Emanuel Düggelin

Aus Kloster-Engelberg
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Emanuel (Rudolf) Düggelin (* 10. September 1718 in Lachen; † 9. Dezember 1779 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 10. August 1739

Priesterweihe: 22. September 1742

Ämter

Kaplan in Abtwil: 1744–1746

Unterpfarrer in Engelberg: 1745–1746

Küchenmeister: 1746–1747

Lehrer: 1746?–1747?

Pfarrer und Spiritual in Münsterlingen: 1747–1752

Spiritual in Wattwil: 1752–1761

Subprior: 1762–?

Bibliothekar: ?–1779

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Leonz Fridolin Düggelin und der Anna Maria Auf der Maur.

Bruder: Fridolin Düggelin, Sekretär des Nuntius.

Stiefbruder: Abt Nikolaus Degen OSB, Kloster Fischingen.

Paten: Johann Martin Schueler und A. M. Ursula Huber.

Firmpate: Heinrich Michael Steinegger.

Lebensbeschreibung[1]

P. Emanuel war Schwyzer aus Lachen. Hier wurde er den Eltern Leonz Fridolin Düggelin und der Anna Maria Auf der Maur am 10. September 1718 geboren und erhielt den Taufnamen Johann Rudolf. Als Paten sind genannt: Johann Martin Schueler und A. M. Ursula Huber. Die Firmung erhielt er durch den Weihbischof Ferdinand Konrad Geist von Konstanz am 6. Oktober 1721, wobei Heinrich Michael Steinegger als Pate zur Seite stand. Der Taufschein trägt das Datum vom 7. Juli 1738 und ist ausgestellt von Pfarrer Rudolf Gugelberg in Lachen.

Im Kapitel vom 28. Juli 1738 brachte Düggelin seine Bitte um Aufnahme ins Kloster vor. Er hatte bereits die Rhetorik durchlaufen und war schon einige Monate in der Kandidatur. Die Eltern versprachen als Aussteuer 450 gld. nebst den nötigen Kleidern, Bettzeug und Tischgeld für das Noviziat. Er sei fromm, bescheiden und verträglich im Umgang gewesen. Die wissen­ schaftlichen Leistungen und die musikalischen Anlagen empfahlen ihn. Er wurde am 10. August 1738 eingekleidet, zusammen mit dem spätern Schneider Johann Baptist Ender. Damit zählte das Kloster, kurz nachdem der Neubau bezogen war, sieben Novizen. Im späteren Kapitel vom Juni 1739 heisst es von ihm: "Er ist sanft, fast ängstlicher Art." Am 24. Juli 1739 erhielt er die Zulassung zur Profess, die er am 10. August ablegte. Die Aussteuer wurde ratenweise bezahlt: Die erste Hälfte der Aussteuer im Betrag von 165 gld zahlte der Vater am 10. August 1739.[2] Am 1. Oktober 1742 bezahlte der Vater die zweite Hälfte, 175 gld, am 10. Januar 1740 für zusätzlich Überzug des Pelzes und Macherlohn für die Kutte 10 gld.[3]

Philosophie und Theologie studierte Fr. Emanuel im Kloster. Den Subdiakonat erteilte ihm am 2. April 1740 Nuntius Carlo Francesco Durini in seiner Hauskapelle, den Diakonat am 29. September 1740. Die Priesterweihe erhielt er 1742 in Chur durch Bischof Josef Benedikt von Rost. Am 17 Februar 1740 erhielt er vom Bischof von Konstanz die Admissio zur Ausübung der Seelsorge bei den Klosterfrauen.

Am 8. Juni 1741 war er Subkustos, am 30. Mai 1743 Subbiliothekar.[4] Vom 21. März 1744 bis 25. Juni 1746 war er Kaplan in Abtwil.[5] Am 27. Mai 1746 war er Küchenmeister, 1745 bis August 1746 Unterpfarrer in Engelberg. Er war auch Lehrer an der Klosterschule und lehrte Rhetorik. 1747 ersuchte Abt Cölestin Gugger von St. Gallen, Engelberg möge für das Frauenkloster Altstätten einen Beichtiger stellen. Abt Emanuel Crivelli ging darauf ein und bestimmte P. Emanuel Düggelin für diesen Posten.

