Benedikt Utiger

Aus Kloster-Engelberg
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Benedikt (Johann Josef) Utiger (* 22. Mai 1752 in Baar; † 13. September 1799 in Abtwil)

Lebensdaten

Profess: 7. April 1771

Priesterweihe: 31. Dezember 1775

Primiz: 1. Januar 1776

Ämter

Kustos: 1776–1781

Lehrer an der Stiftsschule: 1781–1784

Lehrer der Fratres: 1781–1784

Bibliothekar: 1781–1784

Pfarrer in Abtwil: 1784–1799

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Karl Joseph Utiger und der Anna Margaretha Schmid.

Taufpaten: Johann Joseph Hotz und Maria Clara Bachmann.

Firmpate: Peter Müller.

Lebensbeschreibung[1]

Die Utiger sind Baarer Bürger. In Baar wurde P. Benedikt als Sohn des Karl Joseph Utiger und der Anna Margaretha Schmid geboren und am 22. April 1752 auf den Namen Johann Joseph getauft. Taufpaten waren Johann Joseph Hotz und Maria Clara Bachmann. Der Weihbischof von Konstanz spendete ihm am 16. September 1768 die Firmung, wobei Kaplan Peter Müller Pate war. Das Zeugnis trägt das Datum vom 4. April 1771 und ist von Pfarrer Melchior Anton Hotz unterzeichnet.

Johann Joseph kam 1767 nach Engelberg und bat vor dem Kapitel um Aufnahme ins Noviziat. Mit ihm legten noch drei andere Kandidaten ihre Bitte vor. Johann Joseph musste einige Monate warten und besuchte in dieser Zeit die Klosterschule. Wie sich aus der Befragung durch die helvetischen Behörden vom 2. November 1798 ergibt, hatte er bereits die Grundlagen "zu Hause", also in Baar, erworben, wo eine Lateinschule bestand.[2] 1768 bis 1769 war er Schüler der Jesuiten in Luzern.[3] Während die anderen drei Kandidaten wegen unerlaubten Beziehungen zu Studenten entlassen wurden, erhielt er am 27. Mai 1770 die Zusage zur Aufnahme wegen seines guten Verhaltens und konnte am 7. April 1771 die Profess ablegen.[4] Den Rest der Aussteuer bezahlte sein Vater am 9. Januar 1776 mit 148 gld.[5]

Den Subdiakonat spendete ihm Nuntius Aloisius Valenti Gonzaga am 6. Juni 1773 in der Kirche der Ursulinen, den Diakonat Nuntius Johann Baptist Caprara am 17. Dezember 1775 in der Hauskapelle in Luzern, den Presbyterat derselbe Nuntius am 31. Dezember 1775 mit Dispens. Am 1. Januar 1776 konnte er die Primiz feiern. Dabei erschienen soviele "Jungfrauen mit Kränzchen" auf dem Haupt, dass man glauben mochte, die Scharen der hei1igen Ursula zu sehen.[6] Schon am 5. Februar 1776 wurde er zum Kustos ernannt.[7] Am 17. Oktober 1781 wurde er Lehrer der Rhethorik und Musiklehrer der Fratres[8] sowie Bibliothekar. Am 21. Mai 1784 ernannte ihn der Abt zum Pfarrer von Abtwil.[9] Er blieb in dieser Stellung bis am 12. September 1799 und starb hier. Er soll bei benachbarten Pfarrern und den Mitgliedern der Pfarrei beliebt gewesen sein.

Er war schon in seinen jüngeren Jahren ein kränklicher Mann gewesen und hatte viele Arzneien benötigt. Er litt fast zwanzig Jahre lang an einer Krankheit. Durch die Auswirkungen der französischen Revolution wurde er von Furcht und Schrecken bedrängt. Sein Geist wurde immer mehr getrübt, das Gedächtnis schwand, er seufzte Tag und Nacht, er könne seine Aufgaben nicht mehr erfüllen. So musste man jeden Tag mit seinen Tod rechnen. Die Pfarrei musste neu besetzt werden, und man befürchtete, dass sie Engelberg verloren gehe.[10] Darum anerbot sich P. Berchtold Villiger, ihn zu vertreten, um die Pfarrei für das Kloster zu erhalten. P. Benedikt starb am 13. September 1799. Er war, ähnlich wie P. Joachim von Deschwanden, an der Korrespondenz mit dem Zürcher Freundeskreis um den Pfarrer Rudolf Schinz beteiligt gewesen.[11]

Professnummer

  • Nr. 570

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Schumacher, Das geistliche Baar, 18 ff.
  3. StALU, Verz. der Jesuitenschüler III, S. 86.
  4. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 206. Er selbst schrieb sich in der Professformel "Uttiger", nicht Utiger.
  5. StiArEbd cod. 40, 9. Januar 1976.
  6. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 353.
  7. Ibidem, S. 355.
  8. Ibidem, S. 417.
  9. Ibidem, S. 482, Hess, Die Pfarrgeistlichen, S. 118.
  10. StiArEbg cod. 278, S. 244.
  11. Heer, Aus der Vergangenheit, S. 348. Dazu auch Iten, Tugium sacrum II, S. 43.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 134, Nr. 570.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.