Ignaz Weber

Aus Kloster-Engelberg
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Ignaz (Johannes) Weber (* 15. Februar 1675 in Menzingen; † 24. Oktober 1744 in Sarnen)

Lebensdaten

Profess: 29. September 1689

Priesterweihe: 23. März 1697

Ämter

Lehrer der Philosophie: 1697–1702

Präzeptor der Stiftsschule: 1697–1702

Unterpfarrer in Engelberg: 1702

Pfarrer in Auw: 1709–1716

Pfarrer in Sins: 1717–1718

Subprior: 1718–17?

Spiritual in Sarnen: 1718–1744

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Johann Weber, Landammann, und der Euphemia Meyenberg.

Lebensbeschreibung[1]

P. Ignaz Weber stammte aus dem zugerischen Menzingen, wo er am 15. Februar 1673 den Eltern Landammann Johann Weber und der Euphemia Meyenberg geboren wurde. Sein Bruder, Landammann Klemens Damian Weber, der im sogenannten Schumacherhandel gefangen genommen wurde, konnte entfliehen und fand im Kloster Einsiedeln Asyl. Der Vater war ein grosser Wohltäter der Kapelle auf dem Gubel, besonders 1670, und soll sich auch für das Kloster Engelberg eingesetzt haben. Am 27. Juli 1684 kam Johann an die Klosterschule Engelberg. Das Tischgeld bezahlte für ihn ein gewisser Herr Landtwing, pro Woche für den Tisch und 1 Gläsli Wein 1 gld 10s. 1688 trat er ins Kloster ein und legte am 29. September 1689 die Profess auf auf den Namen Ignatius ab. Den Subdiakonat erhielt er am 6. März 1694 in der Nuntiaturkapelle durch den Nuntius Marcello d'Aste, den Diakonat am 29. Mai 1694 ebendort, den Presbyterat am 23. März 1697 in der Nuntiaturkapelle, hier "lauretanische Kapelle" genannt, durch den Nuntius Michelangelo de Conti. 1709 wurde er durch Nuntius Vincenzo Bichi zum Apostolischen Notar ernannt. Zur Primiz erhielt er Kelch und Messgewand.

In seinen ersten Klosterjahren war er Lehrer der Philosophie bei den Fratres, Präzeptor oder Leiter der Klosterschule und Küchenmeister. 1702 war er Unterpfarrer in Engelberg, 1709 bis 1716 Pfarrer in Auw im Freiamt, 17l7 bis 1718 war er Pfarrer von Sins. 1718 wurde er Subprior im Kloster Engelberg und gleich­zeitig Spiritual in Sarnen. Dazu bemerkte sein Abt Joachim Albini, er werde im Sommer oft nach Engelberg kommen und als Subprior wirken können. Im Frauenkloster Sarnen blieb er bis zu seinem Tod.

Am 6. September 1738 hatte er als Notarius Apostolicus seinen Abt Emanuel Crivelli nach Pfäfers zur Wahl des Abtes Bonifatius Pfister zu begleiten. Als 1710 Abt Joachim Albini durch Vermittlung seines Kanzlers Ludwig Tschudi 17 Handschriften des berühmten Aegidius Tschudi zur Abschrift erhielt, beteiligte sich P. Ignaz intensiv an den Kopierarbeiten, besonders von Codex 69. Von ihm selber sind in der Stiftsbiliothek noch die Codices 740 bis 748 erhalten, nämlich die Vorlesungen des P. Pius Nikolaus von Flüe von 1693 bis 1695 über Traktate der Philosophie und Theologie, wie sie P. Ignaz Betschart in seinem Unterricht geboten hatte. P. Ignaz wird von seinen Zeitgenossen als "Verus Israelita" und als frommer Mönch geschildert, der in seinem Leben stets überaus dienstbereit war. Er starb an grosser Körperschwäche, dem sog. "Miserere", am 24. Oktober 1744.[2]

Werke

  • Vorlesungsnotizen zu Philosphie und Theologie, StiBiEbg cod. 740-748.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Über Vater und Bruder des P. Ignaz vgl. Zumbach, Geschichtsfreund 85, 1935, S. 189; über die Kapelle auf dem Gubel: Henggeler, Das Kapuzinerkloster der Ewigen Anbetung auf dem Gubel, bes. S. 18; zum Kelch bei Kaiser, Zuger Goldschmiede, S. 146; Reise nach Pfäfers, in Acta capitularia II (Okt. 1737 – Dez. 1746), StiArEbg cod. 191, S. 73; über die "Tschudiana" siehe Gottwald, Catalogus MSS 279; zum Tod, in StiArEbg cod. 395 (Pfarrbuch 1729-1749), Tabula Defunctorum III, S. 54.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 120.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.