Benedikt Pfyffer (2.)

Aus Kloster-Engelberg
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Benedikt (Nikolaus) Pfyffer (* 20. August 1646 in Luzern; † 27. Juni 1709 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 14. September 1662

Priesterweihe: 23. November 1670

Ämter

Lehrer: 1670–?, 1689–1696

Küchenmeister: 1676–16?

Unterpfarrer in Engelberg: 1688–1690

Pfarrer in Engelberg: 1690–1696

Subprior: 169?–1697

Pfarrer und Statthalter in Sins: 1697–1700

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Walter Pfyffer und der Anna Maria von Sonnenberg.

Lebensbeschreibung[1]

P. Benedikt gehörte der bekannten Magistratenfamilie der Pfyffer in Luzern an. Hier wurde er am 20.August 1646 den Eltern Walter Pfyffer und Anna Maria von Sonnenberg geschenkt und erhielt den Taufnamen Nikolaus. Der Name ist eindeutig überliefert, da er von zeitgenössischer Hand auf der Professformel eingetragen ist. Der Name der Eltern galt lange als unbekannt, da man diesen Eintrag offenbar nicht beachtete.[2]

Am 17. Oktober 1660 erschien Nikolaus Pfyffer mit seinem Vater Leutenant Walthert Pfyffer in das Kloster. Die Rechnung ist aufschlussreich für einen Aristokratensohn des 17. Jahrhunderts: "Itemum ein Brevier. Item des 3. April Boten, so ihn von Sarnen ein Clavicordium bracht 1 Gld (er war offenbar musikalisch). Item sollen wir seinem Herrn Vater um Wachs, so er im März und April, laut P. Prioris Rechnung, geschickt. Abermals soll er für ein Brevier 7 gld 20 b. Item für ein Diurnale 4 gld. Item um einen Pelz und ein Spazierstock und Skapulier, laut spezifizirter Rechnung. Den 16. Juli ihm ein Rock und Umhang gemacht (wohl ein Mantel) ist 3 Gld 4 b. Item ihm ein neuen Pelzüberzug von Magalam 11 Ellen, ist 4 gld (Magalam = feiner Stoff). Stossblegi (Stössecki als Handschutz) 10 b. Macherlohn und Faden 30 b. Item ein Pelz samt dem Lohn vom Kürschner, so wir zahlt, ist 15 gld 36. Item den 5. Septembris ihn ein Spazierrock gemacht, ist für Faden und Macherlohn 30 b. Den 10. Sept. im ein Paar Schuhe geben, ist l gld. Item ihm ein Novizenskapulier auf das Noviziat 4 gld 3b 2 den. Macherlohn 6 b. Item den 5. Sept. ihm ein Winterkappe gemacht, ist Macherlohn 3 b, den 12. Octobris ihm ein neuen kurzen Stock geben, 1 gld. Den 30. Jenner schickt Herr Walthard Pfyffer (1662) 17 einhalb Pfund gelbes Wachs. Item schickt er an Fastenspeisen und auf die Grosse Woche (Karwoche) 15 Pfund gelbes Wachs. Am 13. Sept. 1662 bezahlt er für die Aussteuer und für die aufgelaufenen Kosten an Speis und Trank und Kleidern 2000 gld. Item wegen etwas Kleidern und Noviziatskosten 41 gld. Summa so er uns soll 2041 gld 36."

Darauf zahlte er an Gültbriefen und Zins 1401 gld. Ausserdem zahlte er laut Auszug aus der Apotheke anno 1661 und 1662 noch 462 gld. Zudem zahlte er wegen Mr. Simons sel. 2 gld 37 b. Insgesamt waren dies 1866 gld 29b. 3 den, blieb übrig 75 gld 7b 3 den. Den 15. Mai erhielt Hans Gerster, ein Klosteangestellter, von ihm ein Pfund Zucker und 3 Pfund Baumöl und 3 Pfund Mandeln. Mit dem Vater und später mit dessen Sohn Alexander Pfyffer unterhielt das Kloster weitere Geschäftsbeziehungen, bestellte allerlei Apothekersachen wie Pulver, Tränklein, Abführmittel und Klystier.[3]

Die Studien hatte Fr. Benedikt ganz in Luzern absolviert. Der Eintritt ins Kloster erfolgte 1661, die Profess am 14. September 1662. Die Weihen erhielt er durch Nuntius Rodolfo Acquaviva d'Aragona in Luzern, den Subdiakonat in der Peterskapelle am 24. September 1667, den Diakonat durch den Nuntius Acquaviva am 21. Dezember 1669, den Presbyterat durch Nuntius Odoardo Cibo am 23. November 1670 in dessen Hauskapelle. Der Taufschein ist vor dem Eintritt ins Noviziat am 7. August 1660 von Pfarrer Jakob Schwendimann ausgestellt. Als Paten sind genannt Nikolaus Schwyzer und Margaretha Pfyffer, wohl eine Tante. Von Seiten des Abtes Ignaz Betschart liegt noch die Bitte an den Nuntius Cibo vom 20. November 1669 vor, er möge den jungen Diakon weihen.

