Hieronymus Mayer

Aus Kloster-Engelberg
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P. Hieronymus Mayer vor seinem Eintritt ins Kloster Engelberg.
P. Hieronymus Mayer.
P. Hieronymus Mayer als Klassenlehrer der 4. Klasse (vordere Reihe Mitte rechts neben dem Präfekten P. Leodegar Scherer, dem späteren Abt) im Frühsommer 1889.

Hieronymus (Erhard) Mayer (* 15. August 1863 in Hardt (D); † 21. Mai 1904 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 15. September 1883

Priesterweihe: 10. Juli 1887

Primiz: 15. August 1887

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1888–1894

Bibliothekar: 1894–1899

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Franz Mayer und der M. Anna Klausmann.

Lebensbeschreibung[1]

P. Hieronymus wurde als Sohn des Schullehrers Franz Mayer und seiner Frau M. Anna Klausmann, am 15. August 1863 in Hardt, einer Filiale vom Mariazell, bei Schramberg (Württemberg) geboren. Am 16. August wurde er in Mariazell auf den Namen Erhard getauft.[2] Am 5. Juli 1873 empfing er in Dünningen durch Bischof Karl Joseph von Hefele von Rottenburg die Firmung.[3] Wie es im "Pfarramtlichen Zeugnis" heisst, erhielt Erhard seine wissenschaftliche Ausbildung in Sulgen durch Hrn. Pfarrer Meidhardt. Diese wurde an der Klosterschule Engelberg fortgesetzt und in Einsiedeln beendet. "Sein sittlich religiöses Verhalten war von Jugend an durchweg tadellos."[4] Seine "Entlassungsurkunde" aus dem Königreich Württemberg für die Auswanderung in die Schweiz wurde in Reutlingen am 15. Juli 1880 ausgestellt. 1883 begann er in Engelberg das Noviziat und konnte am 10. Oktober 1884 als Fr. Hieronymus einfache Profess ablegen und die feierlich am 16. Oktober 1887. Am 25. Juli 1886 empfing er den Subdiakon, einen Tag später den Diakonat und am 10. Juli 1887 die Priestweihe mit Altersdispens. Am 15. August 1887, am Patrozinium von Engelberg, feierte seine Primiz.

Die Ausübung der Seelsorge in der Diözese Chur erhielt er am 7. Juli 1889. Von 1888 bis 1894 war er Lehrer am Stiftsgymnasium. Er hatte sich gute Kenntnisse in den alten und neuen Sprachen angeeignet, vor allem in Griechisch, Latein, Französisch, Italienisch und Englisch. Diese zählten, neben der Geschichtskunde, zu seinen Lieblingsfächern und deren Studium versuchte er auch seinen Schülern in theoretischer und praktischer Hinsicht beizubringen. P. Ignaz Hess, sein ehemaliger Schüler, bezeichnete ihn als "einen nervösen Tribulierer".[5] 1889 wurde die Akademie der Rhetoriker der Engelberger Sektion Angelomontana aufs neue eröffnet, nachdem sie einige Jahre "versunken" war. P. Hieronymus war ihr eifrigster erster Protektor.[6]

Von 1894 bis 1899 wirkte er als Bibliothekar. Einige Jahre war er auch Leiter der marianischen Akademie. Eine Frucht seiner historischen Forschungen über einen kurzen Überblick zur Geschichte des Klosters Engelberg erschien 1891 als Beilage zum Jahrebericht 1890/91. P. Hieronymus war auch öfters als Prediger tätig. Leider war ihm nur eine kurze Zeit des Wirkens beschieden. Eine Nervenschwäche und ein schweres Rückenmarksleiden machte P. Hieronymus jahrelang zu schaffen. Er suchte Heilung in Jordansbad, in Wörishofen und in Maria-Rickenbach und scheinbar noch an anderen, ungenannten Orten. Aber alle Kuraufenthalte brachten keine Besserung seiner Leiden. Auch einige Eintragungen im Chronikbuch des Frauenklosters St. Andreas Sarnen zeugen davon: "Am 1. November 1897 kam P. Hieronymus Meyer aus Engelberg um einige Zeit hier zu verweilen und sich von seinem schweren Nervenleiden ein wenig zu erholen. Am 4. Dezember reiste er wieder zurück nach Engelberg, nachdem er am 28. November eine herrliche Predigt über das Kirchenjahr und Abends am Feste des hl. Andreas über das Kreuz gehalten hatte."[7]

Ein weiter Besuch erfolgte 1898: "Am 9. Juli kam P. Hieronymus M. auf Besuch. Sonntag den 10. Juli hielt er eine sehr schöne Predigt über die Liebe Jesu im hl. Tabernakel. Dann verreiste er noch am gleichen Tag nach Montreaux, um dort die dortige Vikarstelle zu versehen." Er blieb dort bis Oktober 1898. Ab 1901 war er nur noch bettlägrig und ein Bild menschlicher Hinfälligkeit. Der Tod in der Nacht zum Pfingstmorgen am 21. Mai 1904 war für ihn eine Erlösung. P. Hieronymus wurde nur 41 Jahre alt.[8]

Ein Foto von 1892/93 zeigt ihm im Kreis von Schülern der Marianischen Akademie.[9]

Professnummer

  • Nr. 665

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom StiArEbg Professbucheintrag nach Br. Meinrad Haberl übernommen.
  2. Taufschein vom 8. Januar 1884 von Pfarrer Garut.
  3. Firmungsschein, Mariazell 2. Juni 1884.
  4. Schramberg, 14. September 1883, Stadtpfarrer Fuchs.
  5. Hess, Die Studienzeit in Engelberg, in: Festgabe zum 75 Geburtstag von Dr. Eduard Wymann, 1944, S. 11.
  6. Angelomontana 1857–1957, S. 117.
  7. Archiv Kloster St. Andreas, Sign. X 2, Chronik 1890–1901.
  8. Schweizerische Kirchenzeitung Nr. 22 vom 2. Juni 1904.
  9. Titlisgrüsse 1918.

Bibliographie

  • Chronik des Frauenklosters St. Andreas X, Bd. 2, 1890–1901, ohne Seitenangaben.
  • Hess, Ignaz: Die Studienzeit in Engelberg, in: Festgabe zum 75 Geburtstag von Dr. Eduard Wymann, 1944, S. 11.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach Br. Meinrad Haberl.
  • StiArEbg Personalmappe P. Hieronymus Mayer.
  • Schweizerische Kirchen-Zeitung, Nr. 22 vom 2. Juni 1904.