Floridus Suppiger

Aus Kloster-Engelberg
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Floridus (Johannes Baptist) Suppiger (* 11. November 1743 in Willisau; † 5. Juni 1804 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 28. Oktober 1760

Priesterweihe: 9. November 1766

Ämter

Vestiar: 1769–17?

Kapitelssekretär: 1779–1791

Bibliothekar: 1780–1781

Lehrer der Fratres: 1781–17?

Küchenmeister: 1783–1791?

Unterpfarrer in Engelberg: 1786–1791

Pfarrer in Engelberg: 1791–1804

Subprior: 1792–1804

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn der Johann Balthasar Suppiger, Schultheiss von Willisau, und der Franzisca Hermann.

Paten: Paten Franz Suppiger, Schultheiss, und M. Elisabeth Barth.

Firmpate: Joseph Troxler, Ratsherr.

Lebensbeschreibung[1]

Die Suppiger sind ein altes Geschlecht des Städtchens Willisau. Hier wurde P. Floridus am 11. November 1743 den Eltern Johann Balthasar Suppiger, Schultheiss von Willisau, und Franzisca Hermann geboren und erhielt in der Taufe den Namen Johann Baptist Joseph Anton Franz Xaver. Der Taufschein nennt als Paten Franz Suppiger, Schultheiss, und M. Elisabeth Barth. Die Firmung erhielt er am 25. August 1753, der Pate war Ratsherr Joseph Troxler. Das Zeugnis ist unterschrieben von Ignaz Zurgilgen, Warter von Beromünster, Pfarrer von Villisau.

Johann Baptist wandte sich am 1. September 1759 an das Kapitel in Engelberg mit der Bitte um Aufnahme in das Kloster. Man hatte aber beschlossen, in den nächsten zehn Jahren keine Novizen mehr aufzunehmen. Mit Suppiger hatten sich noch drei Kandidaten angemeldet, unter ihnen der spätere P. Konrad Christen. Während die andern bereits abgereist waren, blieb Suppiger in Engelberg und ging zum Abt und zu den einzelnen Patres und bat sie kniefällig, sie möchten ihren Beschluss zurücknehmen. Tatsächlich erreichte er sein Ziel. Im Kapitel vom 6. September 1759 erhielt er mit Christen die Aufnahme und am 28. Oktober das Ordenskleid. Man rühmte ihn als guten Organisten und hoffte, er werde für das Kloster eine gute Stütze für den Chor sein. Man hoffte auch, er werde noch weitere Instrumente erlernen. Man lobte seinen Eifer im Studium, besonders der Philosophie,[2] auch seine Frömmigkeit, seinen Eifer für das Opus Dei, für Gehorsam und "Abtötung".

So konnte er am 28. Oktober 1760 die Gelübde als Fr. Floridus ablegen.[3] Die Studien machte er im Kloster.[4] Die heiligen Weihen erhielt er durch Nuntius Luigi Valenti Gonzaga in seiner Hauskapelle in Luzern, den Subdiakonat am 3. März 1765, den Diakonat am 23. Februar 1766 und den Presbyterat am 9. November 1766. Mit Dispens, wegen Mangel an Arbeitskräften im Kloster. Vom Bischof von Konstanz, Franz Konrad von Rost, erhielt er 1770 die Admissio für Seelsorge und Lehrtätigkeit in der Philosophie und Theologie. Am 14. November 1791 fügte der Bischof noch die Admissio als Pfarrer von Engelberg bei.

Am 30. September 1763, also noch vor den Weihen, wurde er Subkustos,[5] am 26. September 1769 Vestiar,[6] am 30. März 1779 Kapitelssekretär [7] am 11. Februar 1780 Bibliothekar.[8] Am 17. Oktober 1781 wurde er zum Lehrer der Philosophie ernannt, blieb aber Vestiar.[9] Im Februar 1783 war er Küchenmeister,[10] am 24. November 1786 Unterpfarrer in Engelberg. Am 29. Oktober 1791 ernannte ihn Abt Leodegar Salzmann zum Pfarrer von Engelberg. Als solcher starb er am 5. Juni 1804 beim Segnen der Alp Zieblen oberhalb Engelberg. Er war als Pfarrer überaus beliebt und geschätzt, sodass man noch nach Generationen von ihm mit hoher Achtung sprach.[11]

Am 11. Mai 1792 war er zum Subprior ernannt worden,[12] am 25. Oktober 1793 war er während der Krankheit des Priors Maurus Müller sein Vertreter als Fratresinstruktor und Brüderinstruktor. Von ihm sagt das Sterbebuch der Pfarrei zum 5. Juni 1804: "Pl. R. P. Floridus Suppiger, Subprior meritissimus et Parochus per annos 13 vigilantissimus. Hie in reditu ab Alpe Zieblen, quam mox solite benedixit, appoplexia tactus post breve tempus ibidem mortuus est. Quod omnibus omnia sit factus, testabantur lacrimae suorum confratrum et Parochianorum. Vixit anno 61."[13]

