Heinrich von Sempach

Aus Kloster-Engelberg
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Heinrich von Sempach (* unbekannt; † 7. Juli nach 1359 in Engelberg)

Ämter

Propst: 1342–1347?

Abt: 1347–1359

Lebensbeschreibung[1]

Er stammte aus dem luzernischen Städtchen, ev. aus dem gleichnamigen ritterlichen Geschlecht.[2] 1331 erscheint er als «der von Sempach».[3] Am 13. Oktober 1342[4] und am 13. März 1345[5] amtet er als Propst und Stellvertreter des Abtes. Am 1. März 1347, am Tag der Abdankung seines Vorgängers, wurde er einmütig zum Abt gewählt.[6] Mit kräftiger Initiative suchte er der finanziellen Notlage des Klosters Herr zu werden. Schon am 7. November 1348 erlangte er vom Konstanzer Bischof die Inkor­poration der Kaplaneipfründen von Stans und Buochs.[7] Vermutlich erhielt er auch von St. Blasien, dem Mutterkloster Engelbergs, finanzielle Unter­stützung, da er dieses am 10. Juli 1348 als Anerkennung in die Gebetsverbrüde­rung aufnahm.[8] 1349 raffte die Pest 116 Klosterfrauen, 2 Patres und 5 Klosterschüler dahin.[9] Trotz dieser Verluste schien dem Abt der Frauenkon­vent noch zu zahlreich. Am 1. Juni 1353 verordnete er, dass der Bestand auf 100 Nonnen beschränkt werde, und erhielt dafür die Bestätigung des Bischofs.[10] 1357 beschwerte er sich bei den eidgenössischen Ständen in einer ausführli­chen Klageschrift über die unaufhörlichen Übergriffe der Urner auf die Klosteralpen.[11] Die Missachtung dieser und früherer Beschwerden trugen wohl dazu bei, dass Abt Heinrich 1359 auf sein Amt verzichtete.[12] Er starb am 7. Juli eines unbekannten Jahres.[13]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 619f) übernommen.
  2. Durrer, Familiennamen, S. 145. Gottfried Hoesch, Sempach im Mittelalter, 1948, S. 83.
  3. QW II/2, S. 66.
  4. QW I/3, S. 279f, Nr. 429. Urkunden Engelberg, Nr. 287.
  5. QW I/3, S. 375f, Nr. 582.
  6. Jahrbücher Engelbergs, S. 105.
  7. QW l/3, S. 498f, Nr. 797. Urkunden Engelberg, Nr. 299.
  8. QW I/3, S. 487f, Nr. 784. Urkunden Engelberg, Nr. 298.
  9. Jahrbücher Engelbergs, S. 105 und S. 111.
  10. QW I/3, S. 775, Nr. 1056, S. 783f, Nr. 1073. Urkunden Engelberg, Nr. 306f.
  11. Urkunden Engelberg, Nr. 311.
  12. Jahrbücher Engelbergs, S. 106 und S. 111.
  13. StiBiEbg cod. 11, f. 25. Jahrzeitbücher Engelbergs, S. 261.

Bibliographie

  • De Kegel, Rolf: Heinrich von Sempach, in e-HLS.
  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 30.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 100-104.
  • Helvetia Sacra III I, S. 619f.