Dominik Mazugh

Aus Kloster-Engelberg
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Dominik (Jakob) Mazugh (* 11. November 1607 in Faido; † 25. April 1642 in Sins)

Lebensdaten

Profess: 21. November 1640

Priesterweihe: 9. Januar 1633

Ämter

Lehrer der Philosophie und Theologie für die Fratres: 1640–1642

Lebensbeschreibung[1]

Dominik Mazugh war Urner, aber nicht aus den Stammlanden, sondern aus der unter Uri stehenden Leventina, dem kleinen Dorf Osco, hoch über Faido, am alten Saumweg zum Gotthard, der schon im 13. Jahrhundert eine eigene Säumerordnung aufwies. Jakob wurde am 11. November 1607 geboren. Getauft wurde er in Altdorf, wie der damalige Pfarrer Leonhard Fründ vor Zeugen erklärte.[2] Das Pfarrbuch von Altdorf ist allerdings verbrannt und die Namen der Eltern unbekannt. Der kleine Jakob kam im Alter von dreizehn Jahren 1622 an das Gymnasium der Jesuiten nach Luzern, wo er als "Uraniensis" bezeichnet ist.[3] 1630/31 schloss er die Studien in Philosophie und Moraltheologie an der Universität Dillingen ab mit dem Grad eines Baccalaureus, den er später mit Vorliebe führte und setze sie zwei Jahre später in Freiburg i. Br. fort. 1632 spendete ihm Weihbischof Johann Anton Tritt in Konstanz die Tonsur und die niederen Weihen. Am 18. Dezember 1632 erhielt er durch den Nuntius Scotti in der Franziskanerkirche in Luzern den Diakonat und am 19. Januar 1633 durch den erwähnten Weihbischof die Priesterweihe. Noch im gleichen Jahr wurde er Kaplan in Bürglen (Uri). Dies ergibt sich aus einem Eintrag auf dem Vorsatzblatt einer Thesenverteidigung des adeligen Genuesen M. Durati im Jesuitenkolleg von 1612: "Nunc ex dono Rev. Johanni Huez inservio Jacobo Mazugh sacellano in Bürglen anno 1633."[4] Der Donator Huez war wohl Pfrundkaplan in Altdorf, der am 2. April 1649 im Totenbuch eingetragen ist.[5]

Laut genanntem Thesenband, war Jakob 1634 Pfarrer in Seelisberg und vom Dezember 1636 bis Oktober 1683 in Wolfenschiessen. Hier entschloss er sich Ordensmann zu werden und verbrachte acht Monate im Noviziat der Kapuziner in Zug. Wegen gesundheitlicher Probleme musste er wieder austreten erhielt aber vom Novizenmeister mit Datum 2. September 1639 ein sehr rühmendes Zeugnis. Noch im gleichen Herbst trat er in Engelberg ein, das er als Nachbar in Wolfenschiessen kennen gelernt hatte, und legte am 21. November 1640 die Profess auf den Namen Dominik ab. Da er seine Studien längst abgeschlossen hatte und gute Zeugnisse vorlegen konnte, wurde er gleich zum Professor der Philosophie für die Kleriker eingesetzt, litt aber immer mehr unter schmerzhaftem Asthma, das ihn schon in Zug zum Austritt genötigt hatte. In der Hoffnung, ein Klimawechsel könnte dem Übel steuern, nahm er gern die Ernennung zum Pfarrer von Sins an, wo P. Engelbert Ineichen am 16. April 1642 gestorben war. Am 25. April langte P. Dominik nachmittags 4 Uhr in Sins an, wurde während der folgenden Nacht unwohl und starb um Mitternacht an einem Schlaganfall. [6] Er hinterliess 5 Bände theologische Traktate, die er in Dillingen und Freiburg von den Vorlesungen der Professoren kopiert hatte, sowie eigene Vorlesungen der Philosophie und Theologie im Kloster. Erwähnt seien schliesslich die ehrenden Zeugnisse, die ihm der Dekan der philosophischen Fakultät und der Professor der Theologie in Freiburg im Breisgau ausstellte.[7]

Werke

  • Theologische Traktate (Niederschriften von Vorlesungen aus Dillingen und Freiburg i. B.), StiBiEbg cod. 595.
  • Theologische Traktate (Niederschriften von Vorlesungen aus Dillingen und Freiburg i. B.), StiBiEbg cod. 599.
  • Vorlesungen der Philosophie (Kloster Engelberg), StiBiEbg cod. 523.
  • Vorlesungen der Philosophie (Kloster Engelberg), StiBiEbg cod. 595.
  • Vorlesungen der Theologie (Kloster Engelberg), StiBiEbg cod. 543.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Wymann, Eduard: Verzeichnis der Pfarrer von Seelisberg, in: ZSKG 5, 1911, S. 290.
  3. Glauser, Schülerverzeichnis, S. 164.
  4. StiBiEbg Her b.
  5. Müller, Josef: Auszüge aus dem ältesten Sterbebuch der Pfarrkirche Altdorf 1648–1729, in: ZSKG5, 1911, S. 162.
  6. Pfarrbuch Wolfenschiessen, S. 74 (zum Jahr 1642).
  7. Wymann, Verzeichnis der Pfarrer von Seelisberg, S. 293.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 111.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.