Gregor Zwissieni

Aus Kloster-Engelberg
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Gregor (Jakob) Zwissieni (* 25. Januar 1700 in Arth; † 23. November 1767 in Sarnen)

Lebensdaten

Profess: 29. Mai 1718

Priesterweihe: 10. Juni 1724

Ämter

Präzeptor der Klosterschule: 1725

Unterpfarrer in Engelberg: 1725

Bibliothekar: 1729

Archivar: 1729

Kapitelssekretär: 1729

Lehrer an der Stiftsschule: 1729

Pfarrer in Engelberg: 1735–1737, 1740–1743

Küchenmeister: 1737

Kellermeister: 1737

Prior: 1743–1746

Fratresinstruktor: 1743–17?

Grosskellner: ?

Pfarrer in Sins: 1747–1748

Pfarrer in Auw: 1748–1752

Spiritual in Sarnen: 1752–1767

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Joseph Zwissieni und der A. Katharina Lagler.

Lebensbeschreibung[1]

Die Familie mit ihrem heute ganz ungewohnten Namen stammt ursprünglich aus dem Bündnerland (auch Zwisieini). Der Vater scheint nach Arth (SZ)ausgewandert zu sein. Sein Bruder Jakob war 1676 bis 1717 Pfarrer in Muotatal. P. Gregor verlebte seine Jugend in Arth und nannte sich "Fischli". Unter diesem Namen, der vielleicht von der Mutter übernommen wurde, lebte die Familie noch heute weiter.[2]

P. Gregor wurde in Arth den Eltern Joseph Zwissieni und der A. Katharina Lagler am 25. Januar 1700 geboren. In der Taufe erhielt er den Namen Jakob. Der Taufschein ist von Pfarrer Johann Georg Walder am 15. März 1718 auf die Profess hin ausgestellt und erwähnt auch die Firmung, ohne aber Datum, Spender und Paten zu nennen. Über die Studien ist nichts bekannt. Es ist aber anzunehmen, dass er sie im Kloster absolviert hat. Sein Onkel hatte schon hier studiert. Jakob legte am 29. Mai 1718 die Profess auf den Namen des grossen Kirchenlehrers Gregor ab. Den Subdiakonat erhielt er am 20. Dezember 1721 durch den Nuntius Domenico Silvio Passionei in dessen Hauskapelle, den Diakonat am 19. Juli 1722 durch denselben Nuntius, die Priesterweihe durch Bischof Ulrich von Chur in der Bischofskapelle am 10. Juni 1724. Als Aussteuer zahlte der Vater am 28. Mai 225 gld.[3] In Chur war mit ihm auch der spätere Abt Emanuel Crivelli Priester geworden. P. Prior Frowin Christen begleitete sie dorthin und benötigte für Trinkgelder der bischöflichen Dienerschaft 31 gld.

Am 19. März 1725 wurde er von Abt Maurus Rinderli zum Präzeptor der Klosterschule und zum Chordirektor ernannt.[4] Am 25. November 1725 wurde er Unterpfarrer in Engelberg, 1729 Kapitelssekretär. 1735 bis 1737 war er Pfarrer von Engelberg und nochmals 1740 bis 1743. Am 16. November 1729 war er Choralmagister, Cantor, Musikinstruktor der Schüler, Bibliothekar und Archivar.[5] Am 22. Oktober 1730 war er Ehrenprediger am Fest des heiligen Wendelin in Greppen. Bei der Rückkehr kehrte er im Pfarrhaus Wolfenschiessen ein, um den in Grafenort weilenden Abt Maurus Rinderli zu fragen, ob er in Grafenort oder Sins Erholung suchen sollte. Aber als er hörte, der Abt sei nicht zugänglich, blieb er weder in Grafenort, noch ging er ins Kloster zurück, sondern ging nach Sins.[6]

Nach dem Klosterbrand von 1729 wurde er zunächst nach Muri geschickt, konnte dann aber als Kustos in Engelberg bleiben.[7] Im Oktober 1729 kam er nach Pfäfers, musste es aber bald wieder verlassen, weil kein Platz war. Er kam nun doch, weil er oft krank war, nach Sins zur Erholung.[8] Am 6. März 1737 war er mit P. Eugen Riser Vertreter des Klosters beim "Grossen Rat in Stans". Am 2. Oktober 1740 begleitete er die Fratres Leodegar Salzmann, Bernhard Lang und Joachim Luthiger nach Luzern zu den heiligen Weihen.[9] Auch am 20. Februar 1732 war er mit P. Subprior Adelhelm Luidl beim "Grossen Rat" in Stans.[10] Am 27. Oktober 1737 wurde er Küchenmeister und Kellermeister.[11] Kurz vorher, am 3. September 1737 nahm er als Pfarrer an der Revision der Urner Marchen teil.[12] Am 6. Juni 1744 ging er mit vier Fratres nach Chur zu den heiligen Weihen und nahm einen Bediensteten mit, wohl für die Pferde.

