Frowin Bergmann

Aus Kloster-Engelberg
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Wappen von P. Frowin Bergmann.

Frowin (Kaspar) Bergmann (* 1. Oktober 1586 ; † 19. Juli 1639 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 27. November 1605

Priesterweihe: 16. September 1613

Ämter

Kustos: 1629?–1639

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Johannes Bergmann und der Margartha Huber.

Lebensbeschreibung[1]

P. Frowin wird als Luzerner bezeichnet, doch lässt sich die Herkunft der Familie nicht genauer bestimmen.[2] Der Vater war Johannes Bergmann, die Mutter Margartha Huber, vermutlich Konvertitin aus Embrach im Kanton Zürich. Frowin wurde am 1. Oktober 1586 geboren und auf den Namen Kaspar getauft. Die Profess legte er am 27. November 1605 ab. Seine Studien machte er zum Teil in Luzern, zur Hauptsache aber im Kloster bei den Patres Adelhelm Knoll und Augustin Lang.[3] Den Subdiakonat erhielt er am 16. März 1613, den Diakonat am 29. März 1613 und die Priestenweihe am 16. September 1613. Alle drei Weihen wurden vom Bischof von Konstanz durchgeführt. Schon am 25. Mai 1611 wurde er, noch nicht Priester, zum zweiten Kustos ernannt.[4] Er muss auch Beziehungen zu Attinghausen gehabt haben, da er in der dortigen Bruderschaft der heiligen Barbara als Mitglied aufgeführt wird.[5] 1620 schickte ihn Abt Benedikt Keller nach Solothurn zu den dortigen Chorherren, um Schild und Fenster für das neuerbaute Refektorium zu erbitten, aber auch um für die Überlassung von Reliquien der heiligen Urs und Gefährten zu danken.[6] 1630 erlässt er mit P. Benedikt Pfyffer die Zitation zur Neuwahl des Abtes nach dem Rücktritt von Abt Benedikt.[7] Solche Aufträge werden damit zusammenhängen, dass er Kustos war, wie das aus der Konventscheibe von 1639, also kurz vor seinem Tod, hervorgeht.[8]. Der Vater des P. Frowin muss in Solothurn gelebt haben, wenigstens in späteren Jahren. Denn von dorther wird 1627 sein vom verstorbenen Vater ererbter Hausrat nach Engelberg geführt.[9] Am 14. Mai 1627 war P. Frowin mit P. Augustin Lang eigens wegen des väterlichen Erbes nach Solothurn geschickt worden.[10] Einigen Aufschluss über die Familie der Mutter gibt die Aussteuer, die ca. 1670 für P. Frowin bezahlt wurde.[11] Diese Aussteuer stammt vom Solothurner Chorherrn Heinrich Huber von Embrach. Er war am 18. April 1627 als Senior der Chorherren gestorben.[12] Huber war, wie es scheint, der Bruder der Mutter von P. Frowin beide von Embrach, wo die Huber sehr stark vertreten sind. Beide waren Konvertiten, Heinrich wurde 1593 Priester und Kaplan in Solothurn, versah mehrere Pfarreien im Kanton, so Oberdorf, Biberist, Matzendorf, Selzach, 1604 Grenchen, wurde im gleichen Jahr Leutpriester in Solothurn, 1608 Chorherr und starb 1627. Die Erbstücke aus dem Nachlass des Onkels sind auch aufgenommen von P. Ignaz Hess.[13]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Zur Herkunft der Familie vermerkte P. Gall Heer noch ergänzend: Weil die Bergmann in Luzern nur selten vorkommen, ist es wahrscheinlicher, dass sie ursprünglichaus dem Wallis stammen, wo in Eisten bei Brig, sowie in Simpeln die Familie unter dem Namen Eister und dem Beinamen Bergmann häufig erscheinen. Von dort aus verbreitete sich der Name schon früh im Wallis, aber auch in der übrigen Schweiz. Dazu: Schmid, Ferdinand, Blätter aus der Walliser Geschichte, 1889, S. 364 und Walliser Wappenbuch, Zürich 1964.
  3. Collectanea Tanner 3 (1600-1619), StiArEbg cod. 283, S. 243 und 290.
  4. Collectanea Tanner 3 (1600-1619), StiArEbg cod. 283, S. 33.
  5. Gütige Mitteilung von Dr. Eduard Wymann, Altdorf, an P. Gall Heer am 17. März 1948.
  6. Straumeyer, Annales 7, StiArEbg cod. 227, S. 597.
  7. Straumeyer, Annales 7, StiArEbg cod. 227, S. 708.
  8. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 183.
  9. Knüttel, Rechnungsbuch, S. 475 sowie: "Hr. Frowins sel. Vater 65 Dukaten" Knüttel, Rechnungsbuch, S. 575.
  10. Knüttel, Rechnungsbuch, S. 618.
  11. Verzeichnis darüber unter den Personalien: "Erb a R.D. Canonico Henrico Hueber, Solodori anno 1572: Silberner Kelch, silberin Käntlin, Korporaltäschlin, etliche silberne Rächer, Löffel, Büecher, ein finer leinerner Hausrat und Tuoch, item 120 Solothurner Cronen, so machen 180 florin."
  12. Schmid, Alexander: Die Kirchensätze. die Stifts- und Pfarrgeistlichkeit des Kantons Solothurn. Solothurn 1857, S. 18 und 257.
  13. Gold­schmiedearbeiten für das Kloster Engelberg, Anzeiger für Schweiz. Altertumskunde 1,1903/04, S. 4.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 105.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.