Hieronymus Bütler

Aus Kloster-Engelberg
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Hieronymus (Balthasar) Bütler (* 12. November 1626 in Auw; † 22. September 1668 in Sins)

Lebensdaten

Profess: 22. März 1649

Priesterweihe: 16. März 1652

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1652–1660

Kaplan in Vitznau: 1660–1664

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Johann Baptist Bütler und der Anna Villiger.

Brüder: Ulrich und Hansjakob Bütler.

Lebensbeschreibung[1]

Die Familie Bütler stammte aus Auw im Freiamt. Dort wurde P. Hieronymus am 12. November 1626 geboren und gleichen Tags auf den Namen Balthasar getauft. Die Eltern waren Johann Baptist Bütler wid Anna Villiger. Er hatte zwei Brüder Ulrich und Hansjakob und Schwester, von der er 1656 287 Gulden erben konnte. Auch die Taufpaten sind bekannt: Balthasar Wyss und Anna Wyss. Die Firmung erhielt er durch Weihbischof J. A. Tritt von Konstanz am 14. Mai 1635 in Auw. Pate war dabei Johann Bucher. Die Schulzeit verbrachte im Kollegium der Jesuiten in Luzern, wo er 1644 mit 16 Jahren in die erste Klasse eintrat.[2] Wie lange er in Luzern blieb, ist nicht bekannt. Jedenfalls trat er 1648 ins Noviziat in Engelberg ein, legte am 22. März 1649 die Profess ab und erhielt den Namen des Kirchenlehrers Hieronymus. Den Subdiakonat erhielt er durch den Nuntius Boccapoduleos am 17. Dezember 1650 in dessen Hauskapelle in Luzern. Über den Diakonat fehlen die Zeugnisse. Dagegen liegen sie für die Priesterweihe vor, die ihm derselbe Nuntius am 16. März 1652 erteilte. Die Primizfeier folgte am Fest Mariae Verkündigung, das damals Feiertag war. Es scheint, dass er in den ersten Priesterjahren als Lehrer der Klosterschule wirkte. Denn erst 1662 erhielt er die Admissio zur Seelsorge durch den bischöflichen Kommissar Wilhelm Pfyffer in Luzern und wurde Kaplan in Vitznau. P. Hieronymus war aber bereits seit 1660 auf diesem Posten in Vitznau. Das Kloster besass dort die Höfe Raiman und Berggruebi und stellte den Kaplan. Die Höfe wurden durch den Klosterangestellten Hans Gerster verwaltet, dessen Frau Küche und Wäsche des P. Hieronymus besorgte. Wie lange er in Vitznau blieb, ist unbekannt. Er war noch 1664 dort. Vitznau hatte damals nur eine Kapelle, die 1541 neu geweiht und 1655 zur Kaplanei erhoben wurde. Pfarrei wurde Vitznau erst 1799 nach der Abtrennung von der Mutterkirche Weggis.[3] Die Erhebung zur Kaplanei erfolgte durch den Rat von Luzern, Junker Jost Grebel setze sich besonders dafür ein.[4] Im Sommer 1668 weilte P. Hieronymus in Sins bei P. Gregor Fleischlin, der die Ausgaben fürs Essen seines Mitbruders im Rechnungsbuch festhielt. Für Hühner und Tauben gab er 2 Gulden und 3 Schillinge.[5] Am 22. September desselben Jahres starb P. Hieronymus in Sins, wo er beigesetzt wurde. Die Kosten für seine Beerdigung am 30. September sind im Sinser Rechnungsbuch vermerkt: «Des P. Hieronymi Grebt, Siebenter, Dreissigster, den Priesteren, Diensten, Grabmüttern, Sigristen 10 Gulden 30 Schillinge».[6]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Glauser, Schülerverzeichnis, S. 64.
  3. Bossart, Fritz: Kath. Kirchen des Bistums Basel. Olten 19371, S. 200.
  4. Vgl. Briefwechsel mit dem Kloster in StiArEbg Cista Luzern, Vitznau.
  5. StiArEbg cod. 464 [zum Juli 1668].
  6. StiArEbg cod. 464 [Sept. 1668].

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 113.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.