Gregor Fleischlin

Aus Kloster-Engelberg
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Gregor (Nikolaus) Fleischlin (* 15. Februar 1626 von Luzern; † 6. Juli 1686 in Engelberg), Magister Philosophiae

Lebensdaten

Profess: 13. November 1642

Priesterweihe: 1649

Ämter

Subprior: 1650–1653?

Lehrer der Fratres: 1651–1659

Pfarrer und Statthalter in Sins: 1663–1670

Prior: 1670–1681

Abt: 1681–1686

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Luzerner Bürgers Wilhelm Fleischlin und der Jakobea Knab, einer Schwester des Propstes und spätem Bischofs von Lausanne, Jodocus Knab.

Lebensbeschreibung[1]

Nikolaus wurde am 15. Februar 1626 als Sohn des Luzerner Bürgers Wilhelm Fleischlin und der Jakobea Knab, einer Schwester des Propstes und späteren Bischofs von Lausanne, Jodocus Knab. Mit acht Jahren begann er seine Studien bei den Jesuiten in Luzern. 1641 trat er in die Klosterschule Engelberg über und bald darauf ins Noviziat. Am 13. November 1642 legte er Profess ab. Mit ihm besuchten drei seiner Brüder die Schule in Engelberg, unter ihnen Christoph, der als Fr. Leodegar die Ge­lübde in Einsiedeln ablegte.[2] Die Philosophie und Theologie studierte Gre­gor mit seinem Mitbruder Ignaz Betschart in Luzern.[3] 1649 erhielt er die Priesterweihe. Zunächst versah er das Vikariat Vitznau.[4] 1650 wurde er Subprior des Klosters.[5] Von 1651 bis 1659 war er zudem Lehrer der Philosophie für die Fratres. 1663 wurde ihm die Statthalterei und Pfarrei Sins übertra­gen.[6] 1670 kehrte er als Prior ins Kloster zurück. Am 16. Januar 1681, fünf Tage nach dem Tode seines Vorgängers und Freundes, wurde er zum Abt gewählt. Die Weihe erteilte am 1. Juni der Abt von Einsiedeln.[7] Die kurze Amtszeit des Abtes Gregor ist gekennzeichnet durch ein unermüdliches Wirken in der Verwaltung und eine rege Bautätigkeit. In der Kirche liess er neue Altäre und eine Chororgel errichten.[8] Er erwarb zahlreiche Reli­quien.[9] Von den vielen Anschaffungen von Kultgegenständen und Para­menten für die Sakristei legte er ein eigenes Inventar an.[10] Er liess auch zahlreiche Gebäulichkeiten in Kloster und Tal bauen oder renovieren und verbesserte Alpen und Strassen.[11] 1683 weihte er die neue Kapelle in der Schwand.[12] Am 28. August 1684 wurde er von der Äbtekonferenz zum Visitator der Schweizer Klöster ernannt.[13] Für die Bibliothek liess er einen neuen Raum errichten und schenkte ihr die Hälfte der Bücher seines Onkels Jodocus Knab, die dieser ihm testamentarisch vergabt hatte.[14] Abt Gregor starb am 6. Juli 1686.[15]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 640f) übernommen.
  2. StiArEbg Personalakten Fleischlin.
  3. Glauser, Das Schülerverzeichnis des Luzerner Jesuitenkollegiums 1574-1669, Luzern 1976, S. 99, Nr. 2069, vgl. auch Nr. 2068.
  4. StiArEbg Cista Luzern, Vitznau.
  5. StiArEbg Cista Visitationen.
  6. Hess, Pfarrgeistliche, S. 107.
  7. StiArEbg Wahlakten 1681.
  8. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 127. Huber, Kirchenmusik, S. 399, Anm. 2.
  9. Stückelberg, Geschichte der Reliquien in der Schweiz 1, Zürich 1902, S. 117, 189, 191f.
  10. StiArEbg Cista Sakristei.
  11. Ibidem.
  12. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 229. Hunkeler, Talkapellen, S. 8 ff.
  13. StiArEbg cod. 313, S. 40.
  14. Testament Knabs ed. in Geschichtsfreund 115, 1962, S. 203. In der Bibliothek befinden sich auch noch die Vorlesungsmanuskripte Fleischlins von Luzern und seine eigenen Vorlesungen in Engelberg, StiBiEbg cod. 624-646. Bücher aus dem Besitz des Abtes siehe Heer, Vergangenheit, S. 245, Anm. 45.
  15. StiArEbg Nekrolog Strau­meyer, S. 86. Sein Landsmann J.A. F. Balthasar hat ihn in die Ehrengalerie seines Museum virorum Lucernatum, Luzern 1777, S. 26, aufgenommen.

Bibliographie

  • De Kegel, Rolf: Gregor Fleischlin, in e-HLS.
  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 44.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 239-245.
  • Helvetia Sacra III I, S. 640f.