Berchtold Sidler

Aus Kloster-Engelberg
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Berchtold (Paul) Sidler (* 5. Januar 1623 in Zug; † 28. Januar 1700 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 21. März 1639

Priesterweihe: 20. März 1649

Primiz: 11. April 1649

Ämter

Kustos: ?

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Kaspar Sidler und der Margaretha Paula Hafner.

Lebensbeschreibung[1]

P. Berchtold stammte aus Zug, wo er am 5. Januar 1623 geboren wurde und in der Taufe den Namen Paul erhielt. Die Eltern waren Kaspar Sidler und Margaretha Paula Hafner, Schwester des Zuger Pfarrers und Dekans Dr. theol. Jakob Hafner, Apostolischer Protonotar.[2] Dekan Hafner spielte im Leben des P. Berchtold eine wichtige Rolle. Denn er bezahlte ihm das ganze Studium an der Klosterschule bis zur Profess und übermachte überdies dem Kloster seine reiche Bibliothek. Am 25. Mai 1637 brachte er den Neffen an die Klosterschule Engelberg und bezahlte für ihn das Kostgeld für 13 Monate mit 84 Gulden.[3] Im Dezember 1637 leistete er als Dekan von Schwyz auf das Fest des heiligen Nikolaus wieder 42 Gulden. 1639 wurden vom Dekan von Schwyz wegen Fr. Pauli 38 Gulden bezahlt. Der Onkel versprach, auch Kleider und Kostgeld während des Noviziates bis zur Profess für ihn zu bezahlen. Paul Sidler legte am 21. März 1639 die Profess ab, wurde am 20. März 1649 Priester und feierte am 11. April darauf seine Primiz. Er starb als Senior des Klosters kurz nach Eintritt ins 78. Lebensjahr, am 28. Januar 1700.[4]

1663 hatte er aus der Erbschaft des Onkels in Zug "eine silberin und vergülte Batzen und sechs silberin Löffeli" erhalten. Der Siegelring des Dekans wurde dem Goldschmied Ludwig Müöslin für einen Auftrag des Klostersübergeben.[5] Als Pfarrer von Freienbach verfügte Hafner laut Testament vom 12. Januar 1663, das ganze Erbe solle an P. Berchtold kommen. Unterzeichnet ist das Testament von Meister Johann Speck anstelle seiner Frau Margaretha Sidler. Die Mutter scheint eine zweite Ehe eingegangen zu haben. Vom Vater ist kaum einmal die Rede. Es unterschrieben: Georg Sidler, Onkel des Paters und Kaplan und Organist Jakob Johann Müller, der sein Siegel gab. [6] P. Berchtold hatte im Kloster das Amt des Kustos inne, da Dekan Hafner ihn am 5. November 1651 als solchen erwähnt. Er ersuchte Abt Plazidus Knüttel in dem Brief, er möge P. Berchtold für vierzehn Tage nach Freienbach zu ihm kommen lassen, da er manches mit ihm über sein Erbe verhandlen wollte. Er selber könne nicht reisen, da er sich von einer schweren Krankheit noch nicht erholt habe. Laut Brief vom 19. November war der Neffe tatsächlich damals in Freienbach.[7]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Über diesen Onkel des P. Berchtold und sein bewegtes Leben vgl. Albert Iten, in: Tugium sacrum I, Stans 1952, S. 213. Hafner war schon 1614 bis 1622 auf der Schwarzmurerpfründe seiner Vaterstadt, 1615 bis 1620 Chorregent, 1622 Kaplan in Beromünster, 1625 bis 1630 Leutpriester zu St. Stephan daselbst, 1630, ein halbes Jahr, Pfarrer in Wil, dann Provisor und Schulherr in Zug, 1632 bis 1634 Pfarrer in Arth. Es folgten fast sieben Jahre auf der Einsiedler Stiftspfarrei Freienbach, 1640 bis 1650 waltete er als Pfarrer von Steinerberg und als Dekan des Waldstätterkapitels, bis er 1654 als Stadtpfarrer nach Zug berufen und bald auch Dekan wurde.
  3. StiArEbg cod. 31, S. 117.
  4. StiArEbg cod. 394 (Pfarrbuch 1692–1728), Tabula Defunctorum II, S. 222.
  5. Iten, Tugium sacrum I, S. 214. Kaiser, Zuger Goldschmiedekunst, S. 51, Hess, Goldschmiedearbeiten S. 7.
  6. Tugium sacrum I, S. 323.
  7. SitArEbg Mappe Zug.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 111.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.