Engelbert Ineichen

Aus Kloster-Engelberg
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Wappen von P. Engelbert Ineichen.

Engelberg (Johannes) Ineichen (* 1594 in Rothenburg LU; † 18. April 1642 in Sins)

Lebensdaten

Profess: 5. Februar 1614

Priesterweihe: 15. März 1622

Primiz: 3. April 1622

Ämter

Pfarrer in Sins:

Grosskellner: 1624-1626

Pfarrer in Wolfenschiessen: 1626-1630

Novizenmeister:

Prior: 1637-1641

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Severin Ineichen und der Anna Twerenbold.

Lebensbeschreibung[1]

P. Engelberg war Luzerner aus Rothenburg, wo er als Sohn der Eltern Severin Ineichen und Anna Twerenbold geboren wurde und in der Taufe den Namen Johannes erhielt. Die Studien machte er in Luzern bei den Jesuiten[2] die Theologie absolvierte er in Dillingen. Von 1611 bis 1613 war er Klosterschüler in Engelberg.[3] Am 5. Februar 1614 legte er die Profess ab. Die Weihen erhielt er durch den Bischof Heinrich von Augsburg in der Aula Academica S. Hieronymi in Dillingen, am 30. März den Subdiakonat und am 18. April 1620 den Diakonat durch den Weihbischof Petrus von Augsburg in der Dreikönigskapelle in Dillingen. Die Priesterweihe spendete ihm Nuntius Alexander Scappi am 15. März 1622 in der Jesuitenkirche in Luzern. Am 3. April 1622 feierte er Primiz. Am 27. Dezember 1618 schrieb der Rektor des Kollegiums in Dillingen bei der Übersendung der Halbjahresrechnung, Elias Graf, Frater Engelbert sei gesund und studiere gut. Er sei mit ihm wohl zu­frieden.[4]

1628 erhielt P. Engelbert von seiner Schwester Febronia im Frauenkloster in Luzern (wohl im Bruch) ein Reliquiar mit zahllosen Partikelchen, eine "Ide reliquiarii" mit Zeichnung von sechs sonnen­förmigen Figuren, zwischen deren Strahlen die Partikel eingezeichnet sind.[5] Nachdem der Nuntius 1637 auf der Äbtekonferenz in Rheinau dem Abt von St. Gallen eine Klage eingereicht hatte, weil Abt Plazidus von Engelberg die Patres aus rein finanziellen Gründen auf Pfarreien versetze und vor allem den Prior Engelbert zum Pfarrer von Sins gemacht habe, ersuchte P. Prior Engelbert selbst, der seinen abwesenden Abt in Rheinau vertreten musste, die Äbte möchten ihn in Sins belassen und legte auch die Gründe dafür dar.[6] Seine Predigten wurden nach seinem Tod in Sins von seinem Amtsnach­folger Marian Rotgesammelt.[7] Dazwischen nahm er sich noch Zeit, sich um das Archiv zu kümmern und erstellte eine Kopie der für das Kloster wichtigen Urner Landmarchen von 1609.[8]

Am 15. September 1626 war er mit P. Benedikt Pfyffer Pfarrer in Wolfenschiessen zur Zeit der Pest. Am 24. April 1627 führte er dort die Rosenkranzbruderschaft ein.[9] Hier unterschrieb er offiziell als Pfarrer von Wolfenschiessen, nicht nur als Administrator. Die Pfarrei wollte ja sonst keinen Ordenspriester in der Seelsorge.[10] In den Jahren 1624 und den folgenden scheint er in der Ökonomie tätig gewesen zu sein, da nach den Rechnungsbüchern er viele Geschäfte abschloss, z.B. Pferdehandel, Gerberei, Wirtsrechnungen, Lehenzinsen etc. 1633 war er öfter brieflich mit Ludwig Meyer von Schauensee als Vertreter des Klosters in Verbindung.[11]. Er vertrat den Abt bei der Weihe des Abtes Christian Bachmann in Wettingen. Er schenkte Ludwig Meyer am 12. Januar zum Neuen Jahr ein "Gitzi", auch dem Maler H. Wegmann Butter und Käse "wegen der Blätter, so er uns malen wird".[12] Ein "Gitzlin" erhielt auch Schultheiss Am Rhyn sowie Stadtschreiber Cysat, Vater des P. Kolumban. 1634 stand er in Briefkontakt mit den Nachbarn von Bern, mit denen er sich sehr gut verstand. Er vernahm durch den Bergherrn von Hasle, dass die Berner 1634, am 3. Oktober, im Dreissigjährigen Krieg mit 5000 Mann auf Pikett stehen, um jederzeit den Baslern zu Hilfe kommen zu können.[13]

