Gabriel Schumacher

Aus Kloster-Engelberg
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen von P. Gabriel Schumacher.

Gabriel Schumacher (* 1580 in Beromünster; † 11. Oktober 1616 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 29. Juni 1606

Priesterweihe: 17. September 1606

Primiz: 16. Oktober 1606

Ämter

Kustos: 1606–1611

Lebensbeschreibung[1]

P. Gabriel stammte aus Beromünster, wo die Familie seit 1519 eingebürgert war.[2] Die Profess legte er am 29. Juni 1606 ab, die Priesterweihe erteilte ihm am 17. September 1606 der Bischof von Konstanz. Seine Primiz feierte er am 16. Oktober 1606.[3] Er war schon als Novize Subdiakon und Diakon geworden und änderte daher den Taufnamen bei der Profess nicht.[4] Tanner glaubte, dass die ungewohnte Praxis auf den Mangel an Patres zurückzuführen sei. Doch hatte der Frater vor der Profess das Gelübde der Stabilität ablegen müssen. Er wurde schon bald Kustos und starb 1616, vermutlich am 11. Oktober, nachdem er das Kloster unbefugter Weise verlassen hatte, wie es scheint, in geistiger Umnachtung. Der Klosterannalist P. Plazidus Knüttel notiert im Nekrolog III: "11. Octobris: Obijt hac die in Trüöppensee superiori Gabriel Schuomacher n. c. presbyter, anno 1616, ibique putrefactus sequenti primum aestate, factore malice, inventus est."[5] (Es starb an diesem Tag im Jahr 1616 auf Obertrübsee Gabriel Schumacher, Priestermönch unseres Konvents. Dort wurde er erst im folgenden Sommer in stark verwestem Zustand aufgrund des grausigen Gestanks gefunden.) Sein Tod ist im Verkündbuch der Pfarrei zum 16. Oktober eingetragen. Dieser unerklärliche Todesfall hat Sage und Forschung zum Teil bis heute beschäftigt in der Fassung des sogenannten "Pfaffenhaufens" auf Trübsee. Am 9. August 1923 wurde der Haufen planmässig untersucht, aber durch Unvorsichtigkeit von Älplern wieder teilweise verdeckt.[6] Durrer glaubte bis zuletzt an einen prähistorischen Fund. Doch scheint die Lösung, dass es sich um das Grab Schumachers handelte, näherliegend, da man es wohl nicht wagte, den verwesten Leib zu bestatten und so das Steingrab liegen liess.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Wallimann, Josef: Die Bürgergeschlechter in Beromünster. Er erwähnt die Familie, nicht aber P. Gabriel, wohl weil er als illegitim eingetragen war.
  3. Collectanea Tanner 3 (1600-1619), StiArEbg cod. 283, S. 244.
  4. Collectanea Tanner 3 (1600-1619), StiArEbg cod. 283, S. 239.
  5. StiBiEbg cod. 11, f. 36v.
  6. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 1007f.

Bibliographie

  • Bacher, Mike: Der Pfaffenhaufen. Sagenhaftes und Reales (2. Teil), in: Titlisgrüsse 96, 2011/1, S. 7-19, bes. S. 12ff.
  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 106.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.