Heinrich II.

Aus Kloster-Engelberg
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Heinrich II. (* unbekannt; † 1241 in Engelberg)

Ämter

Abt: 1223–1241

Lebensbeschreibung[1]

Heinrich, dessen Herkunft sich nicht eindeutig be­stimmen lässt[2], trat sein Amt 1223 an.[3] Der hohe Personalbestand der beiden Klöster verlangte wiederum eine Erhöhung der Einkünfte. Heinrich er­reichte sie durch Käufe in der Luzerner Landschaft[4] und am Bielersee[5] und durch Abtausch ungünstig gelegener Güter.[6] Er erlangte auch verschiedene Bestätigungen alter Rechte und Güter: am 24. November 1229 vom Bischof von Konstanz für die Zehntgrenzen der Pfarrei Stans,[7] 1240 von Rudolf dem Schweigsamen von Habsburg für die Grafenortsgüter.[8] Am 18. Mai 1229 nahm König Heinrich VII. Engelberg in seinen besonderen Schutz,[9] und am 18. März 1236 stellte Papst Gregor IX. der Abtei einen Schirmbrief aus mit Bestätigung aller Rechte und Privilegien.[10] Abt Heinrich stand auch nach aussen in hohem Ansehen. Am 24. September 1227 trat er als päpstlicher Bevollmäch­tigter in einem Rechtsstreit zwischen der Abtei Erlach und dem Priorat Vauxtravers NE auf.[11] Er setzte sich für die religiösen Belange seines Klosters ein, indem er kurz nach seinem Amtsantritt in St. Maurice um Thebäer­-Reliquien nachsuchte.[12] Ferner schrieb er einen Kommentar zu den Evange­lien und den Paulusbriefen.[13] Abt Heinrich starb 1241.[14]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 613f) übernommen.
  2. Durrer, Familiennamen, S. 141.
  3. Jahrbücher Engelbergs, S. 104 und 110. Die Annalen melden von ihm nur Regierungsantritt und Todesjahr.
  4. FRB 2, 49f. Nr. 45a und b.
  5. QW I/1, S. 174, Nr.371. Urkunden Engelberg, Nr. 60. Heer, Engelberg und der Wein.
  6. QW I/1, 158f. Nr. 338.
  7. Ibidem, S. 148, Nr.313. Gleichzeitig spricht ihm der Bischof die Hälfte des Zehnten der Kirche von Stans zu, denn das Kloster sei umgeben von ewigem Schnee und hohen Bergen und leide oft unerträglichen Mangel.
  8. Ibidem, S. 198, Nr. 423.
  9. Ibidem, S. 147, Nr. 311. Urkunden Engelberg, Nr. 47.
  10. QW I/1, S. 175f, Nr. 374. Urkunden Engelberg, Nr. 61.
  11. FRB 2, S. 79-81, Nr. 69.
  12. Der undatierte Brief des Abtes Nanthelm von Saint-Maurice, ed. Ernst Alfred Stückelberg, Geschichte der Reliquien in der Schweiz 1, Zürich 1902, S. 38.
  13. StiArEbg Cod. 257, f. 43. Die Schriften gingen im Brand von 1729 verloren.
  14. Todestag war der 14. Oktober oder der 29. Dezember des Vorjahres, siehe StiBiEbg Cod. 26, f. 19r, 22v. Jahrzeitbücher Engelbergs, S. 256 und 258. Vgl. Heer, Vergangenheit, S. 55f.

Bibliographie

  • De Kegel, Rolf: Heinrich II., in e-HLS.
  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 25.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 51-55.
  • Helvetia Sacra III I, S. 613f.