P. Emanuel war der Stiefbruder des neuen Abtes Nikolaus Degen von Fischingen. Der Bruder des P. Emanuel, Fridolin Düggelin, war Sekretär auf der Nuntiatur in Luzern. Inzwischen war Nuntius Filippo Acciaiuoli von der Wahl in Fischingen nach Luzern zurück­gekehrt. Der neue Abt Nikolaus Degen war vorher Beichtiger und Pfarrer in Münsterlingen gewesen, das nun verwaist war. Da bat Abt Degen den Nuntius als Kollator von Münsterlingen, er möge seinen Bruder P. Emanuel dorthin bestimmen. Diese war bereits unterwegs nach Altstätten und wurde nun durch den Nuntius dahin gebracht, dass er mit Erlaubnis seines Abtes in den Thurgau zu gehen bereit war. Auch der Abt von St. Gallen, der für Altstätten zuständig war, konnte sich mit dieser Lösung einverstanden erklären, bat aber in Engelberg, man möge einen andern nach Altstätten schicken. Als solcher wurde nun P. Benedikt Deuring bestimmt, der bisher Pfarrer und Statthalter in Sins war. Er ging auftragsgemäss ins Rheintal, wo es ihm aber in keiner Weise gefiel.[6] Er kehrte am 14. September 1747 wieder ins Kloster zurück. An seiner Stelle wurde, um den Abt von St. Gallen nicht zu beleidigen, trotz des kleinen Konvents, wie ausdrücklich betont wurde, P. Nikolaus Beutler nach Altstätten beordert, der 27 Jahre lang dort ausharrte.[7]

Dass P. Emanuel Düggelin zu haushalten verstand, zeigt der 24. Juni 1747, an dem er das Amt des Küchenmeisters verliess und dem Abt noch 18 gld. übergeben konnte.[8] Auf den 16. Oktober 1752 wird er vom Abt von St. Gallen als Beichtiger für das Frauenkloster Wattwil gewünscht.[9] Über sein Wirken bei den Klosterfrauen gibt die Chronik dieses Klosters Auskunft.[10] Nach dieser Quelle leitete er erstmals 1753 die Exerzitien. Er wird als seeleneifrig bezeichnet, als gutes Beispiel für die Schwestern, aber als kränklicher Mann. 1761 bat er den Abt von St. Gallen, er möge ihm die Rückkehr ins Kloster erlauben. So kehrte er am 31. Oktober 1761 nach Engelberg zurück. Hier wird er am 6. Januar 1762 Subprior des Klosters.[11] Zuletzt war er noch Bibliothekar.[12] starb am 9. Dezember 1779 abends um halb neun Uhr im Ruf eines frommen, gottverbundenen Mitbruders.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. StiArEbg cod. 33, S. 617.
  3. Ibidem, S. 643.
  4. Acta capitularia II (Okt. 1737 – Dez. 1746), StiArEbg cod. 191, S. 222.
  5. Hess, Pfarrgeistliche, S. 119.
  6. Was ihm nicht zusagte waren "habitatio, locus, victus et alia bene multa" (Wohnung, Landschaft, Lebensweise und vieles andere mehr).
  7. Acta capitularia III (Jan. 1747 – Juni 1754), StiArEbg cod. 192, S. 42-49, dazu Crivelli, Briefe 1747.
  8. Über die Zeit in Münsterlingen, vgl. K. Kulm, Thurgo via sacra II, S. 101.
  9. Acta capitularia III (Jan. 1747 – Juni 1754), StiArEbg cod. 192, S. 321.
  10. Diese wurde durch Sr. Gertrud Häcki (aus Engelberg) dem Engelberger Archiv übergeben, vgl. P. Floridus Hartmann.
  11. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 139.
  12. Ibidem, S. 399.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 129.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.