Am 1. August 1744 wurde er Apostolischer Notar durch Diplom des Kanzlers Castore. Vom 15. April 1741 bis 1743 war er Pfarrer von Engelberg, Kapellenvogt und Katechet.[13] Schon am 31. Mai 1743 war er zum Prior und Fratresinstruktor bestimmt worden.[14] Am 27. Mai ? ernannte ihn der Abt zum Grosskellner.[15] Am 17. Oktober 1746 wurde er von Prior Maurus Zingg gebeten, auf den 21. Oktober für P. Bernhard Lang, der offenbar mit ihm in Einsiedeln weilte, ein Pferd nach Stansstad zu schicken.[16] Vom 15. Juli 1747 bis 14. März 1748 war er Pfarrer und Ökonom ins Sins.[17] Am 15. März 1748 vertauschte er diesen Posten mit dem Pfarramt in Auw, wo er bis zum 29. April 1752 blieb.[18]

Am 29. April 1752 ernannte ihn Abt Maurus Zingg zum Spiritual der Klosterfrauen in Sarnen. Hier blieb er bis zu seinem Tod am 23. November 1767.[19] Hier starb er nach über fünfzehn­jähriger Tätigkeit nach einem langwierigen Fieber. Er wurde von den Zeitgenossen als ein Mann geschildert, der sich in allen ihm aufgetragenen Ämtern trefflich bewährte und sich um das Kloster überaus verdient machte.[20]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Pfarrer Jakob Zwissieni hatte eine Wappenscheibe machen lassen, die nach Nostell Church "ausgewandert" ist. Siehe dazu: Boesch, Anzeiger für Schweiz. Altertumskunde 39, S. 268, Nr. 402 (837). Über Pfarrer Jakob Zwissieni vgl. M. Heinrichsperger, Das Franziskanerinnenkloster in Muothatal, Ulm 1958, S. 129 und 123. Auf diesen Onkel Jakob scheint sich der Eintrag in der Stiftsbibliothek (I, 941) in Engelberg zu beziehen. Im Buch "Tyrocinium eloquentiae" von Carolus Pariol (Chambery 1654) steht: "Jakobi Fischlin, Rhetorices alumni 1664". Als Pfarrer von Muothatal ist er auch von M. Dettling in seiner Schwyzerischen Chronik 304 aufgeführt. Auf unsern Jakob Fischli bezieht sich zudem eine Bemerkung des Pfarrers A. Schmid, es sei noch kein Pfarrer in Muothatal gestorben ausser sein früherer Amtsvorgänger Jakob Zwissieni, vgl. Durrer, Bruder Klaus. Sarnen 1917–1921, S. 390.
  3. Rechnungsbuch 1717, 28. Mai.
  4. StiArEbg Korr. Rinderli, Cod. 229, S. 287.
  5. Acta capitularia I (Aug. 1729 – Okt. 1737), StiArEbg cod. 190, S. 17.
  6. Straumeyer, Descriptiones, StiArEbg cod. 200, S. 113.
  7. Acta capitularia I (Aug. 1729 – Okt. 1737), StiArEbg cod. 190, S. 2.
  8. Ibidem, S. 48.
  9. StiArEbg Rechnungsbuch, 2. Oktober 1740.
  10. StiArEbg cod. 33, S. 43.
  11. Acta capitularia II (Okt. 1737 – Dez. 1746), StiArEbg cod. 191, S. 11.
  12. Straumeyer, Annales 7, StiArEbg cod. 227, S. 542.
  13. Acta capitularia II (Okt. 1737 – Dez. 1746), StiArEbg cod. 191, S. 174.
  14. Ibidem, S. 211.
  15. Ibidem, S. 328.
  16. StiArEbg Brief Zingg, 17. Oktober 1746.
  17. Acta capitularia III (Jan. 1747 – Juni 1754), StiArEbg cod. 192, S. 613.
  18. Hess, Die Pfarrgeistlichen, S. 108 und 116.
  19. Acta capitularia III (Jan. 1747 – Juni 1754), StiArEbg cod. 192, S. 317.
  20. StiArEbg cod. 396 (Pfarrbuch 1750-1777), Tabula defunctorum IV, f. 560v.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 125.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.