Ignaz Burnott

Aus Kloster-Engelberg
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Ignaz (Johann Franz) Burnott (* 30. September 1648 von Altdorf; † 10. April 1693 in Engelberg), Magister Philosophiae

Lebensdaten

Absolvent der Stiftsschule Engelberg: 1662–1664

Profess: 1665

Priesterweihe: 17. Dezember 1672

Ämter

Lehrer der Fratres: 1672–16?

Novizenmeister: 1681–1686

Abt: 1686–1693

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Jodoc Burnott und der Maria Magdalena Frischherz aus Schwyz.

Lebensbeschreibung[1]

Johann Franz wurde am 30. September in Altdorf als Sohn des Jodoc Burnott und der Maria Magdalena Frischherz aus Schwyz geboren. Der Vater stand als Tuchhändler mit Engelberg in geschäftlichen Verbindun­gen.[2] Der Bruder Johann Leonhard war eine Zeitlang Wirt zum «Engel» im Klosterdorf und Fürsprech im Talgericht, später Lehrer in Altdorf.[3] Seine ersten Lateinkenntnisse erhielt der spätere Abt in Altdorf. Am 10. April 1662 kam er an die Klosterschule Engelberg, am 25. Mai 1664 trat er ins Noviziat ein und legte ein Jahr darauf Profess ab.[4] Die höheren Studien absolvierte er im Kloster. Am 17. Dezember 1672 erhielt er die Priesterweihe, am 9. September 1681 die Rechte eines Apostolischen Notars. Zunächst wirkte er an der Schule, wo er Philosophie und Theologie dozierte. 1681 erscheint er als Novizenmeister und Präses der Rosenkranzbruderschaft. Er war auch ein beliebter Beichtvater und Prediger.[5] Mit 38 Jahren wurde er am 15. Juli 1686 zum Abt gewählt.[6] Zu Beginn seiner Amtszeit bemühte sich Abt Ignaz um eine Verständigung mit Nidwalden. Streitpunkte waren die Pfarrgrenzen zwischen Engelberg und Wolfenschiessen, die Rechte der Engelberger Güter auf Nidwaldner Boden und die Rechtsstellung der Nidwaldner Geistlichen. Dank dem Entgegenkommen des Abtes und zahlreicher Vermittlungsver­suche kam es am 30. Oktobre 1686 zu einer Aussöhnung, die im «Libell zwischen löblichem Stand Unterwalden nid dem Wald und dem Gotteshaus Engel­berg» festgehalten wurde.[7] Nun hatte Abt Ignaz die Hand frei für seine Bau­tätigkeit. Er liess ein neues stattliches Bibliotheksgebäude errichten, das vom Kloster fast völlig getrennt war.[8] Dem Südflügel des Klosters fügte er einen geräumigen Marstall an.[9] In Grafenort entstand in seinem Auftrag 1690 das sogenannte «Herrenhaus», das noch heute dem Konvent zweimal im Jahr für einige Vakanztage zur Erholung dient. Schon ein Jahr zuvor hatte er dort die baufällig gewordene Kapelle neu errichten lassen.[10] Für die Kirche schufen der Urner Goldschmied Karl Christen, ein Verwandter des Abtes, eine kraftvoll gestaltete Monstranz[11] und Peter Staffelbach aus Sursee zwei silb­rige Ewiglichtlampen.[12] 1692 entstand eine Prälatenscheibe.[13] 1690 suchte der Abt in Pfäfers Heilung von einer beginnenden Krankheit.[14] Am 10. April 1693 traf ihn im Grafenortshaus ganz unerwartet ein Schlaganfall.[15]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 641f) übernommen.
  2. StiArEbg cod. 171, S. 13.
  3. StiArEbg cod. 274, S. 242-265.
  4. StiArEbg cod. 42, S. 177, 290.
  5. StiArEbg cod. 257, S. 95f. StiBiEbg cod. 706-719: Vorlesungsmanuskripte.
  6. StiArEbg Wahlakten 1686.
  7. StiArEbg Cista Doc. Rrr.
  8. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 117 und 123. Diesem Sonderbau ist es zu verdanken, dass beim Brand von 1729 Archiv und Bibliothek zur Hauptsache gerettet werden konnten.
  9. Ibidem, S. 142.
  10. Ibidem, S. 332, 1145.
  11. Hess, Goldschmiedearbeiten, S. 12 und Tafel II. Hodel, Monstranzen in Engelberg, in: Titlisgrüsse 51, 1965, S. 84-88.
  12. Hess, Gold­schmiedearbeiten, S. 112.
  13. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 184.
  14. StiAEinsiedeln, A. HB6 (Diarium Dietrich).
  15. StiArEbg Rot. par 9, S. 205; Nekrolog Straumeyer, S. 42, 49.

Bibliographie

  • De Kegel, Rolf: Ignaz Burnott, in e-HLS.
  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 45.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 245-251.
  • Helvetia Sacra III I, S. 641f.