Hieronymus Doppler

Aus Kloster-Engelberg
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Hieronymus (Jakob) Doppler (* 23. Juli 1748 in Bättwil; † 28. März 1817 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 21. November 1773

Priesterweihe: 1776

Primiz: 28. Januar 1767

Ämter

Brüderinstruktor: 1794–?

Krankenbruder: 1794–?

Subprior: 1804–1813, 1815–1817

Lehrer: 1810–1813?

Kaplan in Maria-Rickenbach: 1813–1815

Lebensbeschreibung[1]

Der Name Doppler weist in den Kanton Solothurn. P. Hieronymus wurde in Bättwil geboren und wurde auf den Namen Hans Jakob getauft. Die Namen seiner Eltern sind nicht bekannt. Die meisten Informationen über ihn sind aus der "Befragung" der helvetischen Kommission vom 2. November 1798 zu entnehmen. Nach dieser Quelle machte er seine Studien an den Gymnasien der Jesuiten in Solothurn und Pruntrut, Philosophie und Theologie studierte er in Pruntrut und Besançon.[2] Jakob kam am 2. September 1772 vor das Kapitel in Engelberg und bat mit fünf anderen Kandidaten um Aufnahme ins Noviziat. Als Aussteuer konnte er 300 gld vor der Profess und 300 danach versprechen. Im späteren Kapitel vom 31. Oktober wurde er als einziger der Kandidaten zum Noviziat zugelassen.[3] Er wird als fromm geschildert, voll Eifer für das Opus Dei. Er hatte zwar einen Sprachfehler und konnte nicht fliessend lesen. Doch glaubte das Kapitel, dies würde sich beheben lassen.

Offenbar war er ein Verwandter des Abtes Hieronymus Brunner von Mariastein.[4] Dass der Novize den in Engelberg nicht häufigen Ordensnamen Hieronymus erhielt, geht wohl auf den ihm verwandten Abt zurück. Die Art der Verwandtschaft lässt sich indes nicht belegen. Am 24. Dezember 1777 wurde die Aussteuer für den jungen Pater mit 600 gld. bezahlt. Der Neuprofesse nannte sich in der Professurkunde "Bettwilanus ex Parochia Leymen". Es gibt keine Hinweise in den Quellen auf die Eltern des P. Hieronymus. Möglicherweise hatte er sie früh verloren oder sie waren mit seinem Klostereintritt nicht einverstanden. Eine Schwester Clara bezahlte dem Grosskellner am 18. Mai 1799 13 gld. Bei der Primiz am 28. Januar 1767 waren keine Verwandten anwesend. Ratsherr Anton Amstutz war sein geistlicher Vater, dessen Frau geistliche Mutter.[5]

Im April 1767 war er Präses der Bruderschaften der Pfarrei.[6] Am 14. September 1786 nahm er mit dem Kammerdiener Maurus Feierabend und Br. Konrad Stocker an der zweiten bisher bekannten Titlisbesteigung teil.[7] Am 28. April begleitete er den zweiten Auszug der Engelberger gegen die Franzosen nach Stans als Feldpater.[8] Am 1. Februar 1794 war er Brüderinstruktor geworden, am 2. August Krankenbruder.[9] 1804 bis 1813 war er Subprior und 1807 Lehrer der französischen Sprache. Wohl mit Rücksicht auf seine Gesundheit war er schon am 11. September 1806 in Vakanz gewesen und hatte 30 gld verbraucht.[10]

Am 8. April 1813 ging er als Kaplan nach Maria Rickenbach, wo er aber nur bis 1815 blieb, da er stets kränklich war.[11] Er war dort der erste Engelberger als Kaplan und der letzte bis 1858. Nach Jakob Kaiser[12] bestanden schon Beziehungen zu Engelberg seit 1691, da Abt Ignaz Burnott die drei Altäre der Wallfahrtskapelle einweihte.[13] Der Besuch von Pilgern war besonders im Sommer zahlreich, aber die Unterkunft für den Kaplan unbefriedigend, da er in der dortigen Wirtschaft leben musste und so selten allein sein konnte.[14] So kehrte P. Hieronymus gern in sein Kloster zurück, wo er wieder Subprior wurde und am 28. März 1817 starb. Nach dem Totenbuch war er ein bescheidener Mann und ein grosser Muttergottesverehrer.

Professnummer

  • Nr. 573

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Acta capitularia VI (1798–1800), StiArEbg cod. 278, S. 84.
  3. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 305.
  4. Henggeler, Mariastein S. 165 und 202.
  5. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 354.
  6. Ibidem, S. 537.
  7. Luzerner Wochenblatt V, (1787).
  8. Acta capitularia V (1798), StiArEbg cod. 277, S. 212.
  9. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 605.
  10. StiArEbg cod. 573, 11. September 1806.
  11. Acta capitularia VIII (1810–1842), StiArEbg cod. 280, S. 181, Odermatt, Schematismus Nidwaldens, S. 203.
  12. "Der fromme Wallfahrer in Maria Rickenbach", Zug 1817.
  13. Heer, Aus der Vergangenheit, S. 250.
  14. Kaiser, Der fromme Wallfahrer, S. 24.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 135, Nr. 573.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.