1798 gab er als Pfarrer von Engelberg während einer Sitzung der Talgemeinde Engelberg am 5. April, wo die Annahme der Konstitution durch Obwalden bekannt gegeben wurde, eine Erklärung ab: "Ich, Endsunterzeichneter, bezeuge mit Gegenwärtigem, dass in der von mehreren Schweizer Cantonen angenohmenen neuen helvetischen Constitution nichts wider die wahre, katholische Religion Streitendes enthalten seye. P. Floridus Suppiger, Pfarrherr." Darauhin beschloss die Talgemeinde, die helvetische Konstitution anzunehmen.[14] Das helvetische Klostergesetz vom 17. September 1798 legte unter Punkt 10 fest, dass Klöster, die eine Pfarrei betreuten, dieser Aufgabe weiterhin nachzukommen hätten, "wenn sie dazu die erforderlichen Eigenschaften und Fähigkeiten besitzen". Die helvetische Regierung verordnete hierfür eine landesweite Bestandsaufnahme in den Pfarreien. P. Floridus Suppiger als Engelberger Pfarrer, beantwortete dazu 33 Fragen. Er wies auf den personellen und finanziellen Vorteil hin, wenn im Engelberger Hochtal die so aufwendige und beschwerliche Seelsorge mit klösterlichem Rückhalt erledigt werden könne. Sein Einkommen als Pfarrer sei sehr gering, aus der Gemeindekasse erhalte er nichts. Als Pfarrkirche diene die Klosterkirche.[15] Die letzten Jahre hatte P. Floridus als Subprior fast allein die Last der Leitung zu tragen, da Abt Leodegar längere Zeit krank war und nach seinem Tod eine "starke Hand" fehlte. Denn der Prior P. Maurus Müller konnte nur mehr selten am gemeinsamen klösterlichen Leben teilnehmen. Und P. Karl Stadler war nicht Oberer, sondern nur Vertreter des Klosters nach außen.[16]

Er erreichte ein Alter von 61 Jahren. Der Eintrag stammt vom Unterpfarrer Engelberg P. Bernhard Infanger. Am 19. Juni 1776 war er Zeuge bei der Wahl des Abtes Gerold Meyer von Muri. Er war Begleiter des Abtes Leodegar Salzmann in seiner Eigenschaft als Kapitelssekretär.[17] Aus dem Nachlass des P. Floridus kam in die Stiftsbibliothek das berühmte Werk "D. Renatus Prosper Tassin. Gelehrtengeschichte der Kongregation des St. Maurus, Benediktinerorden"[18] sowie das Werk "Aegidius Tschudi, Gallia comata, Konstanz 1758".[19]

Professnummer

  • Nr. 569

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 115.
  3. Ibidem, S. 117.
  4. Cod. A, 278, S. 82.
  5. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 172.
  6. Ibidem, S. 198.
  7. Ibidem, S. 397.
  8. Ibidem, S. 399.
  9. Ibidem, S. 417.
  10. Ibidem, S. 421.
  11. Hess, Das geistliche Engelberg, Verzeichnisse, Heft 8 der Sammlung "Schriften zur Heimatkunde" 1943, S. 30.
  12. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 487.
  13. Zu deutsch: Der hochverdiente P. Subprior und eifrige Pfarrer während 13 Jahren starb auf der Rückkehr von der Alp Zieblen, die er nach Gewohnheit gesegnet hatte vom Schlag getroffen. Dass er allen alles war, bewiesen die Tränen der Mitbrüder und Pfarrkinder.
  14. Dufner, Engelberg im Revolutionsjahr, S. 31.
  15. De Kegel, Die Abtei Engelberg im Spannungsfeld helvetischer Klosterpolitik 1798–1803, in: Germania Monastica, Festschrift für P. U. Faust OSB, 2015, S. 437–438.
  16. Heer, Vergangenheit, S. 371.
  17. StiArEbg cod. 314, S. 215.
  18. Frankfurt und Leipzig, Aug. Lebrecht 1773 und 1774, 2 Bände.
  19. Der Buchdeckel trägt die Inschrift: "Ex libris Joannis Balthasari Suppiger, Praetoris Willisowii, anno 1760". Auf dem Vorsatzblatt steht der Eintrag: "Bibliothecae Engelbergensis es libris Pl. P. Floridi Suppiger, Archimagiri" (Stiftsbibliothek 202 a, S. 13).

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 134, Nr. 569.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.

Weitere Informationen zum Leben von P. Floridus Suppiger unter StiArEbg, Manuskript Br. Meinrad Haberl.