Eugen Wirz

Aus Kloster-Engelberg
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Eugen (Franz) Wirz (* 15. April 1658 in Sarnen; † 10. August 1725 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 20. Oktober 1675

Priesterweihe: 8. August 1683

Ämter

Subprior: 1686–1700

Unterpfarrer in Engelberg: 1687–1700?

Pfarrer von Sins: 1700–1704

Pfarrer in Engelberg: 1709–1717

Spiritual im Kloster St. Andreas: 1714–1717

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Wolfgang Wirz, Landschreiber und Landammann, und dessen erster Frau Petronella Imfeld.

Grosseltern:

  • Sebastian Wirz (1565–1653), Bannerherr und Landammann, und dessen dritte Frau Margaretha Locher
  • Melchior Imfeld (1573–1622), Bannerherr und Landammann

Geschwister:

  • Wolfgang Wirz, OSB, (1650–1669), Benediktiner im Kloster Engelberg (Profess auf Totenbett).
  • P. Benedikt (Sebastian) Wirz[1], OCap, (1640–1713), Kapuziner im Kloster Altdorf.
  • Sr. Petronella (Anna Margaretha) Wirz, OSB, Konventualin im Benediktinerinnenkloster St. Andreas, Sarnen.[2]
  • P. Leonz Wirz, OSB, (1641–1695) Konventuale im Kloster Muri.
  • Sr. Maria Ignatia (Anna Maria) Wirz, OSU, (1668–1705), Professschwester im Ursulinenkloster Maria Hilf in Luzern.[3]
  • Wolfgang Ignaz Wirz (1671–1725), Obwaldner Landeshauptmann und Landammann.

Onkel:

  • Jakob Wirz (1594–1667), Vogt im Benediktinerinnenkloster St. Andreas, Sarnen, Landvogt und Landammann.

Lebensbeschreibung[4]

P. Eugen stammt von Sarnen und wurde am 15. April 1658 geboren. Seine Eltern hiessen Wolfgang Wirz und Petronella Imfeld. Sein Bruder Wolfgang war am 4. Mai 1664 an die Engelberger Schule gekommen, aber bereits am 4. April 1669 ebenda gestorben und war noch auf dem Sterbebett als Konventuale aufgenommen worden. Ein anderer Bruder war P. Benedikt Wirz und primizierte am 20. Januar 1667 als Kapuziner. Ein dritter Bruder, Dominik Wirz, studierte 1672 bis am 27. März 1677 an der Klosterschule Engelberg, wurde Gerichtsschreiber von Obwalden, Ratsherr und schliesslich Hauptmann in kaiserlichen Diensten.[5] P. Eugen war der Enkel des Landammanns Sebastian Wirz. Eine Schwester, Anna Margaretha, trat als Klosterfrau in den Konvent von Sarnen ein und erhielt den Namen Petronella.[6] Ein anderer Bruder wurde Mönch in Muri als P. Leonz Wirz. Er wurde dort Subprior und starb am 22. April 1695.[7]

Nach den ersten Studien in Engelberg 1668 bis 1674 trat er am 26. Oktober 1674 ins Noviziat ein, legte am 20. Oktober 1675 die Profess auf den Talpatron Eugen ab. Philosophie und Theologie studierte er im Kloster. Die Weihe des Subdiakonats erhielt er zusammen mit Fr. Nikolaus von Flüe durch den Nuntius Eduardo Cibo in dessen Residenzkapelle in Luzern am 27. Mai 1679. Den Diakonat spendete ihm der Bischof von Chur am 1. August 1683 und am folgenden 8. August den Presbyterat. P. Ignaz Burnott hatte die beiden Fratres auf der Reise nach Chur begleitet und auf dem Rückweg in Einsiedeln übernachtet.[8] P. Eugens erste Wirksamkeit scheint der Schule gewidmet gewesen zu sein. Noch vor der Profess, am 4. Juni 1674, war er offenbar vorübergehend erkrankt, da er von Dr. Huber in Luzern Arzneien bezog.[9]

Im September 1687 wurde er Unterpfarrer in Engelberg von 1709 bis 1717 war er Pfarrer des Tales. Im Jahre 1700 hatte er durch den Bischof von Konstanz die Zulassung zur Seelsorge in Sins erhalten und versah von 1700 zum 15. Juni 1704 die dortige Pfarrei.[10] Von 1714 bis 1717 (?) war er Beichtiger in Sarnen. Von 1686 bis 1700 war er Subprior des Klosters Engelberg. Am 26. April 1723 gratulierte er seinem Stiefbruder Wolfgang Ignaz Wirz zur Wahl als Landammann und Landvogt im Thurgau.[11] Er war damals bereits Senior des Klosters.[12] P. Eugen hat auch bei Ignaz Hess (Goldschmiedearbeiten) Aufnahme gefunden, da ihm am 17. Februar 1687 zur Primiz (1683) von den Verwandten ein Silbergeschirr und ein Messgewand in Aussicht gestellt wurde.[13] Der Vater war bereits am 13. Oktober 1680 gestorben.[14] P. Eugen starb am 16. August 1725 als Senior des Konventes an den Folgen der Wassersucht.[15]

Einzelnachweise

  1. Omlin, Die Geistlichen Obwaldens, S. 570.
  2. Küchler, Chronik von Sarnen, S. 220.
  3. Albisser, Hermann, Die Ursulinen zu Luzern. Geschichte, Leben und Werk 1659–1847, Stans 1938, S. 385.
  4. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  5. Titlisgrüsse 3, S. 22. Über die weitere Verwandtschaft des P. Eugen vgl. Omlin, Landammänner von Obwalden S. 135.
  6. Küchler, Chronik von Sarnen, S. 220.
  7. Küchler, Chronik von Sarnen, S. 248.
  8. Eins. Diarium Dietrich A.H.B. 4.
  9. StiArEbg Rb Schule.
  10. Hess, Pfarreien, S. 108.
  11. StiArEbg Rb 1717, 26. April 1723.
  12. Über den Stiefbruder vgl. Omlin, Landammänner, S. 159.
  13. Über die Aussteuer vgl. StiArEbg cod. 42, S. 169.
  14. Omlin, Landammänner, S. 143.
  15. StiArEbg cod. 394 (Pfarrbuch 1692–1728), Tabula Defunctorum II, 16. August 1725.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 118.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.