Dass P. Benedikt einen Bruder im Franziskanerkloster in Luzern hatte, ist im Verkündbuch der Pfarrei zum 21. Mai 1693 vermerkt [4] Die ersten Jahre seiner Tätigkeit im Kloster waren der Schule gewidmet. 1676 wird er als Küchenmeister bezeichnet.[5] 14. März 1683 war er Zeuge bei der Wahl des Abtes Plazidus Zurlauben in Muri.[6] Am 10. April 1688 begleitete er P. Augustin Reding und P. Ambros Püntener von Einsiedeln, der in Engelberg als Professor der Philosophie tätig war und nun wieder heimkehrte, in die Waldstatt.[7] Er weilte ebenfalls auf Besuch in Einsiedeln, als er vom Pfäferserbad 1691 heimkehrte und den Heimweg über Einsiedeln nahm.[8] 1688 bis 1690 war er Unterpfarrer in Engelberg und wurde dann Pfarrer, blieb aber Ludimoderator (Lehrer) 1689 bis 1696. In Engelberg war er gleichzeitig Pfarrer und Küchenmeister. Er besorgte für Abt Ignaz Burnott im Streit mit Nidwalden 1686 die Korrespondenz und wurde geradezu als sein Kaplan bezeichnet.[9] In diese Zeit fällt sein Amt als Subprior, bevor er 1697 nach Sina versetzt wurde.[10] Er wirkte als Pfarrer und Statthalter in Sins, wo er bis zum 14. November 1700 blieb. Dass er schon 1691 im Bad zu Pfäfers zur Kur weilte, deutet darauf hin, dass er stark an Rheumatismus litt. Diese Krankheit brachte ihn denn auch endgültig aufs Krankenlager. Er litt acht Jahre an schmerzlichem "Grimmen" und war den grössten Teil dieser Zeit an allen Gliedern gelähmt. Dieses Leiden begleitete ihn bis zum Tod, dem er am 22. Juni 1709 erlag [11]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Eine Verwirrung entstand insofern, als im Verzeichnis der Schüler des Jesuitengymnasiums (Schülerverzeichnis 1588 bis 1669 im Staatarchiv Luzern) angemerkt ist: "Eingetreten 1609 als zehnjähriger am 10. Juni." Dann S. 22 die Bemerkung "monachus Fischingensis anno 17", dann "rediit 1618, 9. Oct." Dann S. 35 "Johannes Pfyffer, Lucern, ex-monachus, 18. Okt. 1618, rhet." Dazu am Rand: "In Engelberg, nov. an. 19, professus anno 20." Demnach wäre der Schüler der Jesuiten mit 10 Jahren an die Schule gekommen, in Fischingen ins Noviziat eingetreten, wieder zurückgekehrt an die Schule, dann aber 1619 in Engelberg ins Noviziat gegangen und bitte 1620 Profess gemacht. Diese Angaben stimmen genau auf die Eltern Jakob Pfyffer und Anna Kraft und ihren Sohn Nikolaus, der als P. Konatantius in St. Gallen eintrat, 1596 geboren wurde und 1654 starb (Henggeler, St. Gallen, S. 286). Hier liegt offensichtlich eine Verwechslung vor. Denn im Verzeichnis der Schüler (bei Glauser, S. 46) wird Nicolaus Lucernensis nobilis 1605 classis infirma" angeführt und beigefügt "Monachus" St. Galli". Die erwähnte Bemerkung über Klostereintritt und Profess in Engelberg beruhen sicher auf Verwechslung mit dem gleichnamigen Konventualen in St. Gallen, wie sie nicht ganz selten vorkommen.
  3. StiArEbg Cod. 42, S. 184.
  4. Rot. par. 1679–1694; S. 415.
  5. Brief von P. Karl Troger, 1676.
  6. StiArEbg Cod. A 313, S. 49.
  7. Diar. Dietrich, Stiftsachiv Einsiedeln AH B6.
  8. Diar. Dietrich, a.a.O. S. 6.
  9. Odermatt, Collectanea Bd. 2, StiArEbg cod. 211, S. 656.
  10. StiArEbg Scripta Albini.
  11. StiArEbg cod. 394 (Pfarrbuch 1692–1728), Tabula Defunctorum II, S. 239.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 115.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.


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