1641 wurde er als Prior mit Abt und Konvent in die Gesellschaft des "Unüberwindlichen Grossen Rates von Stans" aufgenommen, gewissermassen als Friedensstiftung mit Nidwalden nach harten Kämpfen [14] Echt mitbrüderlich war das Gedenken, das P. Bonaventura Leuseinem ehemaligen Lehrer zu seinem Todestag am 8. März 1642 widmete: "Vicarius et parochus in Sins, olim prior noster et magister novitiorum ac pater mihi colendissimus, primitiis assistens."[15] "Er war Vikar und Pfarrer in Sins, einst unser Prior und Novizenmeister, mein hochverehrter Primizbegleiter" (wohl als Novizenmeister). Auf der Konventscheibe von 1639 ist er als Prior aufgeführt: "P. Engelbertus Ineichen Rottenburgensis Prior." Wahrscheinlich war er nach der Wahl des Abtes Plazidus sein Nachfolger im Amt des Priors geworden. Er starb in Sins am Karfreitag, den 16. April Er hatte noch die Predigt gehalten und den ganzen Gottesdienst geleitet. Dann fiel er in Ohnmacht und verschied nachmittags um drei Uhr.[16]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Glauser, Schülerverzeichnis S. 133.
  3. Collectanea Tanner 3 (1600-1619), StiArEbg cod. 283, S. 389.
  4. Collectanea Tanner 3 (1600-1619), StiArEbg cod. 283, S. 417.
  5. Stückelberg, Geschichte der Reliquien der Schweiz I. 125, Nr. 557. Die erwähnte Schwester Ineichens in Luzern hatte die Gemüter im Kloster erregt, da die Regierung von Luzern am 30. Januar 1627? wegen der Teilung ihres Erbes klagte. Der Bruder wollte aber offenbar die Klosterfrau keineswegs in ihren Ansprüchen verkürzen, vgl. P. Ignaz Odermatt, Collectanea Bd. 2, StiArEbg cod. 211, S. 432 und Collectanea Tanner 2 (1500-1600), StiArEbg cod. 282, S. 389.
  6. Cod. 310, S. 62.
  7. Hess, Pfarreien, S. 24.
  8. Straumeyer, Annales 7, StiArEbg cod. 227, S. 541.
  9. Stefan Jäggi, Rosenkranzbruderschaften vom Spätmittelalter bis zur Konfessionalisierung, in: Urs Beat Frei / Fredy Bühler, Der Rosenkranz. Andacht – Geschichte – Kunst, Bern 2003, S. 91-105, hier S. 100.
  10. Odermann, Schematismus Nidwalden, S. 122. Bünti, Cod. 302, S. 137.
  11. Geschichtsfreund 88, 1933.
  12. Geschichtsfreund 88, 1933, S. 159.
  13. Gfr. 88, 1933, S. 181.
  14. Innerschweizer Jahrbuch VIII-X, 183 - 1944 - 46).
  15. StiBiEbg A 1571, in seinem privaten Kalender.
  16. Pfarrbuch Engelberg, Tab. defunctorum, auch Sterbebuch Wolfenschiessen zum Tag.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 108.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.