Eugen von Büren

Aus Kloster-Engelberg
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Eugen (Josef Michael) von Büren (* 14. Juli 1773 von Stans; † 21. Mai 1851 in Grafenort)

Lebensdaten

Profess: 27. Januar 1793

Priesterweihe: 10. Juli 1796

Ämter

Katechet in Engelberg: 1796–?

Pfarrer von Abtwil: 1801–1807

Unterpfar­rer in Engelberg: 1807–18?

Küchenmeister: 1807–1810

Kanzleidirektor: 1807–1810

Lehrer an der Stiftsschule: 1807–1810

Pfarrer und Statthalter in Sins: 1810–1822

Abt: 1822–1851

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Heinrich von Büren und der Elisabeth Bali.

Lebensbeschreibung[1]

Abt Eugen wurde am 14. Juli 1773 als Josef Michael in Stans als Sohn des Heinrich von Büren und der Elisabeth Bali geboren. Nach dem Besuch der Lateinschule der Kapuziner in Stans kam er nach Engelberg, trat 1792 ins Noviziat ein und legte am 27. Januar 1793 die Profess ab. Die philosophisch-theolo­gischen Studien absolvierte er im Kloster und erhielt am 10. Juli 1796 in Luzern die Priesterweihe.[2]

Zunächst wirkte er als Katechet im Klosterdorf, 1801 wurde er Pfarrer von Abtwil, ab 1807 war er in Engelberg Unterpfar­rer, Küchenmeister, Kanzleidirektor, Lehrer an der Talschule und Reli­gionslehrer an der Klosterschule.[3] 1810 wurde er Pfarrer und Statthalter in Sins.[4] Am 5. November 1822 wurde er zum Abt gewählt und am 10. November geweiht.[5]

Seine lange Regierungszeit war ein fast ständiger Kampf um die materiellen Mittel des Klosters. Er erwies sich aber als kluger Finanzmann, der die Schuldenlast von rund 130'000 Gulden um 33'000 Gulden vermin­derte, dazu noch mehrere Gebäude auf den Alpen und in Grafenort errich­ten liess und für die Sakristei Paramente und Kirchenschmuck anschaffte.[6] Eine neue finanzielle Belastung brachte die Überschwemmungskatastrophe von 1831. Für die schwer getroffene Bevölkerung leitete Abt Eugen eine Hilfsaktion ein.[7] Es war ihm auch daran gelegen, dass die Seidenkämmelei und der Handel mit Käse Arbeit und Verdienst ins Tal brachten.[8] Seine sozialen Bestrebungen wurden 1847 gekrönt durch die Gründung der Wai­sen- und Armenanstalt in Engelberg.[9] Abt Eugen setzte sich für das Kloster Muri ein, das seit 1836 von der Aargauer Regierung planmässig dem Unter­gang entgegengeführt wurde. Abt Ambros Bloch und mehrere Patres aus Muri fanden in Engelberg Asyl.[10] Abt von Büren war auch ein leidenschaft­licher Sammler. Er erwarb eine stattliche Reihe von Gemälden. Ab 1829 sammelte er Münzen und Medaillen, vorab schweizerische Denkmünzen und päpstliche Stücke, und ab 1833 Siegel. Dies brachte ihn in enge Bezie­hung zum berühmten Zürcher Numismatiker Karl Gustav von Schulthess­ Rechberg.[11] Bei seinen vielen äusseren Geschäften liess es Abt Eugen oft an der nötigen Entschiedenheit in der Wahrung der klösterlichen Disziplin fehlen; er war aber bei den Mitbrüdern beliebt.[12] Zu seinem goldenen Priesterjubiläum 1846 widmete ihm der Konvent eine literarische Gabe.[13] Abt Eugen starb am 21. Mai 1851 in Grafenort.[14]

Professnummer

  • Nr. 582

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 647f) übernommen.
  2. StiArEbg Personalakten von Büren.
  3. StiArEbg Ämtermutation 1807.
  4. Hess, Pfarrgeist­liche von Sins, S. 118.
  5. StiArEbg Wahlakten 1822.
  6. StiArEbg cod. 60 und 67.
  7. StiArEbg Cista Tal 1831.
  8. StiArEbg Cista Schwyz, Castell. Fassbind, Schappe-Industrie, S. 111-114.
  9. StiArEbg Cista Armenwesen - Waisenhaus.
  10. Acta capitularia VIII (1810–1842), StiArEbg cod. 280, S. 122; StiArEbg cod. 280, S. 96ff. Amschwand, Abt Adalbert Regli, passim.
  11. Hess, Numismatiker Karl Gustav Ritter von Schulthess-Rechberg.
  12. Heer, Vergangenheit, S. 414.
  13. Liebenau, Fruonz, Stift Engelberg.
  14. StiArEbg Personalakten von Büren.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 52, Nr. 582.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 389-416.
  • Helvetia Sacra III I, S. 650f.