ibidem, S. 458.
  10. Ibidem, 554.
  11. Sehmieder, Das Benediktinerkloster St. Blasien, S. 201.
  12. StiArEbg Zurlauben,­ Korrespondenz, Mappa, Zug.
  13. Titlisgrüsse 1917, 136.
  14. Fassbind, Schappeindustrie, S. 114.
  15. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 554.
  16. Acta capitularia V (1798), StiArEbg cod. 277, S. 242.
  17. StiArEbg cod. 278, S. 9.
  18. Hess, Die Pfarrgeistlichen, S. 100 und 117.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 135, Nr. 572.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.

Weitere Informationen zum Leben von P. Ildephons Karpf, insbesondere seine Tätigkeit als Grosskellner in der Helvetik, unter StiArEbg, Manuskript Br. Meinrad Haberl.