Frowin Stolz

Aus Kloster-Engelberg
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Frowin (Johann Baptist) Stolz (* 24. Juni 1726 in Laufenburg; † 29. September 1767 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 26. September 1745

Priesterweihe: 1. Juni 1749

Primiz: 15. Juni 1749

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1749–1754?

Präzeptor: 1749–1750

Kapellmeister: 1749–1750

Kustos: 1750–1754

Katechet in Engelberg: 1754–1756?

Unterpfarrer in Engelberg: 1755–1756

Pfarrer in Engelberg: 1756–1759

Archivar: 1759–1767

Lehrer der Fratres: 1759–1767

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Andreas Stolz und der Anna Weingartner.

Lebensbeschreibung[1]

P. Frowin aus dem Badischen Laufenburg, wo er am 24. Juni 1726 den Eltern Andreas Stolz und Anna Weingartner geboren wurde. In der Taufe erhielt er den Namen Johann Baptist. Als Paten sind genannt: Joseph von Müllenen und M. Ursula Liechtenauer. Die Firmung spendete Weihbischof Johann Baptist Haue von Basel am 2. April 1730 in Laufenburg. Als Firmzeuge trat der Pfarrer selber auf. Das Schriftstück ist ausgestellt in Laufenburg am 22. September 1745 durch Franz Josef Ringler, Dr. Theologiae, Apostolischer Protonotar, Dekan und Rektor ebenda.

Johann Baptist Stolz kam am 22. August 1740 an die Klosterschule Engelberg. Für ihn zahlte sein Vater, Kammerdiener des Abtes Emanuel Crivelli. Er zahlte für ihn am 22. August 1740 39 gld. Kostgeld, ebenso am 4. September 1741 weitere 39 gld und nochmals am 1. Oktober 1742 Kostgeld für das "Battitli" samt 6 gld. Extrakosten. Der Vater wollte sich dem Kloster 1751 verpfründen und als Schneider oder in der Sakristei arbeiten. Der Antrag wurde aber vom Kapitel abgelehnt, weil das Kloster finanziell schlecht stehe und mit den Brüdern Johann Baptist Ender und Michael Uster schon zwei Schneider habe.[2] Da der Vater offenbar nicht sehr begütert war, half der Stiefbruder des "Baptischli", Franz Josef Bettschon bei der Begleichung der Aussteuer mit 187 gld.[3] Am 30. April 1745 legte er noch 125 gld hinzu und am 1. Juli 1747 ergänzte der Vater die Aussteuer mit 105 gld,[4] den Rest der Aussteuer bezahlte der Vater am 4. Februar 1749 mit 82 gld.

Am 19. Juni 1744 gelangte Johann Baptist an das Kapitel mit der Bitte um Aufnahme ins Kloster, zusammen mit den drei anderen Kandidaten Rickenbacher, Reding und Schönbächler.[5] Wie bei den andern wird sein Charakter gerühmt, Bescheidenheit in und ausser der Kirche sowie sein Gehorsam. Am 19. September 1744 versprach der Vater als Aussteuer 500 flor. Der Sohn war eifrig im Chordienst. Der Fleiss im Studium war grösser als der Erfolg, der Erfolg immerhin mittelmässig, wie Abt [[Emanuel Crivelli] bemerkt. In der Erholungszeit war er umgänglich und von reifer Art. Er litt unter grosser Augenschwäche. Am 9. September 1745 wurde er zum Noviziat zugelassen und legte am 26. September 1746 mit den drei anderen die Profess ab. Er erhielt den Namen des grossen Abtes Frowin. Zur Profess zahlte sein Stiefbruder Bettschon am 26. November 187 gld. Der Vater Kammerdiener ergänzte die Auslagen am 6. Oktober für Kost, Kutte, Skapulier und ein Einsiedler Brevier mit 35 gld.

Die Studien der Philosophie und Theologie absolvierte er im Kloster. So konnte er am 24. September 1747 den Subdiakonat in der Privatkapelle des Nuntius Filippo Acciaiuoli in Luzern empfangen, den Diakonat durch senselben Spender am 22. September 1748, den Presbyterat am 1. Juni 1749 mit Altersdispens durch Papst Benedikt XIV. Die Primiz folgte am 15. Juni 1749. P. Frowin begann seine Tätigkeit im Kloster am 12. November 1749 als Präzeptor der Schule und erster Kapell­meister.[6] Am 28. Oktober 1750 wechselte er in die Kustorei[7] am 5. November 1751 wurde er Lehrer der Grammatik und Syntax, am 22. Juni 1754 wurde er Katechet in der Pfarrei [8], dazu am 16. November 1754 director chori.[9] Am 28. November 1755 war er Unterpfarrer des TalesReferenzfehler: Für ein <ref>-Tag fehlt ein schließendes </ref>-Tag. Er blieb bis zum 29. November 1759 und wird in der Folge Archivar und Musiklehrer der Fratres.[10]

Er starb am 29. September 1767 zu Anfang der Mette des Festes des heiligen Michael an Erstickung durch Asthma oder Katarrh fast plötzlich, sodass er nur mehr mit dem heiligen Öl versehen werden konnte. Die Tabula Defunctorum [11] rühmt ihn als tüchtigen Musiker sowohl für Figural- wie für Choralgesang, in der Arbeit unermüdlich, in der Seelsorge Tag und Nacht auf dem Posten, dem Kloster in allem ein nützlicher Mitbruder.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Acta capitularia III (Jan. 1747 – Juni 1754), StiArEbg cod. 192, S. 293.
  3. StiArEbg cod. 33, S. 671.
  4. StiArEbg cod. 34, S. 13.
  5. Acta capitularia II (Okt. 1737 – Dez. 1746), StiArEbg cod. 191, S. 276.
  6. Acta capitularia III (Jan. 1747 – Juni 1754), StiArEbg cod. 192, S. 211.
  7. Ibidem, S. 248.
  8. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 2.
  9. Ibidem, S. 20.
  10. Ibidem, S. 118.
  11. StiArEbg cod. 396 (Pfarrbuch 1750-1777), Tabula Defunctorum IV, S. 560.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 130.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.