Ildephons Eberle

Aus Kloster-Engelberg
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Ildephons (Alfons) Eberle (* 15. August 1871 in Mörschwil; † 15. September 1932 in Sarnen)

Lebensdaten

Profess: 2. Oktober 1890

Priesterweihe: 1. Mai 1895

Primiz: 23. Mai 1895

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1895–1904

Pfarrer in Engelberg: 1904–1915

Spiritual in Sarnen: 1915–1932

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Johann Baptist Eberle und der Elisabeth Eberle.

Lebensbeschreibung[1]

P. Ildephons wurde am 15. August 1871 in Mörschwil, St. Gallen, geboren und auf den Namen Alfons getauft. Er war das zweitjüngste von 14 Kindern einer Bauernfamilie. Wohl durch das Beispiel seines um 20 Jahre älteren Bruders geweckt, erwachte in ihm die Sehnsucht zu studieren und Priester zu werden. Von diesem Wunsch beseelt, trat er im Herbst 1884 in die 2. Klasse der Klosterschule Engelberg. Dass er bei seinen Mitschülern geachtet und beliebt war, bewies seine Wahl zum marianischen Rat.

Durch die Exerzitien der 6. Klasse unter P. Berchtold Fluri reifte in ihm der Entschluss, Benediktiner zu werden. Und er bestand die Probe des Noviziates, obwohl ihm dieses als einzigem Novizen und Frater nicht leicht wurde. Er legte als Fr. Ildephons im Herbst 1890 die einfachen Gelübde ab. Während der folgenden philosophischen und theologischen Studien in Einsiedeln und zuletzt im eigenen Kloster musste er einige Zeit wegen des raschen Wachstums und angestrengten Studiums die Schularbeit aussetzen, benützte aber die Zeit zu literarischer Lektüre. Am 1. Mai 1895 erhielt er die Priesterweihe und an Christi Himmelfahrt, am 23. Mai war seine Primiz. Das war ein freudiges Familienfest, nicht nur für das Kloster, sondern auch für seine betagte Mutter und seine Geschwister, allerdings überschattet durch die Todeskrankheit einer Schwester.

Im Herbst 1895 trat er seine Funktion als Lehrer an der Klosterschule an. Bald stieg er zum ständigen Hauptlehrer der Rhetorikklassen empor und leitete dazu mehrere Jahre die marianische Akademie. Da kamen seine leichte und gewandte Auffassungs- und Darstellungsgabe in der Lektüre der lateinischen und griechischen Klassiker und in den rhetorischen Übungen der angehenden Redner vollauf zur Geltung. Er selbst war rhetorisch begabt und hielt fesselnde Predigten.

An Ostern 1904 wurde er von Abt Leodegar Scherer zum Pfarrer von Engelberg ernannt, als Nachfolger von P. Heinrich Schiffmann. Er übernahm mit Eifer die Arbeiten in der grossen Bergpfarrei, in Predigt und Katechese, im Krankenbesuch und als Schulratspräsident. Obwohl er sonst kein Berggänger war, besuchte er auch das fernste Bergheimwesen, um seine Pfarrmitglieder, Kranke und Notleidende zu besuchen. Aus den Erfahrungen der Seelsorge heraus schätzte und ermunterte er die Bestrebungen der Abstinenten-Sektion für Rettung der Trinker und Förderung einer nüchternen Lebensweise durch Wort und Tat, besonders auch durch Gründung des Jugendbundes Engelberg.

Die Arbeit forderte aber gesundheitlichen Tribut, weshalb er seinen Abt Basil Fellmann wiederholt um Entlassung von diesem Amt bat. Auf Anfang Juli 1915 wurde er zum Spiritualen des Frauenklosters St. Andreas in Sarnen ernannt. Er kümmerte sich um die geistliche Unterweisung und Leitung des Konventes, aber auch um eine Verbesserung der Wohnverhältnisse sowie Um- und Neubauten. Schon immer ein grosser Bücherliebhaber, stürzte sich P. Ildephons nun mit grossem Sammel- und Lerneifer in die aszetische und liturgische Literatur. Den Gottesdienst und das Chorgebet würdig und mit wahrem Verständnis feiern zu lassen war ihm nicht genug, er wollte auch selbst daran nach Möglichkeit teilnehmen. Keine Neckereien konnten ihn abhalten, mit seiner starken Stimme führend mitzusingen und mitzubeten im Chor von St. Andreas. Sein Eingehen auf die liturgische Bewegung und sein liturgisches Miterleben gaben ihm gerade in den letzten Jahren nicht nur Anregung und Stoff zu seinen Vorträgen und Volkspredigten, sondern auch zur geselligen Unterhaltung und zur stillen Selbstbeschäftigung. Sein "Klösterlein" war ihm ans Herz gewachsen, so sehr, dass er Andeutungen, er könnte seine Stellung wechseln müssen, recht ernst und schwer nahm. Er blieb jedoch bis zu seinem Lebensende in Sarnen, wo er am 15. September 1932 starb.

Professnummer

  • Nr. 673

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüsse 19, 1932/33, S. 11-15, übernommen.

Bibliographie

  • Nachruf P. Ildephons Eberle, in: Titlisgrüsse 19, 1932/33, S. 11-15.