Benedikt Pfyffer

Aus Kloster-Engelberg
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Benedikt (Johannes) Pfyffer (* 8. September 1597 in Luzern; † 10. Juli 1639 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 3. Mai 1620

Priesterweihe: 1623

Primiz: 15. Oktober 1623

Ämter

Pfarrer von Engelberg: 1630

Küchenmeister: 1632

Subprior: ?

Grosskellner: ?

Pfarrer von Sins: 1634–1636, 1638

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Jakob Pfyffer und der Anna Kraft.

Bruder: Fr. Konstantius (Nikolaus) Pfyffer

Paten: Wilhelm Hankrath und Verena Müller.

Lebensbeschreibung[1]

P. Benedikt war Stadtluzerner und Sohn des Jakob Pfyffer und der Anna Kraft.[2] Hier wurde er am 8. September 1599 geboren und auf den Namen Johannes getauft. Die Paten waren Wilhelm Hankrath und Verena Müller. Sein Bruder Nikolaus wurde 1596 geboren, machte 1614 Profess in St. Gallen als Frater Konstantius und starb 1654.[3] Ein weiterer Verwandter war nach Rudolf Henggeler[4] Frater Adelrich Pfyffer aus Luzern.[5] P. Benedikt kam mit zehn Jahren am 10. Juni 1609 in die Principia, die erste Klasse, zu den Jesuiten in Luzern.[6] Dort findet sich die Bemerkung: "Monachus Fischingensis anno 17 rediit" und ein weiterer Eintrag: "Joh. Pfiffer, Lucernensis Exmonachus Rhet. 18. Sept. 1618". Dazu am Rand: "In Engelberg. (nov.) an 19, professus an. 20." Der junge Mann war sich offenbar über seine Zukunft noch nicht im Klaren, trat ins Kloster Fischingen ein, verliess es wieder und begann das Noviziat in Engelberg, wo er dann 1620 Profess ablegte. Nach Abschluss der Studien in Luzern empfing er 1623 die Priesterweihe und feierte am 15. Oktober seine Primiz.

P. Benedikt wurde oft zu offiziellen Aufträgen beigezogen. Im Oktober 1624 begleitete er Abt Benedikt Keller nach Konstanz an eine Konferenz, wo über die Errichtung eines diözesanen Priesterseminars beraten wurde.[7] Am 21. August 1632 ist er als Küchenmeister aufgeführt.[8] Am 10. Juni 1633 erhielt er ein kleines Siegel[9], 1634 berichtete er in einem Brief an P. Heinrich Murer, Karthäuser in Ittingen, über Suspension und Abdankung des Abtes Benedikt Keller und die Wahl von Abt Plazidus Knüttel. Murer hatte am 22. August um die Wappen der Engelberger Äbte ersucht, die er für sein neues Werk "Theatrum ecclesiasticum" wünschte, das aber nicht zum Abschluss gelangte und ungedruckt blieb.[10] P. Benedikt redete Murer als "cognate amicissime", als liebsten Verwandten an, da die Mutter Murers als Witwe den Ludwig Pfyffer, bekannt als "Schweizerkönig" geheiratet hatte. Im Brief machte P. Benedikt noch darauf aufmerksam, dass nach neuerer Auffassung die Äbte Adelhelm und Frowin nicht aus Einsiedeln, sondern aus St. Blasien stamm­ten. Der Brief wurde übrigens in Sins geschrieben, wo Pfyffer 1634 bis 1636 Pfarrer und Ökonom war.[11]

Am 30. Januar 1630 erliess er die Zitation für die neue Abtswahl, wohl in seiner Eigenschaft als Pfarrer von Engelberg.[12] Auf der Konventscheibe von 1639 ist er als Pfarrer verzeichnet.[13] Seine erste Tätigkeit im Kloster hatte er in der Schule aufgenommen. 1626 war er mit P. Engelbert Ineichen während der Pest für kürzere Zeit in der Seelsorge in Wolfenschiessen tätig.[14] In Sins war er ein zweites Mal, vom August bis Dezember 1638. Weitere Ämter, die er bekleidete, waren das des Subpriors und des Grosskellners. Das genaue Datum der Amtszeiten ist allerdings nicht überliefert. 1631, am 6. März, ging er mit P. Subprior Augustin Lang nach Wettingen, um die Benediktion des Abtes Plazidus Knüttel vorzubereiten, die am 13. März dort stattfand.[15] Die Wahlankündigung nach der Resignation von Abt Benedikt Keller am 30. Januar 1630 trägt die Unterschrift (an der Türe der Klosterkirche) von P. Benedikt Pfyffer und P. Frowin Bergmann.[16]. Er starb am 26. Juli 1639, auch als Opfer des Pest.[17]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Staatsarchiv Luzern, Taufbuch 235.
  3. Henggeler, Professbuch St. Gallen, S. 268.
  4. Henggeler, Professbuch Einsiedeln, S. 287.
  5. Bei ihm scheint es unmöglich, seine Verwandtschaft festzustellen, da der Taufname fehlt und er bereits 1611 als Diakon und Student in Dillingen an der Pest starb.
  6. Glauser, Schülerverzeichnis, S. 44.
  7. Mone, F. J.: Quellensammlung der badischen Landesgeschichte 2, Karlsruhe 1854, S. 166.
  8. Knüttel, Rechnungsbuch, S. 417.
  9. Knüttel, Rechnungsbuch, S. 490.
  10. Das sonst wenig bekannte Werk umfasst die Bistümer Konstanz und Chur sowie einige Männer- und Frauenklöster. Dank dem Sammeleifer von P. Ignaz Odermatt kam es nach Engelberg, zum Teil noch aus Beständen des aufgehobenen Klosters Ittingen selber, zum Teil aus Kopien, die noch in Rheinau vor der Aufhebung 1862 entstanden waren. Der Text ist von P. Adelhelm Frey sorgfältig geschrieben und mit sauber gezeichneten Wappen versehen, die 1634 an Murer geliefert worden waren (siehe Heer, Aus der Vergangenheit, S. 218).
  11. Hess, Die Pfarrgeistlichen, S. 107.
  12. Straumeyer, Annales 7, StiArEbg cod. 227, S. 708.
  13. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 183.
  14. Odermatt, Schematismus Nidwalden, S. 122.
  15. Knüttel, Rechnungsbuch, S. 625.
  16. StiArEbg Cista, Abtswahlen 1619-1658.
  17. Das genaue Datum bei P. Bonaventura Leu in StiBiEbg cod. Bibl. 519, Nr. 1571.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 109.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.