Gregor Imfeld

Aus Kloster-Engelberg
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Gregor (Anton) Imfeld (* 8. Oktober 1670 in Sarnen; † 18. September 1716 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 23. Oktober 1695

Priesterweihe: 12. August 1696

Ämter

Präzeptor der Stiftsschule: 1697

Unterpfarrer in Engelberg: 1702–17?

Bibliothekar: 1711–17?

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Daniel Imfeld und der Anna M. Imfeld.

Lebensbeschreibung[1]

P. Gregor wurde in Sarnen als Sohn des Daniel Imfeld und der Anna M. Imfeld am 8. Oktober 1670 geboren und erhielt bei der Taufe den Namen Anton.[2] Der Gross­vater väterlicherseits war Landammann Johann II. Imfeld und mütterlicherseits Landamann Johann Peter Imfeld.[3] Die Studien machte er im Kloster Engelberg. Er legte am 23. Oktober 1695 Profess ab und erhielt der Klosternamen Gregor. Die heiligen Weihen erhielt er in Luzern in der Kapelle des Nuntius: den Subdiakonat am 17. November 1695, den Diakonat 1696, den Presbyterat am 12. August 1696, alle durch Nuntius de Conti, den spätem Papst Innozenz XIII. Zur Primiz im August 1696 erhielt P. Gregor ein Messgewand und einen Kelch von Meister Staffelbach in Sursee mit dem Wappen der Imfeld.[4]

1702 war er Unterpfarrer in Engelberg, 1713 für kürzere Zeit zur Aushilfe in Sins als "Koadjutor". 1697 war er Präzeptor der Schule (Fastenkapitel).[5] 1712 muss er Bibliothekar gewesen sein. Denn er sandte dem P. Bernhard Pez von Melk Beiträge für seinen "Conspectus" mit Einzelheiten über die Klostergeschichte, vor allem aus der Zeit des Abtes Frowin im 12. Jahrhundert.[6] Es ist zwar nur ein kurzer Hinweis, bezüglich P. Gregor nicht sehr ausagekräftig ist. Ausführlicher ist der Brief an Pez vom 23. März 1711, der einzige, der von ihm erhalten ist. Hier unterschrieb er ausdrücklich als "bilbiothecarius et philosophiae professor ordinarius". Er erstellte auf Wunsch des Mitbruders in Melk einen Schriftstellerkatalog des Klosters bis auf P. Athanas a Castanea 1691 und schloss mit den Worten: "Ignoscit benignissimus lector, tremular manui utpote contractae." Es scheint, als wollte er sich wegen Gichtschmerzen entschuldigen. Der Brief ist in mancher Hinsicht aufschlussreich für die damalige Lage in Engelberg. Pez muss sich schon in einem früheren Schreiben an Abt Joachim Albini gewandt haben. Denn P. Gregor entschuligte sich, dass er Pez solange habe warten lassen. Erst aus diesem Brief war zu erfahren, dass P. Gregor überhaupt die Bibliothek verwaltete. Köstlich ist, wie er die Verspätung der Antwort erklärt. Sein Abt habe unter dem Druck der Geschäfte den Brief aus Melk in die Schublade gelegt und bald darauf verreisen müssen. Erst nach zweimaliger längerer Abwesenheit sei ihm das Schreiben wieder in Erinnerung gekommen. Da habe er ihm umgehend den Auftrag erteilt, für Pez das Möglichste zu tun. Er habe indes trotz eifrigen Nachforschungen nur wenige alte, zum Teil fast unleserliche Handschriften gefunden und sie nach Tunlich­keit mit Erklärungen versehen. Der Katalog der Handschriften, wie ihn Imfeld vorlegte, wirft auf die Bibliothek nicht das beste Licht. Er ist voller Fehler, da P. Gregor seine Aufgabe zu wenig meisterte und auch zu wenig Zeit hatte, bessere Aufschlüsse zu geben. Er fürchtete nämlich, er komme mit seiner Antwort zu spät.[7]

P. Gregor hat sich auch sonst um die Bibliothek verdient gemacht. 1707 beteiligte er sich mit anderen Mitbrüdern an der Kopie der Tschudi-Handschriften.[8] Von ihm stammt auch eine grössere Kopie "Rechte und Gewohnheiten der Stadt Luzern, den Fall, Bodenzins, Ehrschatz, Kauf, Verkauf oder Verleihung der Lehen und Genossamen betreffend". P. Ildephons Straumeyer liess 1735 die Kopie einbinden und versah sie mit einem Index und den Erbartikeln aus dem Unterwaldner Lehenbuch.[9] Er starb am 18. September 1716. Nach seinem Tod blieben noch Zinsen von seiner Aussteuer ausstehend. So erwähnt das Rechnungsbuch des Jahres 1717 am 18. Januar 1718: "Empfangen durch P. Maurus Rinderli wieder an den 1715-er Zins wegen P. Gregor sel. Aussteuer 8 gld 36 s." Am 3. Februar 1718: "Empfangen durch P. Maurus von Antonio Imfeld (wohl einem Verwandten) 2 gld 3 s. als ein Restli."

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Omlin, Ephrem: Die Geistlichen Obwaldens vom 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Sarnen 1984, S. 324.
  3. Küchler, Sarnen, S. 150, 141, 143, dazu Omlin, Landammänner, Reg.
  4. Hess, Goldschmiedearbeiten,S. 13.
  5. StiArEbg Scripta Albini.
  6. Hist.-Polit. Blätter 109 (892), S. 264.
  7. Festschrift Vasella, Fribourg 1964, S. 403-455, hier besonders 440 ff.
  8. StiBiEbg cod. 189, S. 596.
  9. StiArEbg cod. 305.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 121.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.