Bernhard Zimmermann

Aus Kloster-Engelberg
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Bernhard (Jakob) Zimmermann (* 12. Januar 1643 in Weggis; † 4. August 1698 in Sins)

Lebensdaten

Profess: 17. September 1662

Priesterweihe: 5. März 1667

Ämter

Kaplan in Vitznau: 1671–16?

Ökonom: 1679–16?

Pfarrer in Sins: 1686–1688

Fratresinstruktor: ?–1697

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Balthasar Zimmermann und der Margaretha Langenegger.

Paten: Jakob Schmid und Katharina Annen

Lebensbeschreibung[1]

Der Heimatschein von P. Bernhard Zimmermann lautet auf Weggis am Vierwaldstättersee, wo er am 12. Januar 1634 in der dortigen Pfarrkirche getauft wurde und den Namen Jakob erhielt. Seine Eltern waren Balthasar Zimmermann und Margaretha Langenegger. Paten waren Jakob Schmid und Katharina Annen. Das Taufzeugnis ist ausgestellt von seinem Onkel Pfarrer Jakob Langenegger am 21. November 1622. Er trat 1660 in die Schule der Jesuiten in Luzern ein und blieb bis zum Sommer 1661. Dann kam er zur Kandidatur nach Engelberg, führte aber nach der Profess die Studien in Luzern fort.[2] Der Gedanke, ins Kloster einzutreten, war ihm offenbar erst in Luzern gekommen. Denn am 19. Juni 1661 kam er nach Engelberg und bezog den sogenannten "Trockentisch", d.h. ohne Wein, der "a parte" bezahlt wurde, pro Woche 1 gld. 20. Für ihn versprach vorerst sein Onkel, Pfarrer und Sextar, aufzukommen, dann sein Vogt Hans Brügger. Die Auslagen waren die üblichen für einen Kandidaten: Brevier, Pelz, Leintücher, Spazierrock und langer Rock für Ausgang und Hausgebrauch, Kragen, Strümpfe, Beinkleider, Schuhe, eine Kapuze für das Noviziat, Kerzenstock. Schwierigkeiten erwuchsen aus der Dauer des Noviziates, und zwar von Seiten der Schirmorte. Er brachte wohl eine Aussteuer von 4000 Gulden mit, doch hatte Luzern Bedenken, weil eine grosse Verwandtschaft und viele Geschwister da waren und damit die Aussicht auf ein bedeutendes Erbe fehlte.[3]

Weitere Schwierigkeiten sahen die aufmerksamen Schirmherren in Luzern wegen der Dauer des Noviziats. Dieses hatte am 3. Februar 1662 begonnen. Als das Jahr vorbei war, glaubten sie, "er habe das Noviziat ausgestanden und allbeieits zu Ende gebracht". Doch musste es bis zum 17. September verlängert werden, vemutlich weil es durch Krankheit unterbrochen war.[4] So konnten die besorgten Schirmväter am 17. September 1662 beruhigt sein. Die Weihen erhielt er nach Abschluss der Studien in Luzern: den Subdiakonat am 8. März 1664 in der Jesuitenkirche durch Nuntius Federico Borromeo, den Diakonat am 28. Februar 1665 ebenda durch denselben Nuntius, den Presbyterat durch den Nuntius Federico Baldeschi am 5. März 1667 in der Peterskapelle in Luzern. Straumeyer bezeichnet P. Bernhard als ausgezeichneten Ökonom, der denn auch vorab auf diesem Gebiet tätig war.[5]

Im April 1662 musste Hans Gerster, Verwalter der Klostergüter in Vitznau, wegen Fr. Bernhard nach Konstanz reiten und blieb zehn Tage dort, wahrscheinlich wegen der Angelegenheit der Vorschiebung der Profess.[6] Anlässlich dieser Profess war am 17. September 1662 P. Athanas a Castanea Festprediger.[7] Ab 1671 war P. Bernhard offenbar in Vitznau Kaplan und nahm dort Rechnungen ab.[8] 1679 war er Grosskellner in Engelberg.[9] Am 29. November 1668 war er in Vitznau.[10] Nach der Wahl des Abtes Gregor Fleischlin war er am 22. März 1681 als Grosskellner bei der Inquisition zugegen. Am 20. Mai 1686 wurde er als krank gemeldet und zur Erholung nach Sins versetzt und soll dort die Rechnungen in Ordnung bringen. Das war wohl der Anlass, dass er noch im gleichen Jahr Pfarrer in Sins wurde, und bis zum Februar 1688 dort blieb.[11] 1697 war er während der Fastenzeit zur Unterstützung von P. Benedikt Pfyffer in Sins, nachdem er in Engelberg bisher Fratresinstruktor gewesen war.[12] Nach Sins kam er nochmals im März 1698. Er musste schwer erkrankt sein, denn sein Arzt, Dr. med. Beat Franz Bachmann in Zug stellt im Mai 1698 (19. Mai) eine hohe Rechnung von 72 gld. für Medizinen und Arztvisiten[13], wo er als gewesener Herr Grosskellner in Engelberg tituliert wird. Er starb in Sins am 4. August 1698.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Glauser, Verzeichnis, Jacobus Weggensis, S. 222.
  3. Aussteuer bei Odermatt, Collectanea Bd. 2, StiArEbg cod. 211, S. 541 und 542.
  4. Odermatt, Collectanea Bd. 2, StiArEbg cod. 211, S. 46.
  5. Straumeyer in Acta capitularia II (Okt. 1737 – Dez. 1746), StiArEbg cod. 191, S. 363.
  6. StiArEbg cod. 42, S. ll8.
  7. StiArEbg cod. 556, Nr. 219.
  8. StiArEbg cod. 42, S. 283 und 299.
  9. StiArEbg cod. 42, 1591, S. 272.
  10. StiArEbg Mappe Luzern-Vitznau.
  11. Nach Hess, Pfarrgeistliche, war er "collega parochi", S. 110.
  12. StiArEbg Scripta Albini.
  13. StiArEbg Mappe Zug.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 116.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.