Bonifaz Meyer

Aus Kloster-Engelberg
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Bonifaz (Benedikt) Meyer (* 30. August 1619 in Luzern; † 1. August 1639 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 6. Januar 1636

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Ludwig Meyer, Ritter, und der Elisabeth Müller von Engelberg.

Paten: Abt Benedikt Keller von Engelberg und Margaretha Sidler.

Halbbrüder: P. Plazidus Meyer, Kloster Einsiedeln, Fr. Benedikt Meyer. Weitere 7 Geschwister und 9 Halbgeschwister.

Lebensbeschreibung[1]

Fr. Bonifaz war Stadtluzerner, Sohn des Ritters Ludwig Meyer, Statthalters, und der Elisabeth Müller von Engelberg. Er wurde am 30. August 1619 geboren, Er besuchte in Luzern bei den Jesuiten die Schulen. Als zehnjähriger Prinzipist (Erst­klässler) ist er zum 19. Oktober 1627 eingetragen.[2] Er trat in das Kloster Engelberg ein und legte am Dreikönigstag, am 6. Januar 1636 die Profess ab, starb aber bereits am 9. August 1639 al Akolyt an der Pest im Engelbergerhaus in Luzern.[3] Als Aussteuer erhielt er vom Vater 1000 Gulden.[4] Schon als Novize brauchte er den Arzt Jörg Huber von Rheinfelden.[5] Am 20. Januar 1638 brauchte er ein Bruchband.[6] Als seine Paten werden genannt: Abt Benedikt Keller von Engelberg und Margaretha Sidler. Mehr als über den Sohn, der fast zeitlebens kränklich war, ist über seinen berühmten Vater bekannt. Ludwig Meyer war Wirt zum "Hirzen" in Luzern und von 1609 bis 1663 also fast 54 Jahre, mit kurzen Unterbrechungen, Amtmann des Klosters Engelberg. Darum und durch seine Heirat mit einer Engelbergerin hatte er enge Beziehungen zu Engelberg, den Äbten und und einigen Patres. Er bekleidete zudem die meisten Ämter, die seine Vaterstadt zu vegeben hatte, so 1627, dann 1638 und 1642 das Amt des Talvogts von Engelberg. Nach dem Brand der Hofkirche 1633 wurde er für deren Wiederherstellung zum ausserordentlichen Bauherrn gewählt. Fr. Bonifaz hatte sieben Schwestern, von denen je eine in Rathausen und Hermetschwil eingetreten war. Dazu kamen elf Halbgeschwister aus der zweiten Ehe des Vaters mit Barbara Pfyffer von Altishofen, unter ihnen P. Plazidus in Einsiedeln und Fr. Benedikt Meyer in Engelberg. Dazu war der Bruder des Vaters, Balthasar Meyer, der "Kämmerling" des Abtes Plazidus Knüttel(gest. 1645). Aus dem reichen Erbe Ludwig Meyers erhielt Engelberg eine Jahrzeitstiftung, die aber wieder gestrichen wurde mit der Bemerkung "ist an Heinrich oder Benedikt gutgemacht", also dem Halbbruder des Fr. Bonifaz. Dem Kloster geblieben aber ist ein "dreifaches Regal für 300 Gulden und Bruder Clausen Schüssel". Fr. Bonifaz ist auch auf der Konventscheibe des Konvent 1639 aufgeführt.[7] Was die "Bruderklause schüssel." betrifft, ist bei Durrer[8] nicht die Rede von einer Veräusserung an Meyer. Es wäre aber möglich, dass sie nach dem Tod des Abtes Plazidus an Meyer gegeben und nach dessen Tod zurückgegeben wurde, ohne dass ausser dem Testament darüber geschrieben wurde.[9] Dazu kamen für "einen Ornat nach Engelberg 320 Gulden".[10]


Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Glauser, Schülerverzeichnis, S. 148.
  3. Bericht des Vaters in: Geschichtsfreund 88, S. 136. Ebenso: Calendarium P. Bonaventura Leu zu diesem Datum.
  4. StiArEbg Knüttel, Rechnungsbuch, S. 198.
  5. StiArEbg Knüttel, Rechnungsbuch 1653, S. 666.
  6. Ib. S. 667.
  7. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 183.
  8. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 172.
  9. Geschichtsfreund 88, S. 153.
  10. Über fernere Beziehungen Meyers zu Engelberg, vgl. seine Briefe in Geschichtsfreund 88, S. 158.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 110.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.